Start Bremen Aktuelles Fünf Jahre Varieté-Vergnügen

Fünf Jahre Varieté-Vergnügen

GOP Bremen feiert Geburtstag: Philipp Peiniger und Christine Sollmann im Interview

102
Foto: KW

Am Weserufer leuchten seit wenigen Wochen drei rote Buchstaben an der Fassade des GOP Varieté-Theaters und weisen den Bewohnern der Stadt auch von dieser Seite aus den Weg in die bunte Welt der Bühnenkunst. Damit setzt das Haus ein Zeichen für seine Strahlkraft weit über die Überseestadt hinaus. Vor fünf Jahren hob sich dort zum ersten Mal der Vorhang. Im Interview lassen Direktor Philipp Peiniger und seine Stellvertreterin Christine Sollmann die vergangenen Jahre Revue passieren und sprechen über kommende Herausforderungen.

Engagieren sich im GOP Varieté-Theater Bremen für ein bestmögliches Zusammenspiel von Kunst, Kulinarik und Atmosphäre: Philipp Peiniger und Christine Sollmann. Foto: KW

Als das GOP am 8. September 2013 eröffnete, waren viele Bremer skeptisch, ob dieses Format in die Stadt passt. Heute ist das Haus kaum noch aus der Überseestadt wegzudenken. Was glauben Sie, hat die Bewohner dieser Stadt überzeugt?
Philipp Peiniger: Der „Run“ auf unsere Shows war von Anfang an groß und bereits an den ersten Abenden haben wir gemeinsam mit den Gästen eine tolle Atmosphäre erlebt. Ich war damals noch für die Leitung des gastronomischen Betriebs verantwortlich und der Kontakt zu den Besuchern war somit sehr direkt. Aus meiner Perspektive hat die Qualität der Darbietungen und des Services drum herum überzeugt. So konnten wir gleich voll durchstarten.

In Bremen eröffnete das sechste Haus der GOP-Gruppe. Gibt es Unterschiede zwischen den Standorten?
Christine Sollmann: Jede Stadt hat ihre Besonderheiten. 25 Jahre Erfahrung – das erste GOP-Haus eröffnete 1992 in Hannover – sind da natürlich ein großer Vorteil, um die Konzepte anzupassen. Die allgemeine Entwicklung geht in Richtung Konzeptshows, klassische Revue-Shows haben wir heute weniger.

Welche Shows waren rückblickend besonders erfolgreich?
Christine Sollmann: Die Show „Wet“ mit sechs Badewannen auf der Bühne war spektakulär und für uns eine große Herausforderung. Auch „Le Club“ war ein Highlight. Das Temperament der Künstler, von denen viele aus Afrika stammen, hat eine ganz eigene und authentische Stimmung erzeugt.

Foto: GOP

Peiniger: Im Herbst 2014 lief bei uns die Show „Rockabilly“. Dabei sind unsere Gäste und das Personal umfassend in die Welt der Show eingetaucht. Wir haben unser gastronomisches Konzept angepasst, es gab Burger und Milchshakes, die das Serviceteam in Petticoats und Jeans servierten. Im Foyer standen ein Chevrolet und eine Isetta. Es war eine Party, die zwei Monate gedauert hat. Auch für unsere Mitarbeiter war das wirklich toll, da alle ihren Teil dazu beigetragen haben.

Foto: GOP

Das Personal im Bremer GOP ist überdurchschnittlich jung. Wie wirkt sich das auf das Arbeitsklima aus?
Sollmann: Unser Team pflegt einen sehr familiären Umgang, das passt zu unserem Unternehmen, das damals von Familie Grote in Hannover gegründet wurde. Ich denke, dass die große Dynamik in unserem Haus eher daher rührt, dass wir uns alle zwei Monate auf eine neue Show einstellen und immer wieder neu erfinden.
Peiniger: Ich bin mit 38 Jahren einer der ältesten Mitarbeiter im Haus. Ich denke, der Austausch mit den jüngeren Mitarbeitern führt dazu, dass die älteren sich jung fühlen.

Gab es Shows, die nicht so gut liefen?
Sollmann: Wir können mit der Resonanz auf unsere bisherigen Shows mehr als zufrieden sein. Spannend ist, dass wir ganz unterschiedliche Gäste in unserem Haus begrüßen. Bei der Show „Rockstar“ waren es auffällig viele Männer mit Lederjacke und langem Haar, bei der Show „Impulse“ mit Modern-Dance-Elementen und elektronischer Musik waren viele junge, hippe und tanzbegeisterte Besucher bei uns. Andere wiederum kommen einfach zu jeder Show. Letztere mögen den roten Faden, die Prise GOP, die in jeder unserer Shows steckt.

Welche Ziele haben Sie für die kommenden Jahre anvisiert?
Peiniger: Die Show wird das zentrale Element bleiben. Wir versuchen aber, uns weiterzuentwickeln und uns mit zusätzlichen Angeboten neu zu positionieren. So ermöglichen wir unseren Gästen neuerdings die freie Trauung auf der Bühne, anschließend kann in unserem Restaurant Leander Hochzeit gefeiert werden. Neues macht uns sehr viel Spaß und so suchen wir immer neue Wege, um unser Haus zu vermarkten.
Sollmann: Auch unsere ADIAMO Eventlocation möchten wir weiter als besonderen Raum für private Feiern und Firmenveranstaltungen stärken. Es gibt in Bremen wenige Veranstaltungsräume dieser Größe, die so viel Flair haben.