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Da ist der Wurm drin!

Zwei Bremer starten mit erstem Insektenburger Deutschlands durch / Ab Juni im Supermarkt erhältlich

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Die beiden Bremer Unternehmensgründer Baris Özel (links) und Max Krämer. Foto: Bugfoundation

Die Palette der verfügbaren Nahrungsmittel wird vielfältiger. Nun sind in Deutschland auch Lebensmittel erlaubt, die aus Insekten hergestellt werden. Diese Chance lassen sich Baris Özel und Max Krämer nicht entgehen und bringen Deutschlands ersten Insektenburger in die Supermarktregale – in Bremen zunächst in einem Rewe-Markt in Bremen-Neustadt. Die beiden Bremer haben vor wenigen Jahren das Unternehmen „Bugfoundation“ gegründet. Wir haben mit Baris Özel über den Wurm auf dem Teller gesprochen und uns erklären lassen, welche Vorteile das Insektenfood hat.

Hallo Baris Özel, wie läuft das Geschäft mit dem Insektenburger aktuell?
Baris Özel: Darauf kann ich wirklich nur antworten: Die Geschäfte laufen für uns momentan sehr gut. Die Markteinführung unserer Produkte in Süddeutschland ist gut angelaufen und nun kommt „Deutschlands Erster Insektenburger“ auch in Bremen in den Supermarkt. Uns als gebürtige Bremer freut das natürlich besonders!

Sie und Max Krämer beliefern seit 2016 belgische Abnehmer, der Insektenburger ist jedoch erst ab Juni in Bremen erhältlich. Wieso hat das so lange gedauert?
Bisher war der Verzehr von verarbeiteten Insekten in Deutschland nicht erlaubt. Das hat sich erst 2018 geändert. Und nun ist es uns möglich, auf Basis geprüfter Qualitätsstandards den Insektenburger auch hier anzubieten. Beim Vertrieb unserer Burgerpattys haben wir uns also gezwungenermaßen zunächst auf Belgien und die Niederlande beschränkt, wo es bereits erlaubt war, verarbeitete Insekten anzubieten. Vorher haben wir in einer Testphase ausgiebig an der Rezeptur gefeilt, um den Geschmack und die Konsistenz der Frikadellen zu optimieren – und das ist uns, wie ich finde, ziemlich gut gelungen!

Insekten zu essen, ist in Deutschland recht ungewöhnlich. Gibt es hierzulande überhaupt einen Markt für solch exotische Lebensmittel?
Ja, das bestätigen uns die zahlreichen Anfragen vonseiten des Einzelhandels und der Gastronomie. Das Interesse ist da. Was wir nicht anstreben, ist, dass „Deutschlands Erster Insektenburger“ als eine Art Kuriosum wahrgenommen wird. Wir hoffen im Gegenteil darauf, eine Entwicklung zur Normalität mit unseren Produkten in Gang zu setzen, damit Nahrungsmittel aus Insekten irgendwann nicht mehr als exotisch wahrgenommen werden. Unser Vorbild dabei ist Asien. Dort stehen Insekten vielerorts auf der Speisekarte und gelten keineswegs als sonderbare Lebensmittel. Während einer längeren Reise hatten wir die Gelegenheit, einige Würmer und Grillen zu probieren. Nicht alle dort zum Verzehr angebotenen Insekten haben uns gut geschmeckt, aber der Buffalo-Wurm, den wir auch für unsere ­Burger verwenden, hat uns überzeugt.

Welche Vorteile haben die Buffalo-­Würmer gegenüber Rindfleisch?
Zum einen stimmt bei der Aufzucht der Würmer die Ökobilanz. Im Vergleich zur Rinderzucht verbraucht das Insektenprotein nur etwa ein Zehntel der Futtermittel und eine wesentlich kleinere Wassermenge. Die Produktion des Rindfleischproteins emittiert außerdem hundertmal mehr Treibhausgase. Gleichzeitig werden bei der Aufzucht keine Hormone, Antibiotika oder ähnliche Stoffe verwendet. Unser Insektenburger besteht zu 100 Prozent aus natürlichen Zutaten, verzichtet auf künstliche Zusatzstoffe und ist überaus reich an Mineralstoffen wie Eisen, Zink und B-Vitaminen. Da kann man also ohne Reue genießen!

Ab Juni beliefern Sie einen Rewe-Markt in Bremen-Neustadt. Kommen bald noch mehr Geschäfte des Einzelhandels in der Hansestadt hinzu?
Davon gehen wir aus, jedoch haben wir es nicht eilig. Unser Insektenlieferant in den Niederlanden erweitert aufgrund der hohen Nachfrage durch uns derzeit seine Produktion. Auch wir sind gerade dabei, unser Team mit derzeit drei Angestellten zu vergrößern.

Können Sie unseren Lesern noch verraten, wie „Deutschlands Erster Insektenburger“ zubereitet am besten schmeckt?
Wir empfehlen klassische Burger-­Zutaten: Ein bisschen Blattsalat, einige Tomatenscheiben, rote Zwiebelringe, Rucola und Barbecue-Soße – so kommt der nussige Geschmack des Insektenburgers am besten zur Geltung!