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Öffentlich-rechtlicher Rundfunk aus der Region

Focke Museum: „Medienwelten. 75 Jahre Radio Bremen“

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Foto: Focke Museum

Ein Gastbeitrag von Kuratorin Dr. Doreen Franz

Radio Bremen ist die kleinste Landesrundfunkanstalt der ARD. Dennoch ist sie von großer Bedeutung für ihr Sendegebiet. Viele Bremerinnen und Bremer haben ihr Programm täglich im Ohr oder im Blick.

Das Radio ist dabei das älteste Medium. Wie oft wurde es schon totgesagt, dabei ist es heute, 100 Jahre nach der ersten Rundfunkübertragung in Deutschland, lebendiger als je zuvor. Drei von vier Menschen in Deutschland hören werktags Radio. Am häufigsten schalten wir morgens zwischen 7 und 9 Uhr ein. Das ist die sogenannte „drive time“, während der wir uns für den Tag bereit machen und zu Arbeit, Schule und Co. unterwegs sind. Radio Bremen sendet auf fünf Hörfunkwellen täglich 99 Stunden Programm. Von Bremen Eins, der ehemaligen „Hansawelle“ über Bremen Zwei, dem Kultursender, Bremen Vier und COSMO bis Bremen NEXT, der Jugendwelle.

Ab Mitte der 1950er-Jahre wurde die deutsche Medienlandschaft bunter. Zum Radiohören gesellte sich das Fernsehen, bis heute eine der liebsten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Ab 17 Uhr beginnt für viele von uns der Fernsehabend, häufig mit dem Programm der regionalen Sender, den „Dritten“. Radio Bremens erste TV-Produktion für die ARD flimmerte am 26. Januar 1958 über die Bildschirme: Im Ersten lief ein Interview mit dem Dichter Rudolf Alexander Schröder. Produziert wurde es noch im Funkhaus in der Vahr, auf der Heinrich-Hertz-Straße. Bald wurde es dort aber für Hörfunk und Fernsehen zu eng. Neue Räume mussten her, die 1967 in einem eigenen Fernsehgebäude in Bremen-Osterholz eingeweiht wurden. Von hier kamen nun viele Jahre die Fernsehproduktionen von Radio Bremen. Darunter auch das regionale Nachrichtenmagazin „buten un binnen“, das im September 1980 an den Start ging.

2007 erfolgte dann der bisher letzte große Umzug. Aus den beiden Standorten wurde ein gemeinsamer. Im neuen Funkhaus an der Weser sitzen nun alle Abteilungen unter einem Dach. Zu Hörfunk und Fernsehen sind noch die Onliner gekommen, denn Medieninhalte werden zunehmend digital genutzt. Seit der massenhaften Verbreitung des Smartphones am liebsten in kleinen Häppchen, zwischendurch und überall. Die Abteilungen im Funkhaus arbeiten nun enger zusammen, „trimedial“ wird das genannt. Von der Intendanz über die Redaktionen und das Archiv bis zum Gebäudemanagement: hier arbeiten alle daran, dass das öffentlich-rechtliche Programm aus Bremen und Bremerhaven auf unseren Radios, Fernsehern, Laptops, Tablets und Smartphones läuft.

Infos zur Ausstellung und zu digitalen Angeboten auf focke-museum.de.