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Mein Herz hüpft vor Freude

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Michaela Schaffrath (49), Schauspielerin. Foto: C. Anthonyo

Michaela Schaffrath ist Schauspielerin, Sprecherin und Moderatorin. In ihrer Kolumne entdeckt die Neubremerin für das STADTMAGAZIN Bremen die besonderen, verborgenen und weniger bekannten Orte der Hansestadt.

Getreu dem Titelthema „Es geht endlich los“ kann ich mich diesmal voll und ganz meiner geliebten Kunst und Kultur widmen. Nach monatelangem Verzichten und Warten werden in Bremen Tür und Tor für zahlreiche Veranstaltungen geöffnet. Mein Herz hüpft vor Freude! Nicht nur als Zuschauerin, sondern vor allem als Schauspielerin, die die Bühne und das Publikum so schmerzlich vermisst hat.

Das „Berufsverbot“ hat mir ziemlich zugesetzt, denn alleine in diesem Jahr wurden mir aufgrund der Pandemie zwei Engagements abgesagt. Unzählige Kollegen und Kolleginnen ereilte das gleiche Schicksal. Mal abgesehen von den finanziellen Konsequenzen, macht es was mit einem, wenn man das, was man liebt, nicht ausüben darf. Mein geschätzter Freund und Kollege Ben Becker hat vor Kurzem in einem Interview gesagt: „Das ist, wie wenn Sie einem Maler die Pinsel und die Farben wegnehmen. Das tut weh!“

Aber jetzt gibt es Licht am Horizont und ein weiteres Stück „Normalität“ kehrt in unseren Alltag zurück. Egal ob Ihr Herz für die Musik, das Schauspiel oder die Kunstgeschichte schlägt, unsere Stadt hat für jeden etwas zu bieten. Ausgefeilte Hygienekonzepte und die (hoffentlich) traumhaften Sommermonate ermöglichen die meisten Aktivitäten im Freien. So ist zum Beispiel das Theater Bremen in die Wallanlagen „umgezogen“ und präsentiert im Theatergarten diverse Open-Air-Produktionen. Auf der Seebühne an der Waterfront sind mehr als 50 Aufführungen sämtlicher Genres von Comedy, Jazz, Rock&Pop bis hin zur Klassik geplant. Der auf dem Domshof errichtete „Open Space“ bietet bis September eine Bühne für Musik, Theater und Kunst. Das Open-Air-Kulturfestival „Breminale“ findet endlich wieder statt. Dieses Mal werden die Zelte nicht am Osterdeich aufgeschlagen, sondern an fünf verschiedenen Orten. Überall in Bremen wird Platz gemacht für Kunst und Kultur. Und glücklicherweise dürfen aber auch „indoor“ wieder Veranstaltungen stattfinden. Zum Beispiel startet das GOP am 9. Juli den Spielbetrieb. Selbstverständlich unter gewissen Auflagen, aber daran hält man sich doch gerne, wenn man sich endlich wieder „berieseln“ lassen darf.

Ich blicke voller Zuversicht in die Zukunft und kann es kaum erwarten, bald selbst wieder auf der Bühne zu stehen. Bis dahin genieße ich das traumhafte und abwechslungsreiche Angebot hier in Bremen. Und ich wünsche auch Ihnen ganz viele schöne, unterhaltsame Stunden und hüpfende Herzen!