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„Werder hat Humor“

Jan Delay im Interview über seinen Lieblingsverein, seine neue Stadionhymne und das anstehende Open Air in Bremerhaven

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Der Künstler Jan Delay aus Hamburg ist bekennender Werder- Bremen- Fan. Foto: Paul Ripke

Er ist einer der populärsten Werder-Fans überhaupt: Jan Delay. Und das, obwohl der 42-Jährige überzeugter Hamburger ist. Im Interview verrät der Sänger, wie es zur Zuneigung zum Bremer Fußballclub kam, wer ihn musikalisch beeinflusst und wie die neue Werder-Hymne „Grün-weiße Liebe“ entstand.

Wie entdeckten Sie Ihre grün-weiße Liebe?
Jan Delay: Meine Begeisterung für Fußball begann schon im Alter von sechs oder sieben Jahren. Ich war damals großer Rummenigge-Fan und sammelte Panini-Bilder. Um meine Idole dann einmal live zu sehen, bin ich ins Volksparkstadion gegangen. Aber da waren immer viele Rechte. Das fand ich als Kind schon eklig. Parallel kommt hinzu, dass mein Vater aus Oldenburg kommt. Ich war als Kind auch oft bei meiner Oma dort, und so kommt man schon fast automatisch auf Werder. Zumal damals Rudi Völler seine große Zeit hatte. Und Otto Rehhagel war auch schon ziemlich cool.

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Besuch im Weserstadion?
Ja, der ist aber auch noch gar nicht so lange her. Ich bin erst in diesem Jahrtausend das erste Mal dort gewesen – weiß aber auch nicht mehr, welches Spiel das war. Ich bin als Kind leider nie ins Weserstadion gegangen.

Foto: Andreas Gumz

Was ist für Sie das Besondere an Werder?
Der Verein ist sich trotz der ganzen Entwicklungen in den vergangenen Jahren immer selbst treu geblieben. Werder hat sich immer etwas Sympathisches und Offenes bewahrt. Werder hat eine gewisse Haltung und sieht über gewisse Dinge, über die sonst gerne hinweggesehen wird, eben nicht hinweg. Und ganz wichtig: Werder hat Humor!

Wie ist die Idee für den Song entstanden?
Seitdem ich ein wenig prominenter geworden bin, so vor 13 oder 14 Jahren, hat es sich rumgesprochen, dass ich Werder-Fan bin. Seitdem wurde ich eigentlich ständig darauf angesprochen, ob ich nicht Lust hätte, einen Werder-Song zu machen. Zwischendurch hatte ich auch selbst schon einmal die Idee dazu. Irgendwann bin ich dann Botschafter für den Verein geworden. Klaus Allofs fragte mich dann mal konkret. Ich hatte auch immer Lust dazu, aber einfach keine Zeit. Letztes Jahr war die Rückrunde so gut und ich hatte die Motivation und auch die Zeit, also habe ich es durchgezogen.

Wie lange haben Sie letztendlich für den Song gebraucht?
Nach etwa drei Monaten war das Stück fertig.

Sie spielen am 8. September ein großes Open Air in Bremerhaven. Dabei wird es einen Querschnitt durch Ihr Schaffen geben. Dieses beinhaltet Hip-Hop, Funk, Soul, Reggae und zuletzt auch noch Rock. Wie kommt es, dass Sie musikalisch so breit aufgestellt sind?
Ich bin mit vielen verschiedenen Musikrichtungen aufgewachsen und mag auch einfach viele unterschiedliche Richtungen. Wenn ich dann eine bestimmte Richtung höre, bekomme ich auch Lust, etwas in die Richtung zu machen. Und zumeist setze ich das dann auch um.

Gibt es dabei musikalische Vorbilder, an denen Sie sich orientieren?
Ja, klar! Vor Mercedes Dance habe ich viel Crusaders, Sly And The Family Stone oder auch Earth, Wind & Fire gehört. Nile Rodgers wurde bei Bahnhof Soul rauf und runter gehört, während Wolfmother, Arctic Monkeys sowie Queens Of The Stone Age bei beim Rockalbum sozusagen Pate standen. Das ist aber auch alles Musik, die mich schon mein Leben lang begleitet.

Während Hip-Hop, Reggae, Funk und Soul zumindest ein wenig miteinander verwandt sind, bricht Rock aus den vorangegangen Genres raus. Fiel es Ihnen leicht, ein Gitarrenalbum zu machen?
Überhaupt nicht, ich habe mich damit schwerer getan als mit den Vorgängern. Ich hätte ja auch zu einem Produzenten gehen können, von dem ich weiß, dass er den Sound hinbekommen würde, den ich wollte. Ich hatte dann allerdings den Ehrgeiz und den Willen, das selber zu versuchen. Wahrscheinlich klingt es deshalb jetzt auch ein bisschen weniger nach Rock und ein bisschen mehr nach Jan Delay. Aber: wenigstens selbst gemacht!

Hatten Sie Angst, Ihre Fans mit der Tour durch diverse Musikgenres verlieren zu können?
Ich habe nicht daran gedacht, was passieren könnte, sondern das gemacht, wozu ich Lust hatte. Ich habe einfach Glück gehabt, dass den Leuten irgendwie immer gefallen hat, was ich gemacht habe. Dadurch habe ich mir irgendwie eine Form von Selbstvertrauen für meinen Geschmack aufgebaut, um auch mal ein Rockalbum machen zu können.

Ihr letztes Studioalbum, „Hammer und Michel“, erschien 2014. Arbeiten Sie aktuell an neuem Material?
Ja, es geht gerade wieder los.

Können Sie schon verraten, in welche Richtung es dieses Mal geht?
Es wird auf jeden Fall wieder eher in die Richtung Afrika, Karibik und Lateinamerika gehen. Tanzmusik und ordentlich Ramba Zamba.

Werden davon Stücke beim Open Air in Bremerhaven zu hören sein?
Nein, so weit sind wir noch nicht. Es gibt einen Mix quer durch alle Platten. Und mit Sicherheit werden an der einen oder anderen Stelle auch die Beginner zitiert.

Beim Open Air in Bremerhaven werden auch die Bremer De Fofftig Penns und Flo Mega auftreten. Haben Sie die Vorbands bewusst ausgewählt?
Nein, darauf hat man in der Regel keinen Einfluss. Ich hätte aber etwas gesagt, wenn mir das nicht gepasst hätte. Aber ganz im Gegenteil: Ich habe noch nie ein Konzert mit Flow Mega gespielt und bin sehr gespannt darauf.

Wo landet Werder am Ende der Saison?
Ich hätte gerne Platz sechs. Wenn es für die Europa League reicht, nehme ich aber auch Platz sieben.

Jan Delay & Disko No. 1, Flow Mega & The Ruffcats und De Fofftig Penns spielen am Samstag, 8. September, ab 18 auf dem Wilhelm-Kaisen-Platz an der Stadthalle Bremerhaven.

Verlosung: Wir verlosen 3 x 2 Eintrittskarten für das Open Air. Schicken Sie uns bis zum 5. September eine E-Mail mit dem Betreff „Delay“ sowie Ihren Kontaktdaten an verlosung@stadtmagazin-bremen.de. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.