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Kaufen, Klönen und Kulinarik

Der Findorffmarkt winkt mit reichhaltigem Angebot an frischen Produkten

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Erntefrische Produkte aus der Region und saisonale Vielfalt auf dem Wochenmarkt in Findorff – so macht der Einkauf Spaß. Foto: Jennifer Fahrenholz

Goldbraun gebackenes Dinkelbrot, Fleisch aus der Region, saisonale Gemüsesorten und extravagante Variationen an Antipasti – der Findorffmarkt lockt mit seinen Verkaufsständen und seinem vielfältigen Waren Besucher aus allen Bremer Stadtteilen an die Neukirchstraße. Doch nicht nur der traditionelle Wocheneinkauf wird hier getätigt. Auch Plaudereien, Tratsch und andere Gespräche finden ihren Platz.

Ein fester Kundenstamm

Eine graue Wolkendecke und beständiger Nieselregen – das Wetter zeigt sich an diesem Mittwochmorgen wahrlich nicht von seiner besten Seite. Die Besucher auf dem Findorffmarkt scheinen davon jedoch unbeeindruckt.

An den Verkaufsständen herrscht an diesem Tag reges Treiben und gute Laune. Vielerorts stehen die Leute trotz norddeutschem „Schied-Wetter“ an, um ihre Einkaufsliste abzuarbeiten. So auch Caroline Meier, die regelmäßig aus Osterholz-Scharmbeck den Weg in den Bremer Westen auf sich nimmt. „Hier kann ich mir sicher sein, frische und gute Produkte zu finden“, macht sie deutlich. Diese Ansicht teilt auch Annelore Balke, die die Zutaten für ihre Kochkurse stets auf dem Findorffmarkt einkauft. „Ich schätze die große Auswahl an saisonalen Waren“ betont die Besucherin. Die Zeiten ihrer Kurse habe sie dafür extra den Markttagen angepasst.

Immer der Nase nach

Ein kräftiger aufkommender Windzug veranlasst, den Reißverschluss der Winterjacke ein wenig höher zu ziehen. Zugleich strömen mit ihm verschiedene Gerüche in die eigene Nase, die ihren ­Ursprung an den verschiedenen Ständen haben.

Ob frisch gebackenes Brot aus dem rustikalen Holzofen, aromatischer Räucherfisch, herrliche Rosen oder süßliche Mandarinen, welche die ersten Weihnachtsassoziationen hervorrufen: Die Entscheidung, welchem Duft man zuerst folgen soll, ist nicht leicht. Also wird einfach drauf los probiert. Hier mal ein Stück warmes Brot, da mal eine pikante Olive und zwischendurch ein Stück würziger Rohmilchkäse. Überall laden Händler dazu ein, ihr kulinarisches Sortiment zu testen.

Den geselligen Klönschnack lassen sich die Besucher des Marktes vom ­Nieselregen nicht verderben. Foto: Jennifer Fahrenholz

Mehr als nur einkaufen

Doch nicht nur die sinnliche Vielfalt an Gerüchen und Geschmäckern kennzeichnet das Marktgeschehen. Es herrscht eine auffällig vertraute Atmosphäre auf der Fläche in der Neukirchstraße die beinahe familiär wirkt. Neben Müttern, die sich Kinderwagen schiebend grüßen, stehen vermehrt kleine Gruppen an Freunden, Nachbarn und Bekannten an Bistrotischen zusammen. Bei einer Tasse Kaffee oder einem Snack werden Pläne für die kommenden Feiertage ausgetauscht, Wetterprognosen für die nächsten Tage erstellt oder philosophische Gespräche über die Zukunft Werder Bremens geführt.

Für die Besucher des Findorffmarktes scheint es um mehr zu gehen, als um reines Einkaufen. Vielmehr dient der Markt als Ort des Zusammenkommens, des Austauschs und der Kontaktpflege. Dieser Eindruck setzt sich auch an den Marktständen fort. Vielerorts ist man beim „du“ – das bestätigt auch Familie Feldhaus, die ihren Kunden diverse Fleisch- und Wurstwaren anbieten. Neben reinen Verkaufsgesprächen bleibt hier auch noch Platz für ein wenig Smalltalk und Zubereitungstipps für die nächste Gänsebrust oder den Kaninchenbraten.

Nach einiger Zeit des Verweilens hat der Marktbesuch an diesem Morgen seine Spuren hinterlassen. Die Jacke ist klamm und die Hände von der Kälte gerötet. Vor allem ist man nach dem Probieren von diversen Leckereien und netten Gesprächen jedoch eins: satt und zufrieden. (JF)

Der Findorffmarkt findet immer dienstags und donnerstags von 8 bis 13 Uhr sowie samstags von 8 bis 14 Uhr an der Neukirchstraße statt.