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Zwischen Rock, Blues und Schmalz

17. und 18. Mai: Element Of Crime spielen Doppelkonzert im Pier 2

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Foto: FR

Seit 33 Jahren spielen sie ihre Songs. Und bringen ihre Platten heraus, eigensinnige Alben, eines nach dem anderen. Es gibt wenig Vergleichbares, keine andere deutschsprachige Band, die diese eigenartige Mischung aus Folkrock und Blues, Artrock und Kinderlied, Krachorgie und Schmalzmelodie in die Welt brächte, wie es scheint, ohne auch nur einen Moment darüber nachzudenken, ob das gerade zum Zeitgeist passt oder nicht, ob das für neue oder alte Medien taugt, ob das einer versteht. Ob sie es überhaupt selber verstehen, ob das nun traurig oder lustig, hässlich oder schön, Tiefsinn oder Spinnerei ist. Und es taucht auch immer wieder Bremen, die Heimatstadt von Sänger Sven Regener, in den Songs von Element Of Crime auf.

„Der Eine kommt aus New Jersey, der Andere aus Minnesota und ich eben aus Bremen. Irgendwie schleichen sich diese Dinger da rein, und das ist auch richtig so“ so Regener.
Zusammen mit seinen Bandkollegen gibt er ein zweitägiges Gastspiel im Pier 2. Dann wird sicherlich auch wieder vom Graben hinter Huchting, dem Steintor und der Nordsee die Rede sein. Dabei steht neben alten Klassikern das aktuelle Album „Schafe, Monster und Mäuse“ im Mittelpunkt. Darauf finden sich Soulballaden wie „Am ersten Sonntag nach dem Weltuntergang“, Chansons wie „Bevor ich dich traf“, Folksongs wie „Die Party am Schlesischen Tor“, Pubrock-Kracher wie „Ein Brot und eine Tüte“, Desert-Rock-Aufschneidereien wie „Stein, Schere, Papier“ und vieles mehr.

Vieles klingt bekannt und dann noch einmal ein wenig anders. Wenn bei „Am ersten Sonntag“ Jakob Iljas artrockige Kaputtgitarre in den Soloteil sägt, wenn bei „Bevor ich dich traf“ die wienerischen Geigen in die letzte Strophe einfräsen, wenn bei „Die Party am Schlesischen Tor“ eine psychedelisch krachende Blaskapelle durchs Bild wankt, wenn ständig Dinge passieren, auf die man nicht gefasst sein kann. Wenn Richard Pappik die Tempi verschleppt und beschleunigt, wie es gerade sein muss, mit Rhythmen und Klangfarben jongliert und sein schmutziges Spiel mit einer Rockmusik spielt, die auf dieser Platte immer wieder neu definiert wird. Dazu verteilt Regeners knarzige Stimme Poesie, als werfe er Fleischfetzen auf einen Grill aus alten Ölfässern.

Freitag und Samstag, 17. und 18. Mai, Pier 2, jeweils 20 Uhr