Start Veranstaltungen Ausstellung „Ikonen“-Ausstellung in der Kunsthalle

„Ikonen“-Ausstellung in der Kunsthalle

Von religiöser Anbetung bis zu alltäglichem Fankult

43
„Mona Lisa“, anonyme Kopie nach Leonardo da Vinci, deutsch oder niederländisch, 16./17. Jahrhundert. Foto: Staatsgalerie Stuttgart

„Alles muss raus!“ – diesem Motto folgte die Kunsthalle erst kürzlich und leerte all ihre Räumlichkeiten. Hintergrund ist die Ausstellung „Ikonen. Was wir Menschen anbeten“, mit der das Museum ein radikales Konzept realisiert und seine gesamte Fläche thematisch einer einzigen Ausstellung verschreibt.

Anhand von einzigartigen Werken aus neun Jahrhunderten können Besucher dem Phänomen der Ikone nachgehen und sich mit der Frage auseinandersetzen, inwieweit sich die Bedeutung und Verwendung des Begriffes gewandelt haben. So wird als Ikone ursprünglich ein religiöses Andachtsbild bezeichnet. Heute hat sich der Begriff weitgehend von den Heiligenbildern gelöst und wird in zahlreichen Zusammenhängen verwendet. Eine Ikone kann entsprechend mittlerweile fast alles und jeder sein, sei es aus dem Bereich Schauspielerei, Musik, Kunst oder der Werbe- und Markenwelt.

In jedem der insgesamt 60 Galerieräume wird lediglich ein Kunstwerk oder eine zusammenhängende Werkgruppe ausgestellt, die sich verschiedenen Darstellungen einer Ikone widmet, sei es von der russischen Ikone und mittelalterlichen Reliquien über Caspar David Friedrich, William Turner bis hin zu Andy Warhol, Andreas Gursky und Jeff Koons. Viele der Ausstellungsstücke sind berühmte Leihgaben aus bedeutenden Museen oder stammen aus Privatsammlungen. „Alltagsikonen“ wie Muhammad Ali, Beyoncé oder Karl Marx ergänzen die Auswahl, sodass das traditionelle Bildkonzept der Ikone mit dem Phänomen der Ikonisierung in unserer alltäglichen Lebenswelt kontrastiert wird.

Samstag, 19. Oktober, bis Sonntag, 3. März, Kunsthalle Bremen.