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Paula und ihre Sicht auf sich selbst

Museen Böttcherstraße: Sonderausstellung „Ich bin Ich – Paula Modersohn-Becker. Die Selbstbildnisse“

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Paula Modersohn-Becker: Selbstbildnis mit Kamelienzweig, 1906/ 07, Öltempera auf Pappe, 61,5x30,5 cm, Museum Folkwang, Essen

Mehr als 60 Selbstbildnisse zählt das Werk von Paula ­Modersohn-Becker. Was sind die Gründe dafür, dass die Malerin sich selbst so häufig zum Modell nahm? Und wie hat sich ihr Selbstbild auf künstlerischer Ebene verändert? Diesen Fragen widmet sich die Sonderausstellung „Ich bin Ich – Paula Modersohn-Becker“, die in den Museen Böttcherstraße eröffnet.

Gezeigt werden insgesamt 50 Selbstbildnisse und es bietet sich erstmals die Chance, diese Werkgruppe eingehend zu betrachten. Anhand der Bilder wird die künstlerische Entwicklung von Paula Becker, der Schülerin, zu Paula Modersohn-Becker, der Künstlerin, aus ihrer Perspektive nachvollziehbar. Die Sichtung aller Papierarbeiten der Künstlerin förderte weitere gezeichnete Selbstdarstellungen zutage. Die Vergleichbarkeit der Bilder, die sich über die Wiederholung des Motivs ergibt, zeigt, wie sehr Biografie und Kunst der Malerin verbunden waren.

Den Auftakt der Schau bilden die frühesten und eher unbekannten Arbeiten der Künstlerin aus den 1890er Jahren. Damals präsentiert sich Paula Becker als talentierte Schülerin, die Ausdrücke studiert und ihr eigenes Spiegelbild erforscht. 1900, als die Künstlerin sich erstmals in Paris aufhält, verändert sich ihr Stil sichtbar. Auch die Eheschließung mit Otto Modersohn prägt ihre Entwicklung. Die Lust am Experimentieren sowie die Begegnung mit anderen Kulturen und Künstlern treiben ihre Suche nach der großen Einfachheit voran. Das eigene Gesicht scheint zunehmend nur Mittel zu sein, um ihren Ideen und Vorstellungen Ausdruck zu verleihen. Insbesondere in den Werken ab 1905 reduziert sie ihr Gesicht fast zur Maske, so wie in dem „Selbstbildnis mit Kamelienzweig“ (1906/07). Es wird deutlich, dass sie zum Ende ihrer Schaffenszeit schon bei der Pose vor dem Spiegel oder der Kamera die Kompositionen mitgedacht hat.

Sonntag, 15. September, bis Sonntag, 9. Februar, Museen Böttcherstraße