Start Veranstaltungen „Wir wollen die Festivalsaison eröffnen“

„Wir wollen die Festivalsaison eröffnen“

Die „jazzahead!“ soll vom 14. April bis 1. Mai stattfinden und Kanada in den Fokus rücken

227
Foto: K.Rolfes

Zwei Jahre lang wurde vergeblich organisiert und geplant, um die „jazzahead!“ in Bremen mit dem Partnerland Kanada ausrichten zu können. Nun könnte es Ende April endlich so weit sein. Im Interview spricht Projektleiterin Sybille Kornitschky über die Schwierigkeiten bei der Planung unter Pandemiebedingungen, Änderungen bei der Clubnight sowie neue Spielstätten und den „Deutschen Jazzpreis“.

Wie war die Organisation der „jazzahead!“ unter den aktuellen Bedingungen?
Sehr beschwerlich, tatsächlich sind wir immer noch dabei. Unter normalen Bedingungen hätten wir zu diesem Zeitpunkt bereits mit vielem abgeschlossen und würden uns nur noch mit dem Feintuning beschäftigen. Das ist in diesem Jahr vor allem aufgrund der vielen Ungewissheiten komplett anders. Wir müssen uns jeden Tag aufs Neue der Situation stellen, die sich uns präsentiert.

Wie ist unter den aktuellen Bedingungen die Resonanz von außen, also seitens der Künstler, Verleger und Label?
Absolut positiv. Ob bei den Showcase-
Bands, die uns alle ihre Teilnahme mehrfach bestätigt haben, oder auch die anderen Messeteilnehmer, alle wollen, dass die „jazzahead!“ endlich wieder stattfindet. Schade ist, dass wir gerade bei den Showcases in diesem Jahr voraussichtlich andere Wege gehen müssen.

Was meinen Sie damit?
Bei den Showcases wissen wir bis heute (Anmerkung der Redaktion.: 21. Februar) nicht, ob wir diese auch wie sonst vor regionalem Publikum spielen lassen können. Bei den diesjährigen Showcases spielen Künstler aus über 20 Nationen, Fachteilnehmer aus allen fünf Kontinenten reisen deshalb nach Bremen. Und für viele Jazzfans sind gerade dieses Showcase-Konzerte das absolute Highlight der „jazzahead!“. Da wir Messe und Showcase-Konzerte aber von vornherein hybrid geplant haben, werden wir wenigstens ein Streamingticket anbieten können.

Und beim Festivalprogramm in der Stadt?
Da gehen wir einen anderen Weg und planen das komplette Festivalprogramm nur in Präsenz. Wir sind deshalb aber auch sehr viel später dran mit den Vorbereitungen, denn vieles ist natürlich von der pandemischen Lage abhängig. Aber auch da zeigen sich alle Künstlerinnen und Künstler äußerst kooperativ, die Resonanz ist super. Alle haben zugesagt, das gilt für die Eröffnung im Theater Bremen, das Galakonzert in der Glocke wie auch für die Clubnacht. Alle Beteiligten wollen das Festival und träumen davon, mit der „jazzahead!“ die diesjährige Festivalsaison in Deutschland Bremen zu eröffnen.

Es soll einige Veränderungen geben. Können Sie da schon mehr verraten?
Es wird zum Beispiel bei der Clubnacht kein Kombiticket mehr geben, weil wir mit der Situation planen müssen, die wir Stand heute haben. Deshalb mussten wir von einem gemeinsamen Ticket Abstand nehmen. Dieses gemeinsame Ticket zielte immer auf maximale Mobilität und darauf, dass man möglichst flexibel möglichst viele Locations besuchen konnte. Das kann in diesem Jahr aber angesichts der Pandemiesituation nur eine untergeordnete Rolle spielen. Jede Spielstätte bietet deshalb ihr eigenes Ticket an. Allerdings haben die Verantwortlichen darauf geachtet, dass die Preisgestaltung entlang des Bookings immer noch den Besuch von mehr als einer Spielstätte ermöglicht. Zudem sind ein paar neue Spielstätten bei der Clubnacht dabei.

Welche sind das?
Besonders freue ich mich über die Beteiligung der Lila Eule, bekanntermaßen die Jazz-Adresse der Stadt in den 60er- und 70er-Jahren, oder das Metropol Theater, das zu einem der zentralen Spielorte für Bands aus Kanada wird. Auch bin ich gespannt, wie sich das Clubnight-Feeling in das Foyer der Glocke transportieren lässt. Da wollen die Programmverantwortlichen ganz bewusst nicht in den großen Konzertsaal gehen, um vielleicht auch mal neues Publikum ins Haus zu locken. Und aus der Neustadt kommen mit dem Falstaff, dem Neusi’s, dem TAU sowie den Pusdorf Studios Locations hinzu, die mit ihren Programmen vor allem junges Publikum bewegen wollen. Insgesamt werden sich über 20 Spielstätten an der Clubnacht beteiligen, darunter viele, die schon in den Vorjahren dabei waren. Das komplette Programm werden wir schon bald veröffentlichen.

Was gibt es sonst noch Neues?
Auf der Bürgerweide wird ein großes Zirkuszelt aufgebaut, das parallel zur Messe am Freitag- und Samstagabend mit weiteren Liveacts bespielt wird. Und wir haben es nach Jahren harter Arbeit endlich geschafft, den „Deutschen Jazzpreis“ nach Bremen zu holen, der wird am Vortag der Messe im Metropol Theater verliehen und mit einem tollen Konzertabend zelebriert. Hierfür wird es auch Tickets im Verkauf geben. Darüber freuen wir uns außerordentlich.

Das Interview führte Martin Märtens.

Mehr unter www.jazzahead.de.