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Alles muss raus!

Sammlung der Bremer Kunsthalle verlässt das Museum / Dreiwöchige Schließung im Oktober

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Eines der ersten Werke, die im Juli abgehängt und nach Bilbao gebracht werden: Theodore Chassériaus „Jungen Mädchen (Melancholie)“. Foto: J.F.

Dem Lieblingswerk in der Kunsthalle Bremen auf Wiedersehen sagen – diesen Ratschlag gibt Museumsdirektor Christoph Grunenberg seinen Besuchern. Die Sammlung der Kunsthalle wird die Räumlichkeiten des Hauses verlassen und die einzelnen Werke ab Juli Schritt für Schritt abgebaut. Der Hintergrund jedoch, ist durchaus erfreulich.

„Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus“, kommentiert Christoph Gruneberg die anstehenden Maßnahmen des Museums und spielt damit auf ihren Hintergrund an. So muss die Kunsthalle Platz schaffen für die Ausstellung „Ikonen. Was wir Menschen anbeten“. Eine Ausstellung, die Gruneberg als „echtes Mammutprojekt“ bezeichnet. Als erste Schau in der Geschichte der Kunsthalle werden erstmalig alle Räumlichkeiten des Gebäudes bespielt und jedem Exponat ein eigener Raum gewidmet. „Dadurch wollen wir den Besuchern ermöglichen, sich intensiv mit einem Werk auseinanderzusetzen“, so Gruneberg. Bis zum 21. Juli werden die Arbeiten der Dauerausstellung komplett abgebaut und anschließend rund zehn Monate nicht zu sehen sein. Dem aufwendigen und zeitintensiven Charakter der Ausräumung geschuldet, bleibt die Kunsthalle vom 1. bis zum 18. Oktober zudem komplett geschlossen. Das Restaurant Canova ist davon nicht betroffen und bleibt zu den regulären Öffnungszeiten fortlaufend geöffnet.

Programm bis zur Schließzeit

Um den Betrieb so lange wie möglich zu erhalten und Kunstinteressierten gerecht zu werden, haben Besucher trotz der nach und nach scheidenden Sammlungsstücke die Möglichkeit, bis zur Schließzeit ausgewählte Ausstellungen zu erleben. So zeigt beispielsweise die Ausstellung „Tierischer Aufstand. 200 Jahre Bremer Stadtmusikanten“ noch bis zum 1. September den künstlerischen Umgang mit den vier Bremer Berühmtheiten. Die Eigenschau „Jeder Mensch ist ein Kosmos. Selbstporträts und Beziehungsbilder“ steht Interessierten vom 3. bis zum 29. September offen. Die Arbeiten der zeitgenössischen Malerin Karin Kneffel („Karin Kneffel. Still“) gastieren vom 21. Juni bis zum 29. September in der Kunsthalle. Zusätzlich bleibt die über drei Etagen verlaufende Installation von James Turrel bis zur dreiwöchigen Schließung erhalten.

Von Bremen nach Bilbao

Doch auch die Gemälde, Skulpturen und weiteren Exponate der Dauerausstellung, die weichen müssen, verstauben keineswegs im Keller. Rund 130 Werke aus der Bremer Sammlung gehen an das Guggenheim Museum im spanischen Bilbao. Darunter Arbeiten aus dem 19. bis mittleren 20. Jahrhunderts, die in Bilbao die Geschichte der Kunsthalle und ihre Sammlung illustrieren sollen. Alle anderen Ausstellungsstücke, welche die Hansestadt nicht verlassen, werden zwischenzeitlich im Depot gelagert. Im Frühjahr 2020 heißt das Museum dann seine aktualisierte Dauerausstellung willkommen, die sowohl alte als auch neue Exponate beinhalten wird. Museumsdirektor Christoph Gruneberg: „Wir wollen neue künstlerische Denkansätze ermöglichen“.

Die schrittweise Schließung der Dauerausstellung der Kunsthalle beginnt ab Montag, 1 Juli. Von Dienstag, 1. Oktober, bis Freitag, 18. Oktober bleibt das Museum komplett geschlossen.