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„Kawumm“: Premiere im GOP Varieté-Theater

Regisseur und Hauptdarsteller Markus Pabst im Interview

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Markus Pabst.
Regisseur und Darsteller zugleich: Markus Pabst in „Kawumm“. Fotos: FR

Pflichtbewusst, pünktlich und vor allem eins: gelangweilt. Das ist der Beamte Herr Mutzmann, der im Rahmen der neuen GOP-Show „Kawumm“ versucht, seinem tristen Alltag zu entfliehen und sich dabei in eine bunte Fantasiewelt katapultiert. Verkörpert wird diese Rolle von Markus Pabst, der nicht nur selbst auf der Bühne steht, sondern im Vorfeld im Regie-Sessel saß. Im Interview mit dem STADTMAGAZIN erzählt der Künstler, wie er seiner 25-jährigen Bühnenabstinenz ein Ende setzte, was Herr Mutzmann mit seinem Vater gemeinsam hat und warum „Kawumm“ ein Wechselspiel aus Lüge und Wahrheit ist.

Herr Pabst, Sie werden in der Öffentlichkeit mitunter als „Tarantino des Varietés“ betitelt. Ziemlich schmeichelhaft, oder?
Das ist es, mittlerweile haben sich in der Öffentlichkeit jedoch verschiedene Titel etabliert. Die Tarantino-Bezeichnung rührt daher, da ich in der Vergangenheit vor allem Shows gemacht habe, in denen die Szenen sehr schnell gewechselt haben, was ungewöhnlich für das Varieté war. Auch die spannende Musikauswahl und das Inszenieren gegen den Mainstream trugen dazu bei. Ich wurde allerdings auch schon in der Öffentlichkeit auf andere Namen getauft, wie den „Varieté-Punk“, „Godfather of Varieté“ oder den „Varieté-Papst“, was logischerweise auf meinen Nachnamen zurückgeht. Die Bandbreite erstreckt sich folglich vom Punk bis zum Papst.

In „Kawumm“ führen Sie nicht nur Regie, sondern betreten nach 25 Jahren auch erstmals wieder als Darsteller die Bühne. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Die Idee ist im Grunde vor vier Jahren entstanden, als in Berlin mein Regiewerk „Der helle Wahnsinn“ aufgeführt wurde. Ich sagte damals spaßeshalber zu dem Produzenten, dass ich den Musiker „Rummelsnuff“ auf der Bühne ersetzen würde, wenn dieser krank werde. Schließlich hatten wie beide die gleiche Körperstatur wenn man davon absieht, dass er seine Fülle im Gegensatz zu mir einer großen Menge Muskelmasse zu verdanken hat. Als Rummelsnuff wirklich erkrankte, wurde aus dem Gag schließlich ernst und ich fand mich in einer Rolle wieder, die ich sonst vermutlich nie gespielt hätte. Das macht mir wahnsinnig Spaß und erweckte in mir den Wunsch, wieder längerfristig auf der Bühne zu stehen.

Lassen sich Regieposten und schauspielerische Rolle denn konfliktfrei miteinander verbinden?
Ich habe das Glück, im Rahmen von „Kawumm“ Pierre Caesar als Regie-Kollegen an meiner Seite gehabt zu haben, den ich bereits seit vielen Jahren kenne. Natürlich hatte ich selbst auch Einfluss auf die Show, jedoch bin ich der Meinung, dass man schon ein Auge von außerhalb braucht, wenn man sowohl Regie führt als auch selbst als Darsteller auf der Bühne steht.

Sie bezeichnen die neue GOP-Show als „eine nur halbwahre Geschichte, gespickt mit vielen Wahrheiten.“ Welche Aspekte beruhen auf wahren Ereignissen?
Natürlich ist die Handlung von „Kawumm“ im Grunde genommen erstunken und erlogen. Die Geschichte von einem Buchhalter, der durch Zahlen in andere Welten eintaucht, ist ein Märchen. Allerdings vermitteln auch Märchen Wahrheiten und genauso ist es im Fall dieser Show auch. Sie erzählt, was im Leben möglich ist, wenn man mit seiner Fantasie neue Türen öffnet. Ich möchte die Zuschauer folglich dazu ermutigen, nach dem Showbesuch und ihrer Rückkehr an den Arbeitsplatz ihren Alltag zumindest ein wenig verrückter zu gestalten.

Inwiefern erkennen Sie sich selbst in ihrer Rolle des Herrn Mutzmann wieder?
Diese Figur ist eher eine Hommage an meinen Vater, der ebenfalls als angestellter Prokurist den ganzen Tag mit Zahlen zu tun hatte. Als junger Mann, hatte er jedoch mit viel Spaß Schaufenster dekoriert, was er sehr vermisste. Einmal im Jahr hat mein Vater jedoch seine Kreativität erneut ausgelebt und zur Faschingszeit die ganze Wohnung dekoriert. Das war quasi sein Ausgleich zum tristen Berufsalltag, nach dem auch Herr Mutzmann strebt.

Das Wort „Kawumm“ steht für Explosives und Unerwartetes. Wie kamen Sie auf diesen Show-Titel?
Für mich war ehrlich gesagt der Untertitel „Die Geschichte vom dicken Mann, der beinahe nichts konnte“ entscheidend. Als Haupttitel eignet sich dieser natürlich nicht, da er einfach zu lang war. Ich schlug vor, einfach das Geräusch zum Shownamen zu machen, das ertönen würde, wenn ich auf die Bühne fallen würde. Da war der Titel
„Kawumm“ geboren. (JF)

„Kawumm“ gastiert von Samstag, 3. März bis einschließlich Sonntag, 6. Mai im GOP Varieté-Theater Bremen.

Nähere Informationen zu der neuen Show sowie zu den Spielzeiten gibt es unter www.variete.de

Tickets für die Show „Kawumm“ gibt es hier.