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So arbeiteten die Meister

Ausstellungseröffnung in der Kunsthalle: "Kühles Licht und weite See. Niederländische Meisterzeichnungen und ihre Restaurierung"

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Eine Skizze des niederländischen Zeichners Leonaert Bramer in der Kunsthalle Bremen zeigt den Alltag der Arbeiter während des 17. Jahrhunderts.
Leonaert Bramer zählt zu den Künstlern, deren Zeichnungen in der neuen Ausstellung präsentiert werden. Seine Skizzen zeigen alltägliche Szenen, von denen er später ausgewählte Motive in aufwendige Gemälde übertrug. Foto: Kristina Wiede

Die niederländischen Zeichner des 16. bis 18. Jahrhunderts galten als Meister der Momentaufnahme. Zu Zeiten, als die Erfindung der Fotografie noch in ferner Zukunft lag, waren genaue Beobachtung und zeichnerisches Geschick gefragt, lange bevor ein Motiv in ein aufwändiges und teures Gemälde übertragen wurde. Doch wie genau arbeiteten die Künstler jener Epoche? Und wie können beschädigte Arbeiten restauriert werden, damit sie für das Publikum ansehnlich bleiben? Diese Fragen beantwortet die aktuelle Ausstellung „Kühles Licht und weite See. Niederländische Meisterzeichnungen und ihre Restaurierung“. 

Mehr als drei Jahre dauerte die Restaurierung von rund 1000 Zeichnungen, von denen nun eine Auswahl in der Kunsthalle zu sehen ist. Sie zeigt rund 180 Altmeisterzeichnungen. „Viele davon werden erstmals dem Publikum präsentiert und wir freuen uns sehr, diesen Schatz nun zeigen zu können“, sagte Christoph Grunenberg, Direktor der Kunsthalle Bremen, einen Tag vor Eröffnung im Rahmen eines Pressetermins vor Ort.

Kuratiert wurde die Ausstellung von Christien Melzer, die den umfangreichen Bestand sichtete und systematisch aufnahm. Die gezeigten Exponate sind in mehreren Räumen thematisch sortiert, wobei sich der mittige Raum als Herzstück erweist. Dort können Besucher unter anderem anhand von vorher/nachher-Ansichten die Arbeit der Restaurierung nachvollziehen und erfahren, wie das damals kostbare Gut Papier von Hand geschöpft und auf der Leine hängend getrocknet wurde.

Neben hochkarätigen und bekannten Werken, wie Anton van Dycks furiose Skizze „Samson Daila“ oder Jacob Jordaens Entwurf der „Darstellung im Tempel“, sind auch weniger populäre Gemälde Bestandteil der Ausstellung, die dem breiten Publikum bislang unbekannt geblieben sind. So zum Beispiel Abraham Bloemaerts Studie eines knorrigen alten Baumes oder die Zeichnung einer mit Seegras bewachsenen Muschel, die einst ein Matrose im Jahr 1698 anfertigte. „Wir möchten die ganze Vielfalt dieser Epoche zeigen. Dieser Anspruch hat uns dazu bewogen, auch anonyme und skurrile Blätter zu zeigen“, so Melzer.

Gefördert wurde die umfangreiche Konservierung und Restaurierung der Sammlung von der Hermann Reemtsma Stiftung.

Die Ausstellung „Kühles Licht und weite See. Niederländische Meisterzeichnungen und ihre Restaurierung“ ist vom 7. März bis  1. Juli 2018 in der Kunsthalle zu sehen.

Nähere Informationen zu den Inhalten sowie das Begleitprogramm zur Ausstellung finden Interessierte unter www.kunsthalle-bremen.de.