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Endlich wieder live

Das solidarische Projekt CLUB 100 soll die Bremer Kultur- und Veranstaltungsszene neu beleben

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Foto: MÄR

Von Livemusik, Lesungen oder gar Poetry-Slams hatten aufgrund der Pandemie wohl viele bis auf Weiteres aufgehört zu träumen. Jetzt könnte dieser Traum dank des innovativen Konzeptes des solidarischen CLUB 100 im Pier 2 tatsächlich zur Realität werden. Via Stream im Internet und wenn es das Pandemiegeschehen zulässt sogar live vor Ort. Insgesamt sind bis zum 31. Mai 40 Veranstaltungen geplant an denen rund 20 Bremer Veranstalter, Clubs und Kollektive für das Programm verantwortlich sind.

„Es ist einfach super, wie gut das Projekt schon jetzt angenommen wird“, sagt Oliver Brock, Geschäftsführer von Hafensänger Konzerte und Betreiber des Pier 2 und des Tower Musikclubs, gegenüber dem STADTMAGAZIN. „Die Konzerte von Thees Uhlmann, Madsen, Versengold und Olli Schulz, die wir auf 100 Tickets beschränkt haben, waren binnen weniger Stunden ausverkauft.“ Und auch für den Livestream der Auftaktlesung von Vladimir Kaminer konnten mehr als 200 Onlinetickets abgesetzt werden. „Sollte es die Situation hergeben, werden wir noch weitere Tickets für das Liveerlebnis vor Ort in den Verkauf geben. Allen die leider keine Karten ergattern konnten, empfehle ich unseren Livestream“, so Brock.

Hinter dem solidarischen Projekt stehen Bremer Clubbesitzer und Veranstalter, ein Medienunternehmen und der Interessenverband Clubverstärker. Gemeinsam haben sie in den vergangenen Monaten intensiv an einem pandemiegerechten Konzept gearbeitet, welches das Erlebnis kultureller Live-Veranstaltungen wieder durchführbar macht – und vor allem einer ganzen Branche neues Leben einhauchen soll. So können im CLUB 100, sobald es das Infektionsgeschehen zulässt, nicht nur Veranstaltungen vor Publikum stattfinden, zusätzlich werden die Konzerte via Onlinestream übertragen, so dass jederzeit die Sicherheit gewährleistet ist. „Es geht schlichtweg um Existenzen. Veranstalter, Techniker, Sicherheitspersonal, Tresenkräfte. Hinter einem einzigen Konzert stehen nicht nur Künstler, sondern eine lange Wertschöpfungskette, die betroffen ist“, sagt Brock. Als Reaktion auf diese einschneidende Krise haben er, Gero Stubbe (Koopmann Concerts & Promotion), Victor Frei und Julia von Wild (Clubverstärker e.V.) und Christian Tipke (Sendefähig GmbH) das zukunftsweisende Projekt zur Förderung der Club- und Veranstaltungsszene in Bremen entwickelt und den CLUB 100 ins Leben gerufen.
Als Träger fungiert durch den Verein Clubverstärker dabei der Verband der hiesigen Musikspielstätten. Durch die Finanzierung aus dem von Kristina Vogt geführten Wirtschaftsressort, konnte das Kollektiv ein einzigartiges Förderprojekt für die Veranstaltungswirtschaft realisieren und die Erstellung eines komplexen Sicherheits- und Hygienekonzeptes in Auftrag geben. Dieses sorgt bei allen künftigen Shows dafür, dass weder Publikum noch Personal oder Künstlern einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. In einer bislang bundesweit einmaligen Aktion will der CLUB 100 so den Motor langsam wieder in Gang bringen. „Der Tag X, an dem alles wieder so ist, wie vorher, wird vorerst nicht kommen. Deswegen müssen wir Hybridmodelle wie dieses entwickeln und neue Wege finden, um sicher und zukunftsfähig Konzerte veranstalten zu können“, so von Julia von Wild.

Über „Club 100“:

Der „Club 100“ ist eine temporäre Aktion, die für den gesamten Projektzeitraum in den Räumlichkeiten des Pier 2 in Bremen beheimatet ist. Es ist bundesweit das erste solidarische Clubkonzept, in dem zu jeder Zeit unter pandemiegerechten Bedingungen veranstaltet werden kann. Alle Gewerke, die für die professionelle Durchführung einer Live-Veranstaltung benötigt werden, sind unter dem Aspekt der Solidarität eingebunden – und werden entsprechend finanziell unterstützt. Parallel zum Konzerterlebnis vor Ort bietet der CLUB 100 ein innovatives Streaming-Konzept an. So werden nicht nur qualitativ hochwertige Ausstrahlungen garantiert, sondern es wird ein neues Geschäftsmodell für die Branche entwickelt. Das Projekt CLUB 100 wird finanziert durch die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa und die Wirtschaftsförderung Bremen.