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Dieter Nuhr im Interview

16. Februar 2018: "Nuhr hier, nur heute“ in der ÖVB-Arena

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Dieter Nuhr ist heute 57 Jahre alt.
"Ich befrage mich selbst, antworte mir dann in schriftlicher Form und freue mich über Witze, die ich selber noch nicht kannte", sagt Dieter Nuhr im Interview mit dem STADTMAGAZIN Bremen über den Entstehungsprozess seines Programms. Foto: Jutta Hasshoff-Nuhr

Seit mehr als 30 Jahren spielt Dieter Nuhr auf der Bühne mit Worten. In seinem aktuellen Programm „Nuhr hier, nur heute“ prangert der 57-Jährige Kabarettist die jammerlappenmäßige Selbstmitleidigkeit der Deutschen an und geht auch auf das aktuelle politische Zeitgeschehen ein.

Sie kommen mit Ihrem aktuellen Programm „Nuhr hier, nur heute“. Gibt es dabei eigentlich einen festen Ablauf oder ändert sich das Programm aufgrund von Sondierungsgesprächen zu „Jamaika“ oder „Groko“ praktisch täglich?
Im Moment ist wirklich viel Wandel. Die Halbwertzeit von Themen wird immer kürzer. Gestern noch Sexismus, dann die afrikanische Schweinepest, morgen vielleicht schon Haarausfall durch Diesel. Alles wird schnelllebiger …

Wieviel Platz haben Sie für Improvisationen auf der Bühne?
Vor allem am Anfang ist da auch viel Improvisation gefragt. Ansonsten ist das Programm weitgehend geschrieben, lässt aber immer Platz für Spontanes. Bevor man vor ein paar tausend Leuten spricht, sollte man sich vorbereiten. Das erscheint mir zumindest zielführend, wenn man Wert darauf legt, nicht von der Bühne geprügelt zu werden.

Worum geht es in Ihrem Programm?
Um die allgemeine Befindlichkeit. Wir befinden uns seit Jahrzehnten in einer gepflegten Empörungsroutine. Mit dem bei uns üblichen „Früher war alles besser“ wird aufgeräumt. Die jammerlappenmäßige Selbstmitleidigkeit gehört ausgelacht. Das sehe ich als meine Aufgabe.

Wie entsteht bei Ihnen ein Tourneeprogramm?
Schriftlich, lesend, teilnehmend. Ich befrage mich selbst, antworte mir dann in schriftlicher Form und freue mich über Witze, die ich selber noch nicht kannte. Das klingt psychologisch fragwürdig, ist aber lustig.

Wie lange dauert es, bis ein Programm „bühnenreif“ ist?
Keine Ahnung, so etwas wächst. Ich schreibe ständig und setze dann irgendwann zusammen, das ist eine Lebensaufgabe.

Sind es derzeit gerade traumhafte Zeiten für Kabarettisten oder würden Sie sich auch mal ein bisschen mehr Ruhe wünschen?
Es sind eigentlich immer traumhafte Zeiten für Kabarettisten, schon weil die Menschen immer glauben, es sei gerade besonders turbulent. Was heute als irre Episode erscheint, ist schon in ein paar Jahren die gute alte Zeit. Ruhe habe ich dann, wenn ich tot bin. Dann dürfte der größte Stress vorbei sein.

Sie haben im vergangenen Jahr in China eine Fotoausstellung gemacht. Wie ist der Kontakt nach China entstanden?
Über einen Galeristen aus Stuttgart. Das war toll, die eigenen Bilder in Beijing zu sehen. Ich reise viel und freue mich, wenn alles international wird. Auf der Bühne bin ich ja an die deutsche Sprache gebunden, eigentlich schade.

Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?
Ich habe Kunst studiert und immer Bilder gemacht, weit bevor ich auf einer Bühne stand. Ich war erst Maler, dann habe ich mit selbstgebauten Fotokisten gearbeitet und am Ende mit richtigem Fotoequipment. Meine Bilder sind Teil eines multimedialen Lebenskonzeptes: Ich schaue mich um und mache was daraus. Mehr kann man nicht tun.

Haben Sie auch schon Fotos in, beziehungsweise von Bremen gemacht?
Ich fürchte, nein. Aber das ist ja mal eine Aufgabe für die Zukunft.

Dieter Nuhrtritt am Freitag, 16. Februar, 20 Uhr mit seinem aktuellen Programm „Nuhr hier, nur heute“ in der ÖVB-Arena auf. Wir verlosen 2×2 Tickets. Schicken Sie bis zum 10. Februar eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten sowie dem Betreff „Nuhr“ an verlosung@stadtmagazin-bremen.de.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.