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Slapstick und Grazie

30. März: „Horoskop des Königs“ am Goetheplatz

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Erfolgsduo am Theater Bremen: Regisseur Tom Ryser (links) und der musikalische Leiter Yoel Gamzou. Foto: MÄR

Mit „Das Horoskop des Königs – L’ Étoile“ nimmt sich das Theater Bremen einer äußerst selten gespielten komischen Oper des Franzosen Emmanuel Chabrier an. Tom Ryser (Regie) und Yoel Gamzou (musikalische Leitung), die schon gemeinsam „Lazarus“ inszenierten, erklären, warum sie das Stück unbedingt auf die Bühne des Theaters am Goetheplatz bringen wollen.

Warum dieses Stück?
Yoel Gamzou: Ich habe es 2014 rein zufällig an der Amsterdamer Oper entdeckt, weil ich eingeladen wurde. Ich hatte zuvor noch nie davon gehört, war dann aber so begeistert, dass ich mir das Stück gleich drei oder viermal innerhalb einer Woche angeguckt habe.

Was hat Sie so begeistert?
Yoel Gamzou: In der Regel sind Opernhandlungen nicht immer spannend. Zumeist geht es um eine unglückliche Liebesgeschichte. Beim „Horoskop des Königs“ ist das komplett anders. Es wird die Geschichte des Königs Ouf erzählt, der seine Geburtstage mit Hinrichtungen begeht, in diesem Jahr aber keinen Delinquenten findet. Doch dann beleidigt Hausierer Lazuli den König und er hat endlich ein Opfer gefunden. Zumindest bis der Hofastrologe Siroco warnt, dass Ouf laut der Sterne direkt nach Lazuli sterben werde. Und so wird ein Hausierer vom Todeskandidaten zum verwöhntesten Untertan des ganzen Landes. Eine Geschichte mit Witz, Slapstick, Grazie und Eleganz, an der ich wirklich drangeblieben bin.
Tom Ryser: Mich hat vor allem das Ironische und Zynische fasziniert. Ouf hat es geschafft, dass niemand gegen ihn aussagt – die perfekte Diktatur. Das Tragische daran ist nur, dass er so niemanden mehr hinrichten lassen kann …

In welcher Sprache inszenieren Sie die Oper?
Tom Ryser: Die Texte sind auf Deutsch, die Gesangsnummern bleiben französisch. Das Schwierige bei der Arbeit war, den Rhythmus der Komik ins Deutsche zu übersetzen, ohne, dass das Komische verloren geht.

Können Sie das Stück charakterisieren?
Yoel Gamzou: Das Stück ist sozusagen Satire und grotesk, aber nie platt. Ein extrem politisches Stück. Eine Kritik an der Zeit, aber ohne Hammer auf den Kopf.
Tom Ryser: Ich glaube, dass man sich, wenn man aus dem Stück kommt, komplett unterhalten fühlt, aber trotzdem denkt: „Moment, da war doch was!“

Premiere: Samstag, 30. März, Theater am Goetheplatz, 19.30 Uhr