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Ohne Anstand und Regeln

Premiere im Theater am Goetheplatz: Verdis letzte große Oper „Falstaff“ als Groteske auf Leben und Tod

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Foto: Jörg Landsberg
Sir John Falstaff pfeift auf Konvention und Anstand. Maximalen Genuss mit minimalsten Mitteln zu erreichen, das ist seine Devise. Er interessiert sich für Bett und Geld gleich zweier Damen. Und so macht er sich auch nicht die Mühe, die beiden verheirateten Frauen Alice Ford und Meg Page individuell zu einem Rendezvous einzuladen, sondern verfasst zwei identische Liebesbriefe. Es ist ein entscheidender strategischer Fehler, der im kleinbürgerlichen Windsor nicht gerade zimperlich geahndet wird: Erst landet Falstaff im Wäschekorb, dann in der Themse und schließlich im Wald – als Zielscheibe einer Menschenjagd, die mehr ist als eine harmlose Abreibung.
Seine letzte große Oper, es ist seine zweite komische überhaupt, schrieb Giuseppe Verdi mit knapp 80 Jahren: „Falstaff“ nach Shakespeares „Die lustigen Weiber von Windsor“. Am Pult steht der Generalmusikdirektor der Bremer Philharmoniker, Marko Letonja.  Regie führt, zum fünften Mal in Bremen, Paul-Georg Dittrich, der Verdis Alterswerk als Groteske auf Leben und Tod liest.
Premiere am Samstag, 29. Januar, Theater am Goetheplatz, 19.30 Uhr