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Autositz statt Theaterstuhl

„AutoLustSpiel“: Neues Festival in der Überseestadt will kulturellen Stillstand beenden

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Aufbauarbeiten in der Überseestadt: Bis zu 120 Autos sollen zukünftig bei den Vorstellungen Platz auf dem Gelände finden.Foto: Claudia Geerken

Wie funktioniert Kultur in Zeiten von Corona? Gar nicht, lautet die wahrscheinlichste Antwort von Pessimisten. Andere verweisen womöglich auf das virtuelle Sammelsurium aus Online-Seminaren, Wohnzimmerkonzerten und Streaming-Angeboten, das sich in den vergangenen Wochen und Monaten etabliert hat. In der Bremer Überseestadt haben Kulurliebhaber nun einen ganz anderen Ansatz realisiert.

Auf einem rund 4000 Quadratmeter großen Gelände zwischen Speicher XI, Energieleitzentrale und der Stauerei soll ein sogenanntes Incar-Kulturfestival jene Lücke füllen, die seit Ausbruch der Corona-Pandemie klafft. „AutoLustSpiel“ heißt das Format, das vom gemeinnützigen Kulturforum Speicher XI ins Leben gerufen wurde, und an das aktuell beliebte Konzept des Autokinos anknüpft. Vom 29. Mai bis 28. August finden täglich mehrere Inszenierungen aus den Bereichen Theater, Comedy und Kabarett den Weg auf die Bühne. Auch Konzerte, Lesungen und Poetry Slam sind geplant. Ein Ausblick: Am 5. Juni werden beispielsweise Bella Mare und die Beachboys auftreten, am 6. Juni wird der Bremer Sänger Flo Mega ans Mikrofon treten. Dennis Fischer hat seinen musikalischen Besuch für den 10. Juni angekündigt. Weitere beteiligte Protagonisten sind das Hafen-Revue-Theater, das Schnürschuh-Theater und das Bremer Kriminal-Theater. Bis zu 120 Autos finden auf der Fläche Platz. Insassen können das Bühnengeschehen dann auf zwei großen LED-Wänden verfolgen, der digitale Ton wird parallel über eine eigene Radiofrequenz übertragen. Tickets sind ausschließlich vorab online zu erwerben, eine Abendkasse wird es nicht geben. Die Karten müssen bei der Einfahrt sichtbar hinter die Windschutzscheibe gelegt werden. Das Verlassen das Pkws ist lediglich im Falle eines Toilettenganges mit Mund- und Nasenschutz gestattet. Zudem gilt ein allgemeines Abstandsgebot von 50 Metern. Mit dem Format „AutoLustSpiel“ wollen die Veranstalter Kreativen und Künstlern die Möglichkeit bieten, wieder vor Publikum aufzutreten und Einnahmen zu generieren, die seit Beginn der Pandemie entfallen.

Nähere Infos zum Bühnenprogramm und zu Buchungsmöglichkeiten gibt es unter www.autolustspiel.de.