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Im Energiefluss

Ausprobiert: Eine Reiki-Behandlung in der „Wohlfühlwerkstatt“ von Stephanie Kaufhold Am Wall

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Foto: ZR

Fernöstliche Entspannungsmusik, Edelsteine, die dekorativ auf einer Kommode drapiert sind, dazu der Duft von ätherischen Ölen: Dass Stephanie Kaufhold ein Faible für Spiritualität hat, wird schnell klar, sobald man ihr berufliches Zuhause betritt. In ihrer „Wohlfühlwerkstatt“ Am Wall 142 bietet die ganzheitliche Gesundheitsexpertin ihren Kundinnen und Kunden einen Dreiklang, der gezielt auf die Steigerung des körperlichen Wohlbefindens zielt: Ernährung, Yoga und Reiki. Der letztgenannte Aspekt ist der Anlass meines heutigen Besuches: Ich werde es selbst ausprobieren.

Reiki ist eine Entspannungsmethode und therapeutische Energiearbeit, die ihren Ursprung in Japan hat. Stephanie Kaufhold beschreibt es wie folgt: „Reiki basiert auf dem Prinzip der universellen Lebensenergie, die uns umgibt und in uns fließen kann. Je besser der Energiefluss“, so die Expertin, „desto besser geht es uns.“ Im Fokus einer Behandlung stehe daher, den individuellen Energiefluss einzuschätzen, potenzielle Blockaden zu identifizieren und diese gegebenenfalls zu lösen. „Auf diese Weise sollen sich die Selbstheilungskräfte des Körpers entfalten können“, erklärt Stephanie Kaufhold. Ihr zentrales Werkzeug als sogenannte Reiki-Gebende sind die eigenen Hände, die im Zuge der Prozedur auf verschiedene Körperstellen der Reiki empfangenen Personen gelegt werden oder über bestimmten Punkten schweben. Wie ein Sensor sollen sie in Disharmonie geratene Schwingungen aufspüren, die unter anderem auf negative Emotionen, Traumata oder Erkrankungen zurückzuführen seien. Wie sich entsprechende Blockaden bemerkbar machen? „Schwer zu sagen, ich fühle es einfach“, sagt Stephanie Kaufhold. „Manchmal fällt es mir beispielsweise schwer zu atmen.“

Lebensenergie? Selbstheilungskräfte? Als rational denkender Mensch stimmen mich diese esoterischen Begrifflichkeiten zunächst etwas skeptisch. Zugleich ist meine Neugierde geweckt, erst recht, als die Reiki-Therapeutin den Mehrwert des Konzeptes erläutert. „Reiki spricht den Parasympathikus an. Also jenen Teil des vegetativen Nervensystems, der für die Regulierung von körperlicher Regeneration und Entspannung verantwortlich ist.“ Selbst wer nicht an die zugrunde liegende Idee einer omnipräsenten Lebensenergie glaube, hätte im Zuge einer Reiki-Behandlung die Möglichkeit, Entspannung und Ruhe zu finden. „Insofern profitiert jeder davon“, ist sich die Expertin sicher.

Ultimative Entspannung als „Worst Case“? Damit kann ich mehr als leben, denke ich amüsiert und nehme auf der Liege Platz, die mittig in dem freundlich wirkenden Raum steht. Während die Reiki-Therapeutin mich mit einer flauschigen Wolldecke zudeckt und ich mit geschlossenen Augen den angenehmen Geruch von Salbei wahrnehme, ertappe ich mich dabei, mich etwas aufgeregt zu fühlen. Was wird Reiki wohl bei mir auslösen? Grundsätzlich seien die Reaktionen sehr unterschiedlich, berichtet die Gesundheitsexpertin. „Einige schlafen ein, andere fangen an zu weinen.“ Deutlich einheitlicher sei der grundsätzliche Ablauf einer Behandlung. „Ich plane rund 75 Minuten ein“, sagt Stephanie Kaufhold. In dieser Zeit seien auch jeweils ein kurzes Vor- und Nachgespräch vorgesehen. „Darin tausche ich mich mit meinen Kundinnen und Kunden aus und kommuniziere zum Beispiel, was mir aufgefallen ist.“

Foto: ZR

Mit einem sanften Händedruck auf meinem Kopf beginnt Kaufhold meine erste Reiki-Behandlung. Einige Sekunden hält sie inne, bevor sie ihre Hände neu platziert. Das Geräusch ihres gleichmäßigen Atems ist für mich deutlich wahrnehmbar, sie wirkt konzentriert und ganz bei sich. Zunächst habe ich Schwierigkeiten, mein alltägliches Gedankenkarrussel zum Stillstand zu bringen. Ein Zustand, der glücklicherweise nur wenige Minuten anhält. Obwohl Stephanie Kaufhold im Vergleich zu anderen entspannenden Behandlungen wie beispielsweise Massagen rein physisch wenig macht, bewirkt sie zugleich viel. Während sie verschiedene Stellen meines Körpers – vor allem den Kopf, aber auch Brustkorb, Bauch und Füße – spirituell abarbeitet, habe ich zunehmend das Gefühl, geistig auf Reset gesetzt zu werden. Wenn das Wort Entspannung mit einem körperlichen Zustand gleichzusetzen ist, dann wäre es dieser. Stephanie Kaufhold freut sich über mein positives Feedback. Dennoch ist selbst ihr als große Reiki-Befürwortende ein reflektierter Standpunkt wichtig. „Ich persönlich glaube grundsätzlich an die möglichen Selbstheilungskräfte des Körpers“, sagt sie. Allerdings sei Reiki nicht mit einer Wunderheilung gleichzusetzen und ersetze im Krankheitsfall keinen Arztbesuch. „Ich verstehe Reiki als wohltuenden Zusatz mit großem Potenzial.“ Die empfohlene Anzahl an Behandlungen ist laut der Expertin übrigens abhängig von den individuellen Bedürfnissen. „Wer in der Mittagspause einfach mal entspannen möchte, ist mit einem einmaligen Besuch wahrscheinlich bereits gut beraten. Bei tieferen Blockaden dagegen sind mehrere Behandlungen empfehlenswert.“ Ob energetische Blockaden oder freier Fluss: Ich für meinen Teil bin mir sicher, diese Form der Entspannung nicht zum letzten Mal in Anspruch genommen zu haben.

Nähere Infos: www.diewohlfuehlwerkstatt.de.