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Stoppok & Worthy

Live aus der Kesselhalle am 8. Mai ab 19:05 Uhr auf Radio Bremen Zwei

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Foto: T. Willemsen

Ein Konzert in konzertlosen Zeiten – Bremen Zwei und das Kulturzentrum Schlachthof machen’s möglich. Sänger, Gitarrist und Songwriter Stoppok bestreitet gemeinsam mit Bassist Reggie Worthy ein exklusives Bremen Zwei-Radiokonzert im Bremer Schlachthof, live übertragen und gestreamt.

Eigentlich sollte Stoppok anlässlich der Veröffentlichung seines jüngsten Albums „Jubel“ am 27. März geben. Das musste aufgrund der akuten, vom Corona-Virus verursachten Einschränkungen ausfallen. Stattdessen tritt er hier nun mit Duo-Partner Reggie Worthy zu einem exklusiven Radiokonzert an – allerdings ohne Publikum vor Ort. Dafür können Musikfans auf Bremen Zwei dabei sein. In bewährter Qualität wird das Ereignis als Video auf ihrer Website gestreamt. Eine etwas andere Konzertsituation mit einem großartigen Performer, der sich nirgendwo so wohl fühlt wie auf einer regulären Bühne. Dass Stefan Stoppok aktuell wieder Einiges zu sagen hat, dokumentiert die Vielfalt des Albums „Jubel“. Seine Songs spiegeln globale Fragen wie den Klimawandel oder die dramatische Situation vieler Flüchtlinge, er plädiert für Engagement und Zusammenhalt. Andererseits kommt immer wieder sein pointierter Witz durch, seine Fähigkeit, sich auf schlagfertig-schnoddrige Weise der kleinen und großen Dinge des Lebens anzunehmen. Während dieses außergewöhnlichen Radiokonzertes wird er in Interview-Runden auch über die aktuelle Situation und seine Arbeit als unabhängiger Musiker sprechen.

Am 8. Mai ab 19:05 Uhr live auf Radio Bremen Zwei. Hier der Link zum Konzert.

 

Hier noch einmal das Interview mit Stoppok aus unserer März-Ausgabe:

Er ist einer der stursten und eigensinnigsten Singer/Songwriter der Republik. Seit mittlerweile 40 Jahren ist Stefan Stoppok im Geschäft. Jetzt kommt der ehemalige Worpsweder mit seinem 18. Studioalbum „Jubel“ in den Schlachthof.

Wie kam es zum Titel „Jubel“?
Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass ich vor genau 40 Jahren mein erstes Album aufgenommen habe. Also wenn das kein Grund zum Jubeln ist …

Wie entsteht bei Ihnen ein Album?
In der Regel ist es bei mir so, dass sich Musik und Text immer parallel entwickeln. Am Anfang habe ich eine Zeile, die einen gewissen Groove vorgibt. Dadurch entsteht die Melodie und so weiter. Natürlich mache ich mir im Vorfeld Gedanken, in welche Richtung es gehen soll – inhaltlich und auch musikalisch. Ab und zu kommt dann alles anders, wie mit den Chören jetzt beispielsweise.

Also war das mit den Chören auf dem neuen Album ursprünglich nicht geplant?
Richtig. Aber die Songs „Pack mit an“ oder auch „Lass sie rein“ schrien geradezu nach einem Chor. Durch meine „Stoppok und Artgenossen“-Konzerte hatte ich sofort eine Assoziation, wer das singen könnte, und hatte auch schnell Zugriff. Insgesamt wurde ich stark durch die Musik der 60er und 70er Jahre geprägt, was man entsprechend natürlich in meiner Musik wiederfindet.

Ab Ihrem 18. Lebensjahr sollen Sie für drei Jahre als Straßenmusiker durch Europa gezogen sein …
Das stimmt. Ich habe auf der Straße unterschiedlichste Musiker getroffen und viel von ihnen gelernt, Flamenco, Bluegrass und Banjo. Und natürlich die Lässigkeit, mit der Situation umzugehen.

Warum sind Sie Musiker geworden?
Mich hat in jungen Jahren die Musik schon sehr beeinflusst. Als ich zwölf Jahre alt war, ist mein Vater gestorben. Und obwohl wir kein Geld hatten, hat meine Mutter alles zusammengekratzt und mir davon irgendwie eine Gitarre gekauft, um mich zu trösten. Von da an habe ich mich an der Gitarre festgehalten. Und eigentlich war ab dem Moment klar, dass ich Musiker werde.

Sie sind in Hamburg geboren, in Essen aufgewachsen und über Oberbayern nach Worpswede gekommen. Nun leben sie in Hamburg. Schließt sich damit ein Kreis und vermissen Sie Worpswede?
Irgendwie schon, auch wenn das so nicht geplant war. Ich bin wegen meiner Frau nach Hamburg gezogen und wäre persönlich lieber in Worpswede geblieben. Aber ich komme immer gerne wieder.