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Feucht-fröhliches Gemeinschaftsprojekt

Anlässlich „Fisch & Feines“: Union Brauerei und Bremer Hobbybrauer kreieren Grünhopfenbier

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Haben das Geschehen im Läuterbottich im Blick: Brauingenieur Carsten Eger und Braumeisterin Doreen F. Gaumann. Fotos: JF

Mit der Genießermesse „Fisch und Feines“ verschreibt sich die Messe Bremen im November ein Wochenende lang kulinarischen Produkten und handwerklichen Erzeugnissen aus der Region. Auch das Craft-Beer-Event wird in diesem Jahr wieder Teil der Veranstaltung sein und einen Querschnitt an Bierspezialitäten aus ganz Deutschland präsentieren. Mit dabei: das Bremer Grünhopfenbier, das aus einem feucht-fröhlichem Gemeinschaftsprojekt der Union Brauerei mit ausgewählten Bremer Hobbybrauern hervorgegangen ist.

„Immer rein damit!“, ruft Carsten Eger seiner Kollegin Doreeen F. Gaumann zu. Konzentriert beobachten der Brauingenieur und die Braumeisterin wie zahlreiche grüne Dolden aus dem Sack rieseln und sich der robuste Läuterbottich füllt. Es ist Freitagvormittag, das Sudhaus der Union Brauerei im Stadtteil Walle hat geschlossen. Dennoch sind hier alle fleißig, denn heute steht eine besondere Aufgabe auf dem Programm: Der Sud für das Bremer Grünhopfenbier wird angesetzt. Ein Bier, das auf dem diesjährigen Craft-Beer-Event seine Premiere feiert und dort erstmals verköstigt werden kann. „Wir freuen uns, so ein besonderes Projekt auf der Messe präsentieren zu können“, sagt „Fisch & Feines“-Projektleiterin Julia Schröder. Bereits im letzten Jahr präsentierte die Messe ein Produkt, das aus einer Kooperation anlässlich des Events entstanden war.  Damals hatten bekannte Bremer Brauereien, darunter die Schüttinger Gasthausbrauerei und Grebhahns Bierhandwerk, die Köpfe zusammengesteckt und das sogenannte „Norddeutsche Altbier“ entwickelt. Nun dürfen Hobbybrauer ihr Wissen und Handwerk unter Beweis stellen.

16 Kilo frische Hopfendolden wurden für das Bier gezupft.

Einmal im Monat veranstaltet die Union Brauerei in ihren Räumlichkeiten einen gemeinsamen Hobbystammtisch. „Es ist total spannend, was dabei für Kreationen auf den Tisch kommen“, sagt Carsten Eger.  Als die Messe angefragt habe, ob die Gruppe ein exklusives Bier für das Craft-Beer-Event auf der „Fisch & Feines“ kreieren wolle, habe man nicht lange gezögert – und sich auf ein sogenanntes Grünhopfenbier geeinigt. Zwölf verschiedene Sorten der aromatischen Pflanze, alle eigens angebaut in den Gärten der teilnehmenden Hobbybrauer, treffen in der süffigen Neuheit aufeinander. Keine große Anzahl, angesichts der rund 300 verschiedenen Hopfenstämme, die es weltweit gibt – und trotzdem recht ungewöhnlich, wie Eger berichtet. „Viele Biere konzentrieren sich auf eine ausgewählte Hopfensorte und versuchen, dessen Aromaprofil herauszuarbeiten“, so der Brauingenieur und Biersommelier. „Einen Sud mit so vielen unterschiedlichen Arten habe ich selbst zuvor noch nie angesetzt“, sagt er und widmet sich wieder dem Geschehen in dem Läuterbottich, in dem es mittlerweile dampft und brodelt.

Wichtiger Bestandteil des Brauprozesses: der Läuterbottich.

Rund 16 Kilo frische Hopfendolden befinden sich in dem Gefäß, die allesamt am Vortag per Hand gezupft wurden. Doreen G. Gaumann blickt prüfend durch die beschlagene Luke und zeigt dann auf ein gegenüberliegendes Gefäß, das mit dem Läuterbottich über eine Leitung verbunden ist. „Jetzt wird die Würze aus der sogenannten Würzepfanne rüber gepumpt“, erklärt sie den Fortgang des Einbrauprozesses. Die Hopfen hätten so die Möglichkeit, ihre Aromen zu entfalten. Bis das Bier letztendlich genießbar ist, dauert es rund vier Wochen. „Die Vorstellung, man könne mal eben schnell Bier brauen, ist Quatsch“, macht Gaumann deutlich. Zwischen 1000 und 1100 Liter des Grünhopfenbieres sollen für die Messe produziert werden. Geschmacklich, peilen die Union Brauerei und ihre Partner eine weiche, sanft bittere Note an. „Wir hoffen auf ein schönes Aromaprofil“, sagt Carsten Eger. Ob die Bierkreation auch im Anschluss an die Messe käuflich zu erwerben sein wird, sei abhängig von dem Feedback der Besucher. Auch über den Namen für das Grünhopfenbier sei noch nicht final entschieden. „Im vergangenen Jahr haben wir auf dem Craft-Beer-Event ein Bier mit dem Titel ‚Etwas Dunkles‘ verkauft“, erinnert sich Eger. Ob das neue Grünhopfenbier den Namen „Etwas Grünes“ tragen werde? Der Brauingenieur lacht und sagt: „Wer weiß …?“

Die „Fisch und Feines“ findet von Freitag bis Sonntag, 8. bis 10. November, in den Hallen 2 und 3 sowie der ÖVB-Arena statt. Nähere Infos unter www.fisch-feines.de