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„Man passt aufeinander auf“

Auf einen Kaffee mit Stachy.DJ, musikalischer Leiter der GOP-Show „Elektro“

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Früher bei Fischmob, jetzt im GOP: Stachy.DJ. Foto: MÄR

In den 90er Jahren revolutionierte er mit den Hip-Hop-Punks von Fischmob den deutschsprachigen Rap, anschließend war er vor allem als Soundtüftler, DJ und Produzent in Sachen Techno unterwegs. Mittlerweile steht er als DJ bei einem ungewöhnlichen Projekt im GOP auf der Bühne. Dort trifft elektronische Musik auf Lichtdesign und Artistik, bilden die Songs von Kraftwerk, Jean Michelle Jarre, Anne Clark oder auch Scooter den Rahmen für Diabolo, Trapez und Cry Wheel. Und über allem wacht Stachy.DJ an seinem Pult wie ein Marionettenspieler, der die Fäden fest in der Hand hält. Wir trafen den knapp 50-Jährigen auf einen Kaffee, um mit ihm über das Stück zu sprechen.

Welchen Kaffee trinken Sie gern?
Heute mal Milchkaffee. Sonst gerne Latte Macchiato, den aber nach Mokka-Machart. Und was ich gar nicht mehr trinke, ist Filterkaffee (lacht).

Vom Mob zum GOP. Wie kam es dazu?
Das ist eine längere Geschichte, ich versuche es trotzdem kurz zu machen. Fischmob war sehr intensiv und exzessiv. Nach sieben Jahren Hamburg wollte ich zudem etwas Neues machen. Ich bin nach Dresden gezogen, habe eine Familie gegründet und eigentlich immer Musik gemacht. Zunächst noch viel als DJ unterwegs, habe ich mich anschließend immer mehr aufs Produzieren konzentriert. In der Regel arbeite ich mittlerweile eher im Hintergrund, habe aber zwischen Fischmob und dem GOP auch schon als musikalischer Leiter bei Stücken an Theatern gearbeitet. Als das GOP dann für das Stück „Elektro“ jemand suchte, der für das Livecontrolling auf der Bühne zuständig sein kann und neben der Musikproduktion das DJ-ing beherrscht und außerdem nicht bühnenscheu ist, ist man auf mich gestoßen.

Wie haben Sie die Entstehung des Stückes erlebt?
Ich kam dazu, als die Show schon in der Entstehungsphase war. Bei „Elektro“ gibt es ein Zusammenspiel von Artistik, Licht und Sound. Um diese drei Teile auf einen Nenner zu bringen, muss man alles parallel entwickeln. Zusammen mit der Cast und dem Regisseur ist es uns zusammen gelungen, am Ende das Stück innerhalb von vier Wochen bühnenreif zu bekommen.

Sie wirken auf der Bühne wie ein Dirigent, der alles im Griff hat …
Es gehört für mich zur Show, dass ich alles im Blick behalte. Das Timing ist das A und das O und wird von der Musik mitbestimmt. Es gibt aber auch Parts, wo die Musik untergeordnet ist und man auf die Artistik achten muss. Gleiches gilt für die
Videosequenzen. Wenn man nicht aufpasst, kann viel danebengehen.

Können Sie während der Show reagieren?
Ja, wir performen alle live auf der Bühne. Die Instrumente, die zu sehen sind, werden live gespielt. Ich spiele sozusagen ein komplettes Set und muss dabei auch auf die Artisten reagieren können. Ich gucke, wo auf der Bühne sie sich befinden. Dadurch entwickelt sich eine Art Kommunikation zwischen den Artisten und mir. Man passt aufeinander auf. Es gibt eine sehr starke Symbiose und Abhängigkeit. Es ist nicht so, dass ich nur auf „Play“ drücke und der Abend läuft.

„Elektro“ noch bis zum 25. Oktober im GOP. Weitere Infos unter www.variete.de.