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Von wegen One-Hit-Wonder

20. November: Stadtmagazin Bremen präsentiert Kerstin Ott im Metropol Theater

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Die Musikerin Kerstin Ott. Foto: Nona Arabuli

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Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 

Dass YouTube mittlerweile ein Karrieresprungbrett sein kann, ist längst kein Geheimnis mehr. So auch für Kerstin Ott. Eine gelernte Malerin und Lackiererin, die mit ihrem Ohrwurm „Die immer lacht“ den Durchbruch erzielte. 167 Millionen Aufrufe konnte der Hit in Zusammenarbeit mit dem Duo Stereoact bereits verzeichnen. Nach Ruhm strebte die 37-Jährige jedoch nie. Im Interview spricht Kerstin Ott über die Hintergründe des Songs und ihr aktuelles Album.

Frau Ott, mit „Die immer lacht“ sind Sie 2016 berühmt geworden. Der Song ist allerdings schon 2005 entstanden. Hätten Sie gedacht, dass er irgendwann so durch die Decke gehen würde?
Kerstin Ott: Nein, überhaupt nicht. Das Lied war ja damals auch nicht für die Allgemeinheit bestimmt. Ich habe es ausgewählten Menschen auf gebrannten CDs geschenkt und einer von ihnen hat es dann bei YouTube veröffentlicht. Dort haben die Jungs von Stereoact es dann Jahre später entdeckt. Dass das Lied in die Charts einsteigen würde, das hätte ich mir niemals vorstellen können. Das war unfassbar irre!

Das Lied hat eigentlich einen traurigen Hintergrund.
Ich habe den Song damals für eine Freundin geschrieben, der es zu dieser Zeit sehr schlecht ging. Nach außen hin hat sie das aber nie gezeigt. Im Grunde genommen wollte ich ihr mit dem Lied nichts anderes sagen als: Hey, ich bin für dich da.

Klingt nach einem Ratschlag, den viele Menschen gebrauchen könnten.
Ja, das ist wahrscheinlich auch dem aktuellen Zeitgeist geschuldet. Gerade auf Instagram und anderen sozialen Netzwerken möchte sich jeder von seiner besten Seite präsentieren und es scheint, als wäre alles perfekt. Ich denke, das ist auch der Grund, dass das Lied so gefeiert wird.

Wie hat die besungene Freundin auf das Lied reagiert?
Das war im Nachhinein eine ziemlich bizarre Situation. Ich habe ihr das Lied damals vorgespielt, während sie auf dem Flur saß und ich in einem anderen Raum. Als erste Reaktion hat sie erst einmal angefangen zu weinen.

Warum saßen Sie in getrennten Räumen?
Ich konnte damals einfach nicht vor anderen Leuten singen oder Gitarre spielen. Deswegen habe ich sie in den Flur verfrachtet (lacht). Mittlerweile habe ich mich da aber natürlich dran gewöhnt.

Stereoact hat aus Ihrem Song, der im Original ein ruhiges Akustik-Stück ist, einen Party-Hit gemacht. War das ein Problem oder komisch für Sie?
Das Lied ist im Ursprung tatsächlich eine Ballade und melodisch unterlegt, das stimmt. Stereoact hat das Lied mit Beats kombiniert und plötzlich wurde daraus eine Partyhymne. Am Anfang war das tatsächlich etwas merkwürdig für mich, da ich mir einfach nicht vorstellen konnte, dass das Lied zu einem Party-Hit avancieren könnte. Ich glaube aber, dass gerade die fröhliche Melodie und dieser Ohrwurmcharakter dafür gesorgt haben, dass es letztendlich so erfolgreich wurde.

Wie war es damals für Sie, von heute auf morgen berühmt und aus Ihrem normalen Leben gerissen zu werden?
Als das Ganze damals seinen Lauf nahm, habe ich mir überhaupt keine Gedanken darüber gemacht, wie lange der Ruhm wohl anhalten würde. Ich will ehrlich sein: Ich bin von einem One-Hit-Wonder ausgegangen.

Ihr aktuelles Album heißt „Mut zur Katastrophe“. Was ist die Botschaft dahinter?
Die Botschaft ist, sich aus seiner Komfortzone herauszubewegen und einfach mal Dinge zu machen, die vielleicht zum Scheitern verurteilt sind oder unter keinem guten Stern stehen.

Haben Sie selbst Mut zur Katastrophe?
Wie ich bei „Let’s Dance“ bewiesen habe, ja. (lacht).

Mittwoch, 20. November, Metropol Theater, 20 Uhr