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„Wir wollen Bremer Perlen“

Die „Breminale“ kehrt vom 13. bis 17. Juli endlich zurück: Musik, Gastro und mehr auf dem Osterdeich

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Foto: Breminale

Wenn Bremerinnen und Bremer gefragt werden, was zu einem typischen Sommer in der Hansestadt gehört, fällt fast immer der Titel des größten Festivals der Stadt – die „Breminale“. Am 13. Juli heißt es endlich wieder: „Bis gleich am Deich.“ Nachdem sie 2020 ganz ausfallen musste und letztes Jahr lediglich als sogenannte „Breminale Dezentrale“, aufgesplittet auf sechs Locations und mit kostenpflichtigen Tickets stattfinden konnte, wird nun umso mehr auf das Sommerfestival hingefiebert. Doch was erwartet die Besucherinnen dieses Jahr am Deich? Wird die „Breminale „wie eh und je veranstaltet oder bekommt die diesjährige Version einen neuen Anstrich? Wir haben mit Jonte von Döllen, dem künstlerischen Leiter gesprochen.

Veränderte Bühnenkonzepte

Am auffälligsten wird dieses Jahr wohl die Veränderung der Bühnenkonzepte: So bleiben fast alle, die zuvor auch dabei waren, Teil des Festivals. Allerdings kommen manche von ihnen an neue Standorte oder auf neue Bühnen. Das Papp etwa mit der „Pappinale“ – oder wie Jonte von Döllen es beschreibt: „ein schönes, kleines Kneipen-Disco-Format“ – wird künftig an anderer Stelle stehen und die Tanzfläche soll sich vergrößern. „Der Standort vom Papp wird dieses Jahr mehr stadtauswärts und näher am Viertel sein“, erklärt von Döllen. Zudem wird dort ein Liveact pro Tag auftreten. In der Mitte des Stadtfestivals, wo früher das Bremen- Vier-Zelt stand, wird es stattdessen eine offene Radio-Bremen-Bühne geben, die abwechselnd von allen Wellen bespielt wird. „Den Opener macht Bremen Zwei am Mittwoch, am Donnerstag ist Bremen Eins dran und am Freitag bespielt Bremen Next die Bühne, gefolgt von Bremen Vier am Samstag und Sonntag“, erklärt der künstlerische Leiter. Der Sender Cosmo ist ebenfalls wieder mit von der Partie, ihn wird man wie in den Vorjahren auf der Flutbühne finden.

Ganz neu kommt die sogenannte Schleuse dazu, welche auf Höhe des ehemaligen Bremen-Eins-Zeltes in der Mitte der Osterdeichwiese stehen wird. Sie soll als Bühne fungieren, auf der vermehrt jüngere Künstler:innen und Newcomer auftreten. „Als wir 2018 eingestiegen sind, haben wir eine fertige Struktur vorgefunden, die nicht so beweglich war, wie wir uns das gewünscht hätten. So haben wir zwei Jahre gelernt, wie alles funktioniert, und verhältnismäßig wenig verändert. Deswegen war es ein großer Wunsch, dass wir uns teilweise neue Strukturen erarbeiten. Und das schaffen wir dieses Jahr mit der Schleuse“, erzählt von Döllen.
Eine weitere Neuerung gibt es durch den Umzug des Kinderprogrammes weg vom Deich, hin zur Parkbühne neben der Kunsthalle. Ein Programmhighlight dort wird unter anderem „Naturschutz2Go“, bei dem der 14-jährige Jonte Mai (s. a. Seite 28) anderen Kindern zeigt, wie sie einen Kaugummiautomat recyceln und diesen so umbauen, dass er, der Bienenfutter auswirft.

Jonte von Döllen freut sich schon darauf, dass die „Breminale“ wieder umsonst und draußen stattfinden kann. Foto: ZR

Jüngeres, „nischigeres“ Programm

Das „Breminale“-Team will das Programm etwas spezieller machen, weg vom Mainstream und hin zu „nischigerem Zeug.“ „Das kann Rock, Jazz oder sogar auch klassische Musik sein, ohne dabei dem Musikfest zu nahe zu treten. Wir werden sehen, was dieses Jahr passiert, auch im Hinblick darauf, den Anschluss in das Quartier nicht zu verlieren“, sagt der künstlerische Leiter. Gemeint sind die räumliche Ausweitung und das Umfeld des Festivals. Denn dem Team sei es ein großes Anliegen, die fünf Tage am Deich für alle zu einem schönen Erlebnis zu machen, das beinhalte auch, Rücksicht auf die Anwohner:innen zu nehmen.

Ein großer Anspruch und wichtiger Teil der „Breminale“ sei außerdem, die Bühnen wieder mit junger Popularmusik zu bespielen, um diese mehr zu fördern und in eine professionellere Situation zu bringen. Von Döllen drückt es so aus: „Wir wollen Bremer Perlen.“ Er selbst spielte als Musiker eines seiner ersten Konzerte auf der Breminale und weiß daher, wie wichtig ein solcher Auftritt für junge Künstler:innen sein kann.

Das Line-up

Unter anderem werden Grausame Töchter zu sehen sein: Mit ihrem Mix aus Punk, Techno und Industrial bewegen sie sich fernab des Mainstream. Dazu kommen die Newcomerin Futurebae, die multilinguale Künstlerin Clara Pazzini, Popsänger Malik Harris, Bremer Künstler wie der Produzent, Songwriter und Multiinstrumentalist Orbit, DJane und Kunstfigur Lady Oelectric mit ihren extravaganten Kostümkreationen oder der Straßenrapper Tightill, die Beatles Coverband The Fairies und Kid Kapri.

Weitere Informationen zur Breminale gibt es unter www.breminale-festival.de.