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„Als ob jemand den Schalter umlegt“

Mia Julia tritt bei „Bremen Olé“ unter anderem mit Michael Wendler, Die Atzen und Oli P. auf der Bürgerweide auf

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Foto: M. Lowrey

Als Mia Magma wurde sie ein Star in der Pornoszene, bis sie sich 2012 aus der Branche zurückzog. Seit 2013 tritt sie unter dem Künstlernamen Mia Julia als Schlagersängerin auf und gehört mit dem von ihr kreierten „Mallorca Style“ und Hits wie „M.I.A. meine Gang“, „Mallorca, da bin ich daheim“, und „Scheiß auf Schickimicki“ zu einer der wichtigsten deutschsprachigen Partysängerinnen am Ballermann. Im Interview erklärt Mia Julia Brückner, wie die 33-Jährige mit bürgerlichem Namen heißt, wie sie zur Musik gekommen ist, wie schwer es für sie war, in der Szene Fuß zu fassen und was das schönste Kompliment für sie ist.

Wie sind Sie zur Musik gekommen?
Über Umwege. 2012 war ich auf dem Cover der „FHM“ und wurde zum großen „Mallorca Saison Opening“ nach Mallorca eingeladen. Dort sprachen mich zahlreiche Gäste an, welche Songs ich singen und wo ich auftreten würde. Ich konnte damals immer nur sagen, dass ich gar nicht singe …

Warum haben Sie es doch versucht?
Weil mich so viele darauf ansprachen. Zudem meinten meine Freunde, dass ich eine Rampensau sei und es unbedingt mal versuchen müsste. Also beschloss ich, es einmal auszuprobieren.

Hatten Sie denn bis dahin irgendwelche gesanglichen Erfahrungen?
Eigentlich nicht, ich hatte lediglich als Kind im Kirchenchor gesungen.

Und wie ging es dann weiter?
Ich war vorher noch nie auf Mallorca, stand aber bereits einen Monat später im Oberbayern erstmals auf der Bühne, mit einem etwa halbstündigem Programm aus Coversongs. Der Chef hat mich dann gleich für die nächsten acht Wochen gebucht. Also dachte ich mir, dass man das weiter versuchen könnte. Wir haben dann angefangen, an eigenen Songs zu arbeiten und dabei quasi den „Mallorca Style“ erfunden.

Was genau ist der „Mallorca Style“?
Er ist laut, EDM-lastig und hat Hip-Hop-Einflüsse. Der Sound bringt gute Stimmung, regt zum Mitgrölen, auf den Tisch springen und feiern an. Eine Mischung aus allem, kurzum irgendwie ich.

Wie entsteht bei Ihnen ein Song?
Die Songs, die am besten funktioniert haben, haben mein Mann und ich kreiert. Wir haben uns hingesetzt und uns überlegt, was am besten passen könnte und was uns am meisten Spaß machen würde. Das Ganze wurde dann mehrmals hin und hergedreht. Zuerst war in der Regel die Musik da, anschließend kam der Text. Wobei das auch ziemlich oft gleichzeitig kam.

Sie gehören seit 2013 zur „Mallorca-Szene“. Es gibt dort auch einige Platzhirsche. War es schwierig, in die Szene dort reinzukommen?
Ich kam auf die Insel und hatte aufgrund meiner Vergangenheit in der Erotikbranche schon einen gewissen Bekanntheitsgrad. Doch während ich dachte, dass könnte meiner Karriere auf Mallorca vielleicht dienlich sein, erwies sich das als das genaue Gegenteil. Viele Kollegen haben mich anfangs boykottiert. Die Szene ist sehr männerdominiert und ich musste schon kämpfen, um mich durchsetzen. Am Ende hat es dann aber ja ganz gut geklappt.

Sie gelten als Gute-Laune-Wunder auf der Bühne. Haben Sie dafür ein Geheimrezept?
Nein, auch ich habe mal schlechte Laune, wenn es Probleme gibt. Wenn ich aber auf der Bühne stehe, ist es so, als ob jemand den Schalter umlegt. Und das bin ich meinen Fans auch schuldig.

Wenn Sie auftreten, spielt – zumindest beim Publikum – auch der Alkoholkonsum eine Rolle …
Also erstens bin ich immer nüchtern, wenn ich auftrete. Und zweitens ist es auch nicht so, dass bei meinen Konzerten alle betrunken sind. Ich glaube, da entsteht oftmals ein falsches Bild. Meistens ist es bei Weitem nicht so schlimm, wie es nach außen dargestellt wird. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass viele meiner Fans bei den Konzerten nüchtern sind. Natürlich ist meine Musik zum Feiern gedacht, aber ich bekomme öfter auch Zuschriften, dass man mich auch nüchtern im Auto hört. Das ist dann das schönste Kompliment (lacht).

Zu Bremen Olé:

Die geballte Ladung Schlager und Partymusik gibt es nur auf Mallorca? Von wegen! Als größte Open-Air-Partyreihe Deutschlands bespielt das Format Olé-Party jedes Jahr aufs Neue verschiedene Freiluftbühnen der Republik und vereint Stars und Sternchen. Am 20. Juli veranstaltet Bremen Olé bereits zum zwölften Mal einen elfstündigen Partymarathon auf der Bürgerweide. Von 12 bis 23 Uhr erwartet das Publikum sowohl altbekannte Olé-Acts als auch Künstler, die das Open Air erstmals musikalisch verstärken. Neben Mia Julia sind unter anderem dabei: Michael Wendler, Lorenz Büffel, Pietro Lombardi, Die Atzen, Hermes House Band, Oli P. und Michelle.

Wir verlosen 3×2 Tickets für das Open Air. Schicken Sie uns bis zum 10. Juli eine E-Mail mit dem Betreff „Bremen Olé“ sowie Ihren Kontaktdaten an verlosung@stadtmagazin-bremen.de. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.