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„Zeitreise hinter die Kulissen“

Osterwiese: Junge Schausteller inszenieren Ausstellung mit Objekten aus der hiesigen Volksfestgeschichte

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Der Bremer Schausteller Danny Müller. Foto: Kristina Wiede

Höher, schneller, weiter – diese Eigenschaften beschreiben die Entwicklung der Volksfeste trefflich. Doch es geht auch anders. Der 28-jährige Bremer Schausteller Danny Müller und weitere junge Kollegen laden die Besucher der Osterwiese ein, innezuhalten und einen Blick in die Geschichte der regionalen Jahrmärkte zu werfen.

Auf einer Fläche von etwa 25 mal 30 Metern inszeniert das Team ihre „Zeitreise hinter die Kulissen“, einen Rundgang mit zehn historischen Exponaten. Sie veranschaulichen die Entwicklung von damals bis heute. „Wir wollen mit unserer Ausstellung auf unsere Traditionen hinweisen“, sagt Müller, der selbst einer alten Bremer Schaustellerfamilie angehört. Auf den Bremer Märkten und im Umland führt er eine Familiengeschichte der Gaukler und Schausteller weiter, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen soll, und betreibt den Stand Schoko­früchte Deluxe.

Oldenburger Kramermarkt diente als Vorbild

So zählt zu den historischen Schmuckstücken neben alten Packwagen, einer Zugmaschine aus den 40er Jahren und einer zehn Meter langen Orgel auch ein historischer Schindelwagen. Diesen hat Danny Müllers Großvater vor 60 Jahren im Landkreis Diepholz bauen lassen. Heute ist Danny Müller Besitzer des Wagens, der den Schaustellern nach Feierabend als Treffpunkt dient.

„Die Idee zu unserer Ausstellung haben wir uns in Oldenburg abgeschaut, dort stehen auf dem Kramermarkt ebenfalls Exponate aus der Geschichte der Schausteller“, sagt Müller und ergänzt: „Wir haben uns dann in Bremen und umzu nach schönen, historischen Stücken umgeschaut.“ Erstmals haben nun auch die Gäste auf der Osterwiese die Möglichkeit, zu entschleunigen, sich auf Schautafeln über die alten Objekte und die Geschichte der Osterwiese zu informieren oder auf den dort platzierten Sitzflächen zu verweilen.

Unterstützung erhielten die jungen Schausteller von älteren Kollegen, die ihnen die Exponate zur Verfügung stellen, sowie von der Marktverwaltung, die den Junioren die Fläche zugestanden hat. „Dank gebührt außerdem den Vorständen beider Schaustellerverbände, die unserem Vorschlag zugestimmt haben“, so Müller.