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„Die Location ist der Star“

Die Seebühne an der Waterfront: 43 Veranstaltungen an 38 Spieltagen / Dynamisches Sicherheitskonzept

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Unter anderem Fury In The Slaugherhouse sollen auf der Seebühne von Geschäftsführer Jörn Meyer im Sommer auftreten. Foto: Olaf Heine

Element Of Crime, Fury In The Slaughterhouse, Revolverheld, Ute Lemper, Markus Krebs, Till Brönner, Max Raabe und die Oper „Aida“ – vom 2. Juli bis zum 8. August steht auf der Open-Air-Bühne an der Waterfront reichlich Programm an. Wir sprachen mit Geschäftsführer Jörn Meyer, der auch das Metropol Theater Bremen betreibt, über die Herausforderungen der Seebühne in Pandemiezeiten.

Foto: F. T. Koch

Wie kamen Sie zur Idee für die Seebühne?
Es war der Wunsch, einen besonderen Veranstaltungsort für den Sommer zu schaffen. Was liegt da in Bremen näher als das Wasser? Ich wusste, dass das Theater Bremen vor einigen Jahren schon einmal eine Seebühne hatte. Seit 2019 habe ich mich intensiver damit beschäftigt. Im Prinzip gab es ausschließlich positive Rückmeldungen über die drei Spielzeiten des Theaters an der Waterfront.

Ist es nicht ein Wagnis, in Corona-Zeiten so ein Großprojekt aufzubauen?
Hätte es die „Förderung der Veranstaltungswirtschaft im Land Bremen zur Milderung der Corona bedingten Einnahmeausfälle“ nicht gegeben, die aus meiner Sicht genau für so etwas da ist, hätten wir dieses Risiko nicht eingehen können.

Ist die Seebühne ausschließlich als Corona-Projekt gedacht?
Sie ist weit mehr. Zum einen habe ich bereits 2019 mit den Planungen dafür angefangen. Zum anderen wollen wir sie als Ort für die Sommerbespielung auch in der Zukunft etablieren. Die Planungen für 2022 laufen bereits auf Hochtouren. Das Eröffnungswochenende soll immer das erste im Juli sein. Geplant ist dann eine Bespielung von etwa vier Wochen.

In diesem Jahr sind es knapp fünfeinhalb Wochen.
Das stimmt. Viele Akteure auf dem nationalen Markt suchen dringend nach Locations, wo sie im Sommer unter Corona-Bedingungen auftreten können. Es wird sicherlich viele kleinere und Kleinstveranstaltungen geben, aber die meisten großen Konzerte und Festivals wurden abgesagt, da dort unter anderem die Abstandsregeln schlecht eingehalten werden können.

Und das geht bei der Seebühne?
Ja, wir bekommen das hin, weil wir die eigentliche Kapazität von 3200 auf 950 senken. Deshalb spielen Element Of Crime und Revolverheld auch zweimal. Normalerweise kämen zu deren Konzerten jeweils 3000 bis 5000 oder mehr Zuschauer.
Rechnet sich ein solcher Auftritt für die Künstler überhaupt noch?
Es gibt ein großes Entgegenkommen aller. Da ist zum einen die eingangs erwähnte Förderung durch die WfB. Zudem wissen auch die Agenturen sowie deren Künstler, dass sie derzeit nicht die Gagen erzielen können, wie unter normalen Bedingungen. Ich glaube, derzeit ist jeder froh, überhaupt auftreten zu können.

Gab es ein besonderes Augenmerk beim Zusammenstellen des Programms?
Zuerst einmal gab es das Motto „Die Location ist der Star“. Es war uns wichtig, ein möglichst buntes Programm zusammenzustellen. Es gibt Pop, Rock, Klassik, Comedy, Theater, Poetry-Slam und Veranstaltungen für Kinder. Wir wollen alle Bremer abholen und aus diesem Grund möglichst viele Genres abdecken. Eigentlich waren auch internationale Acts geplant, aber aufgrund der Pandemie nicht realisierbar.

Wie wird, das Sicherheits- und Hygienekonzept aussehen?
Stand jetzt gehe ich davon aus, dass wir weiterhin den Abstand einhalten, deshalb die Begrenzung auf 950 Zuschauer. Auf dem Gelände müssen Masken getragen, Essen und Getränke am Platz eingenommen werden. In der Regel dauern die Veranstaltungen nicht länger als 90 Minuten und es gibt keine Pausen. Und wir sind natürlich unter freiem Himmel. Wir haben zudem ein dynamisches Konzept entwickelt, das sich an den jeweiligen Inzidenzen orientiert.

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