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Nostalgischer Blick zurück

11. April: Progrock-Legende Ian Anderson gastiert mit Jethro Tull im Metropol Theater

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Ian Anderson und seine Band Jethro Tull zählen auch nach mehr als 50 Jahren noch immer zu den wichtigsten Vertretern des Progressive Rock. Foto: Travis Latam

Als Ian Anderson 1967 mit seiner Band Jethro Tull die Querflöte in die Rockmusik einführte, konnte er sie selbst noch gar nicht richtig spielen. Dennoch gehören Jethro Tull auch nach mehr als 50 Jahren noch immer zu den wichtigsten Vertretern des Progressive Rock, was in ihrem Fall dann wieder an der Flöte liegt. Bandleader Ian Anderson erklärt im Interview, warum er sich für das Instrument entschied.

An welchem Punkt haben Sie sich dazu entschieden, Flöte zu spielen – und warum?
Ich wechselte von der Gitarre zur Flöte, als 1967 in der Folge von Eric Clapton sehr viele großartige Gitarristen empor kamen. Ich war nicht schlecht, aber niemals so gut. Also ging ich zum Musikladen um die Ecke und tauschte meine Fender-Strat gegen eine billige Studentenflöte und ein Shure-Unidyne-III-Mikrofon.

Sie haben Ihre erste Flöte also gekauft, ohne das Instrument spielen zu können?
Das kann man so sagen. Ich habe gleich versucht, auf der neuen Flöte zu spielen und keinen Ton herausbekommen. Ein paar Monate später probierte ich es erneut und schaffte einen Ton. Dann gelangen mir immer mehr. Ich probierte so lange, bis ich die Blues-Skala spielen konnte. Etwa ein halbes Jahr nach dem Kauf der ersten Flöte bin ich im Marquee Club aufgetreten – und die britische Musikpresse wurde auf mich aufmerksam.

Wie haben Sie die Songs für Ihr aktuelles Best-of-Album „50 for 50“ ausgewählt, mit dem Sie jetzt auf Tour sind ?
Ich hatte anfangs eine lange Liste, die dann immer kürzer wurde. Ich habe versucht, die unterschiedlichen Alben und Stile der Musik zu vergleichen und abzuwägen. Dann kamen detaillierte Kriterien wie die Schlüssel eines Songs, Tempi, Dynamik und Stimmungen. Nachdem ich all das gemacht hatte, habe ich meine Auswahl mit der der Jungs von Warner Music verglichen. Und siehe da: Wir waren nur bei zwei Songs auseinander. So viel zu meiner vorsichtigen wissenschaftlichen und künstlerischen Analyse!

Arbeiten Sie auch an neuen Songs?
Ja. Vier sind komplett fertig und drei zur Hälfte. Aufgrund meiner Tournee ist eine neue Veröffentlichung aber erst für Mai 2020 geplant.

Beim Konzert in Bremen spielen Sie in einem Theater. Ist das etwas Besonderes für Sie?
Eigentlich nicht, ich spiele oft in Theatern oder klassischen Konzerträumen. Es sind sogar meine bevorzugten Locations für Konzerte. Ich mochte Sportarenen oder riesige Hallen noch nie so gerne. Ich mag den Theaterkontext und das sitzende, ruhige Publikum – egal ob in der Carnegie Hall, der Royal Albert Hall oder einem uralten römischen oder griechischem Amphitheater.

Was können die Zuschauer von Ihrem Auftritt erwarten?
Einen umfangreichen und nostalgischen Blick auf die ersten zehn Jahre Bandgeschichte. Es wird Vintage-Videos auf einem großen Bildschirm geben und es ist ein Konzert für die ganze Familie – nicht selten kommen drei Generationen von Zuschauern zu meinen Konzerten. Aber verstehen Sie mich nicht falsch: Es gibt erwachsenen Progressive Rock, keine Pop-Musik oder Easy-Listening!

Donnerstag, 11. April, Metropol Theater, 20 Uhr

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