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Grillmaster Flash: „Ich habe einen Unterhaltungsauftrag“

9. Februar: Tourabschluss mit Lässing im Tower

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Foto: Hannes Rademacher

„Ich war nie Rock’n’Roll“ singt Christian Wesemann aka Grillmaster Flash auf seinem ersten Album „Andere Leude My Ass“. Das mag man gar nicht glauben. Wenn man seine Musik hört, scheint der Sänger die Rockattitüde praktisch im Blut zu haben. Gleiches gilt, wenn man ihn in Unterhemd und Rockerpose auf der Bühne erlebt. Dann erinnert er teilweise sogar ein wenig an den großen Bruce Springsteen. Da kann es auch kein Zufall sein, dass das Cover des eingangs erwähnten Albums stark an „Born In The USA“ erinnert.

Der gebürtige Blumenthaler, dessen Erscheinungsbild durch Jeansjacke, Chucks, selbst gedrehte Zigarette und einen Hauch jugendlicher Punk-Attitüde geprägt ist, hat das Gitarrespielen praktisch ganz erdig erlernt. „Eigentlich wollte ich ja Schlagzeug spielen, aber das war meinen Eltern zu laut. Also Gitarre. Mit zwölf habe ich dann Unterricht bei einem Heavy-Metal-Typ in der Grohner Düne genommen. Irgendwo im 14. Stock, glaube ich. So habe ich am Anfang hauptsächlich klassische Metal-Riffs gelernt, kann damit aber eigentlich heute gar nichts mehr anfangen.“

Relativ schnell spielte „Grilli“, wie er zumeist genannt wird, in diversen Schülerbands. Seitdem er 15 Jahre ist, spielt er quasi pausenlos in Bands. „Musik ist für mich das Wichtigste“, so Grilli, der hofft, irgendwann einmal komplett davon leben zu können. Derzeit verdient er sein Geld hauptsächlich als Barkraft in einer Bremer Kneipe – auch wenn er gerade auf seiner ersten Headliner-Tour ist. Zuvor war er bereits im Vorprogramm von Madsen und Kettcar zu sehen. Mit seinem 2018er Album „Stadion“ ist ihm der Sprung zum bekannten deutschen Plattenlabel Hotel Van Cleef gelungen, die ihn zugleich mit Lässing auf „Zwei Slacker geben Stoff“-Tour schickten.

Grillmaster Flash – der Name ist ein Überbleibsel aus seiner Bremen-Norder Jugend („Ich grille halt gerne“) – beschäftigt sich in seinen Songs mit Alltagsthemen. Die Texte wirken anfangs komisch, auch wenn er selbst das gar nicht so empfindet, scheinen beim zweiten Hinhören dann aber doch mehr Tiefe zu haben. Es geht um „Pleite gehen“, „Bier & Action“ oder „Hängen mit den Jungs“. Dabei erzählt er Geschichten aus Norddeutschland und macht ganz nebenbei Sottrum zum Rock’n’Roll Sehnsuchtsort.

Wenn er Songs schreibt, versteht sich „Grilli“ als Künstler, auf der Bühne zusammen mit seiner Band „The Jungs“ aber ganz klar als Handwerker: „Ich habe einen Unterhaltungsauftrag. Es ist egal, wie viele Leute da sind. Man muss auch vor zehn Leuten eine Show abziehen, als würde man vor einem vollen Stadion spielen.“ Auch wenn er behauptet, nie Rock’n’Roll gewesen zu sein, so hat „Grilli“ nach Meinung des STADTMAGAZIN Bremen die beste deutsche Rockplatte 2018 herausgebracht – und ist damit irgendwie zum „Boss von der Waterkant“ avanciert. Mit Spannung darf also der Tourabschluss im Tower erwartet werden.

Wir verlosen 3 x 2 Eintrittskarten. Schicken Sie bis zum 7. Februar eine E-Mail mit dem Betreff „Grilli“ sowie Ihren Kontaktdaten an verlosung@stadtmagazin-bremen.de. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Samstag, 9. Februar, Tower, 20 Uhr