Start Bremen Aktuelles „Komisch, dass es so etwas noch nicht gibt …“

„Komisch, dass es so etwas noch nicht gibt …“

Messe „Made in Bremen“ im BLG-Forum in der Überseestadt / Neue Termine

144
Zeigen, was Bremen so draufhat: Florian Wolff, Julia Windhoff und Stevie Schulze (v.l.n.r.). Foto: MiB

+++ Die Messe „Made in Bremen“ findet nicht wie geplant am 21. und 22. März statt. Hiermit folgt der Veranstalter der Anordnung des Bremer Senats, alle Veranstaltungen ab 1000 Teilnehmern zwischen dem 12. und 26. März abzusagen, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Nachholtermine sind der 6. und 7. Juni. +++

Eine Messe mit ausschließlich in Bremen und Umgebung entstandenen Produkten? Julia Windhoff, Stevie Schulze und Florian Wolff habe ihre Idee in die Tat umgesetzt.

„Made in Bremen“ – was genau ist das?
Florian Wolff: Es ist eine Messe, die zum ersten Mal ein breites Sortiment an Produkten und aktuelle Kunst zeigt, bei denen der berühmte rote Faden das Bundesland Bremen ist. Produzenten aus Bremen und umzu, ob groß oder klein, finden sich zusammen, um an einem Wochenende ihre Erzeugnisse feilzubieten und über ihr Schaffen zu informieren.

Wie sind Sie auf die Idee zu „Made in Bremen“ gekommen?
Julia Windhoff: Ich habe etwa eineinhalb Jahre im Weser-Kurier sonntags die Seite „Verraten und gekauft“ mit Inhalt bestückt. Dabei habe ich so viele spannende Produkte aus Bremen kennengelernt, dass ich dachte, das ist wirklich ein riesiges Potenzial, was Bremen da zu bieten hat. Und da bot es sich an, eine Veranstaltung zu entwickeln, bei der alle zusammenkommen. Dort kann man die Produkte live sehen und mit den Machern persönlich sprechen.

Worauf liegt bei der Messe das Hauptaugenmerk?
Stevie Schulze: Auf Produkten, die in Bremen und umzu erdacht und gemacht werden. Bremen hat ja auch über Gegenständliches hinaus viel an Ideen und Dienstleistungen zu bieten, was man als „made in Bremen“ bezeichnen muss. Aber um der ganzen Angebote Herr zu werden, haben wir beschlossen, zunächst in erster Linie Produkte zu zeigen. Da findet sich von Arzneimitteln, Designerteppichen und Mode über Schuhe und feine Papierwaren, erstklassigem Essen und Spirituosen bis hin zum Kunsthandwerk, Büchern und Musik wirklich alles – es gibt eine riesige Bandbreite.

Wer wird mit dabei sein?
Florian Wolff: Die 90 Messestände sind ausgebucht, es gibt aber eine Nachrückerliste und es gibt noch Platz für ein bis zwei Gastronomiestände. Das Tolle ist, es sind viele Ausstellerinnen und Aussteller dabei, die selten auf Messen zu finden sind, wie zum Beispiel Patel kommunikative Inszenierung oder Digitextil oder das Buddhawelt Teehaus – aber auch viele traditionsreiche Bremer Firmen wie zum Beispiel der Arzneimittelhersteller Roha, Suding & Soeken mit Reesa-Farben, die Konditorei Knigge, die Union-Brauerei oder auch die Sparkasse Bremen. Eine sehr demokratische Veranstaltung, könnte man sagen. Und das passt ja hervorragend zu Bremen!

Gibt es neben den Ausstellungsständen auch ein Programm?
Stevie Schulze: Es wird eine Workshop-Area geben, in der verschiedene Aussteller Mitmachaktionen anbieten, ihre Produkte erklären oder Tastings machen. Es werden Walk-Acts über die Messe laufen und lustige Situationen entstehen lassen oder musikalische Einlagen liefern. Kinder können beim Pappspielzeughersteller Calafant ordentlich malen und werkeln.

War es schwierig, die Bremer von Ihrem Konzept zu überzeugen?
Julia Windhoff: Gar nicht. Alle fanden es sofort toll und jeder konnte damit etwas anfangen. Einschließlich der Wirtschaftsförderung Bremen, die unser Projekt unterstützt. Einige haben sogar gesagt: „Komisch, dass es so etwas noch nicht gibt …“

Sie machen die Messe zum ersten Mal. Was waren die größten Schwierigkeiten, mit denen Sie zu kämpfen hatten?
Stevie Schulze: Die größte Schwierigkeit war es, einen passenden Ort zu finden. Wenn man sowas zum ersten Mal macht, darf es nicht zu groß und nicht zu klein sein. Es sollte auch einen bestimmten Charme haben und natürlich musste der Ort an einem bestimmten Termin frei sein – das war gar nicht so einfach. Wir sind jetzt sehr happy mit der Energieleitzentrale und dem BLG Forum. Eine sehr schöne Location mit einer langen Bremer Tradition an einem spannenden Ort, der Überseestadt.

Planen Sie „Made in Bremen“ als einmaliges Event oder gibt es eine Fortsetzung?
Florian Wolff: Wir könnten uns sehr gut eine Fortsetzung vorstellen, aber erst einmal muss jetzt dieses erste Mal gut über die Bühne gehen und natürlich auch entsprechend erfolgreich sein. Es gibt noch so viel mehr zu zeigen, da bietet sich eine Serie schon an.

Was erhoffen Sie sich vom ersten Mal?
Stevie Schulze: Wir hoffen, dass nicht nur wir und die Aussteller das neue Messekonzept so toll finden, sondern auch die Bremer, die zum Gucken, Shoppen und Probieren kommen. Wir erhoffen uns, dass möglichst viele Bremerinnen und Bremer und die, die von umzu kommen, die Begeisterung für Regionalität und Kreativität unseres Bundeslandes genauso feiern wie wir.

Und wenn Sie einen Wunsch frei hätten?
Julia Windhoff: Jan Böhmermann als Besucher bei der Messe und ein Foto von ihm mit „Made in Bremen T-Shirt“ auf seinem Instagram-Account.

Samstag, 6. Juni, 10 bis 20 Uhr und Sonntag, 7. Juni, 10 bis 18 Uhr, BLG-Forum.
Infos: www.madeinbremen2020.de