Start Veranstaltungen „Mein Soufflé war so fest wie ein Türstopper“

„Mein Soufflé war so fest wie ein Türstopper“

12. April: Star-Koch Steffen Henssler kocht in Bremerhaven

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Foto: Philipp Rathmer

Drei Restaurants, eine Kochschule, Protagonist in diversen TV-Formaten sowie Autor von sechs Kochbüchern. Wenn es um kulinarische Fähigkeiten geht, macht Steffen Henssler keiner so schnell etwas vor. Gleichzeitig beweist er immer wieder aufs Neue, dass Kochen und Entertainment durchaus miteinander vereinbar sind. Auch im Rahmen seines aktuellen Live-Programms „Henssler tischt auf …!“ versorgt der Hamburger sein Publikum neben schmackhaften Raffinessen und zwischen filetieren und flambieren mit jeder Menge persönlicher Anekdoten. Im Interview mit dem STADTMAGAZIN spricht Steffen Henssler über die Anfänge seiner Karriere, missratende Süßspeisen und erklärt, warum er von Superfoods nicht viel hält.

Sie gehören zu Deutschlands bekanntesten Fernsehköchen. Wie und wann entwickelte sich bei Ihnen die Begeisterung für die Kulinarik?
Steffen Henssler: Tatsächlich erst in der Ausbildung und somit relativ spät. Ich bin quasi in der Gastronomie groß geworden. Meine Oma hatte ein Ausflugslokal, mein Vater hat Koch und Kellner gelernt und sich Ende der Siebzigerjahre selbstständig gemacht. In diesem Restaurant bin ich aufgewachsen und habe auch immer fleißig im Service mitgearbeitet. Nach Ende meiner Schulzeit wollte ich dann gerne in die Gastronomie mit dem Ziel, ein richtig guter Oberkellner oder Restaurantbesitzer zu werden. Allerdings wusste ich, dass mir dazu auch Wissen über die Vorgänge in der Küche aneignen musste. Also begann ich schließlich in einem Sterne-Restaurant eine Koch-Lehre und siehe da, ich entdeckte meine Begeisterung fürs Kochen.

Wohin hätte es Sie verschlagen, wenn es am Herd nicht geklappt hätte?
Schwer zu sagen. Ich wäre wahrscheinlich gerne Musiker geworden, obwohl ich dafür überhaupt kein Talent habe.

Kochen Sie eigentlich auch noch für sich selbst oder darf es nach Feierabend doch mal eine Tiefkühlpizza sein?
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wann ich das letzte Mal eine Tiefkühl-Pizza gegessen habe. Zuhause schnell etwas zu kochen ist für mich eigentlich kein großer Aufwand, das läuft eher so nebenbei ab. Ich bin auch generell ein Freund von schnellen und unkomplizierten Gerichten.

Hand aufs Herz: Was sind die größten Missgeschicke und Fauxpas, die Ihnen in der Küche je unterlaufen sind?
Gerade am Anfang der Karriere ging natürlich einiges schief. Der öffentlichste Fauxpas passierte mir damals in der ZDF-Sendung „Lanz kocht“. Ich wollte ein Spekulatius-Soufflé zubereiten. Beim ersten Versuch ging das schon total daneben und sorgte für allgemeines Gelächter. Beim zweiten Mal war das Soufflé nicht besser sondern fast so fest wie ein Türstopper. Was Desserts betrifft, habe ich eine Zeit lang also wirklich, auch in meinen eigenen Sendungen, ziemlich schlecht abgeschnitten.

Ihr Lieblingsessen?
Am Ende des Tages ist es dann wahrscheinlich Sushi. Oder wenn es handfester sein soll: ­Petersilienkartoffeln.

Ob Smoothies, Bowls oder Superfoods, die Lebensmittelindustrie schlägt ständig mit Innovationen zu. Gibt es einen Food-Trend den Sie als überflüssig empfinden?
Das find ich bei der Vielzahl an Neuheiten die ständig auftauchen gar nicht so einfach zu bewerten. Viele Trends, vor allem Superfoods, halte ich für sehr Marketing-getrieben. Früher hat es Monate gedauert bis sich ein neuer Trend aus Amerika hier durchsetzen konnte. Durch die Sozialen Medien geht das heutzutage sehr viel schneller und man wird ständig mit irgendwelchen Neuheiten konfrontiert. Ich denke, man sollte sich einfach nicht verrückt machen lassen.

Wassermelonenkerne sollen jetzt der neueste Schrei sein …
Also ich bin froh über jeden Kern, der sich nicht in einer Wassermelone befindet. Manchmal fällt man echt vom Glauben ab, was die Leute sich ausdenken.

Zu guter Letzt: Was erwartet die Zuschauer bei „Henssler tischt auf …!“?
Pures Entertainment! Es geht auf der Bühne zur Sache. Ich koche meine derzeitigen Lieblingsgerichte, erzähle aus meinem Leben als Gastronom und bringe Leute zum Kochen, die das vielleicht gar nicht so gut können. Das ist teilweise ziemlich witzig. Außerdem zeige ich die Szenen meiner lustigsten und peinlichsten Fernsehauftritte. Da kommt ehrlich gesagt ganz schön was zusammen. Es wird also ein launiger Abend.

Für die Show am Donnerstag, 12. April, in der Stadthalle Bremerhaven um 20 Uhr verlosen wir 3×2 Karten. Schicken Sie bis zum 8. April eine E-Mail mit dem Betreff „Henssler“ an verlosung@stadtmagazin-bremen.de. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.