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Vergängliche Kunst

Kollektiv nutzt altes Coca-Cola-Gelände auf Zeit

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Das ehemalige Coca-Cola-Gelände in Hemelingen. Foto: KW

Die Zusage kam kurz vor knapp, einen Tag vor der Ausstellungseröffnung. So legten sich die Mitglieder des Kollektivs Anfang Dezember noch einmal richtig ins Zeug, um ihre bunten Bilder an den Fassaden der ehemaligen Coca-Cola-Gebäude fertigzustellen. Drei Tage lang hatten Interessierte anschließend die Möglichkeit, das Gelände zu besuchen und die Ergebnisse der rund 100 beteiligten Kreativen zu bestaunen. Ermöglicht wurde das Projekt ­„DiscART – Kunst bis zum Ende“ größtenteils durch die Arbeit der Zwischenzeitzentrale, die für das über 10.000 Quadratmeter große Areal eine Nutzung auf Zeit erwirkt hatte.

 

„Als ich davon Wind bekam, haben meine Mitbewohnerin Marlene Kaiser und ich ein Konzept erarbeitet, um der Kunst einen Raum zu geben“, sagt Andreas Friedrich, Mitorganisator des Projekts. „Dann ging alles recht schnell“, sagt der Student der Freizeitwissenschaften. Nachdem die Zusage kam, wurde eine Ausschreibung initiiert, um ambitionierte Kreative zu finden. „Das Tolle an den Mitwirkenden ist ihre Vielfalt, wir haben von Kunststudierenden bis zu gestandenen Künstlerinnen und Künstlern alles dabei“, so Friedrich. Auch Schülerinnen und Schüler der benachbarten Grundschule an der Glockenstraße sowie der Martinsclub wurden einbezogen. „Es war uns enorm wichtig, gesellschaftsrelevante Themen, wie etwa Feminismus und soziale Teilhabe, in der Kunst zu reflektieren“, erklärt Friedrich.

Die Ergebnisse dieses Prozesses in Form von Graffiti, Illustrationen und Installationen konnten Interessierte bereits im Dezember sehen. Allerdings durfte bisher nur der äußere Bereich des Geländes zugänglich gemacht werden, die Halle blieb für die Besucher coronabedingt geschlossen. Trotz dieser Einschränkung kamen sie zahlreich, um an dem Rundgang teilzunehmen. An drei Tagen waren es etwa 2500 Menschen, die bei Schmuddelwetter die farbenfroh gestalteten Fassaden auf sich wirken ließen. „Die Resonanz war für uns überwältigend. Nun hoffen wir, im Frühjahr erneut öffnen zu können und im besten Falle auch die Halle zeigen zu dürfen“, so Friedrich.

Ein Teil der Ausstellung wurde bereits am Jahresende abgerissen. Gekauft wurde das Areal von der Immobiliengesellschaft Wohninvest aus Süddeutschland. Das Kunstprojekt wird unterstützt von der Sparkasse Bremen, Wohninvest-Academy, Cambio-Car­sharing, dem Farbdosenhersteller Montana-Cans, dem Hebebühnenanbieter Mateco, dem Stadtteilmarketing Hemelingen e. V. sowie dem Getränkehersteller Fritz-Kola aus Hamburg. Zusätzlich wird das Projekt von der Bremer Kulturbehörde gefördert. Außerdem bekommt die Ausstellung Unterstützung des Studierendenwerkes sowie des AStA der Universität & Hochschule Bremen.

Andreas Friedrich und Marlene Kaiser geben der Bremer Kunstszene einen Raum auf Zeit. Foto: Benjamin Eichler