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„Wer sind wir“

Mittwoch, 6. Juli: Lena Gorelik liest im Schlachthof

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Foto: Charlotte Troll

Ein Mädchen reist mit den Eltern, der Großmutter und ihrem Bruder nach Deutschland aus, in die Freiheit. Was sie dafür zurücklässt, sind ihre geliebte Hündin Asta, die Märchen-Telefonnummer und fast alles, was sie mit Djeduschka (Opa) verbindet – letztlich ihre Kindheit. Im Westen merkt die Elfjährige, dass sie jetzt eine andere und „die Fremde“ ist. Ein Flüchtlingskind im selbst geschneiderten Parka. Das Mädchen spricht die ungewohnten deutschen Wörter so komisch aus. Die anderen lachen. Auch für die Eltern ist es schwer, im Sehnsuchtswesten wächst ihre russische Nostalgie. Und die stolze Großmutter, die mal einen Betrieb leitete, ist hier einfach eine alte Frau. Die Vorstellungen darüber, was Freiheit ist, was sie erlaubt, unterscheiden sich zwischen Eltern und Tochter immer mehr.

1981 in Sankt Petersburg geboren, kam Lena Gorelik 1992 zusammen mit ihrer russisch-jüdischen Familie als „Kontingentflüchtling“ nach Deutschland. Nach ihrer Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München absolvierte sie den Studiengang Osteuropastudien. 2004 veröffentlichte sie ihren Debütroman „Meine weißen Nächte“, zuletzt erschien „Die Listensammlerin“, für den sie den Buchpreis der Ravensburger Verlage 2014 erhielt. Bei ihrem Besuch im Bremer Schlachthof liest sie aus ihrem autobiografischen Roman „Wer sind wir“.