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„Ich kann der Bühne einfach nicht fernbleiben“

„Forever Young“/ Nana Mouskouri zu Gast im Metropol Theater

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Auch im rüstigen Alter von 84 Jahren steht Nana Mouskouri noch auf der Bühne. Foto: Dennis Dirkse

Sie ist nach Madonna die erfolgreichste Sängerin aller Zeiten: Nana Mouskouri. Mit dem Hit „Weiße Rosen aus Athen“ begann 1961 die internationale Erfolgsgeschichte der griechischen Sängerin und machte sie über Nacht zum Star. Mehr als 50 Jahre, 300 Schallplatten und 250 Millionen verkaufte Alben später steht die mittlerweile 84-Jährige immer noch auf den Bühnen dieser Welt. Im Interview mit dem STADTMAGAZIN blickt die Künstlerin zurück auf ihr Schaffen, spricht über ihr neues Album „Forever Young“ und erklärt, warum sie das lange angestrebte Ende ihrer Karriere nie konsequent realisieren konnte.

Frau Mouskouri, Sie sind bereits 84 Jahre alt und treten immer noch auf. Haben Sie je ans Aufhören gedacht?
Nana Mouskouri: Ja und ich habe es in der Vergangenheit sogar bereits getan. Inspiriert dazu hatte mich mein großes Idol Marlene Dietrich, die Ende der 1990er ihre Karriere mit einer ausgedehnten Tournee beendete, sodass sie im Alter von 70 Jahren in den Ruhestand gehen konnte. Ich fand diese Art und Weise, sich von der Bühne zu verabschieden, sehr schön und inspirierend. Auch das Alter empfand ich als passend, da es mir immer wichtig war, meine Karriere eines Tages würdevoll beenden zu können. Anlässlich meines 70. Geburtstags traf ich 2004 somit die Entscheidung, es ihr gleichzutun. Im Gegensatz zu ihr merkte ich jedoch schnell: Ich kann der Bühne einfach nicht fernbleiben. Also erfand ich ständig neue Ausreden, um wieder auftreten zu können.

Was für Ausreden waren das?
Es waren vor allem Jubiläen und besondere Anlässe. 2011 wurde mein Song „Weiße Rosen aus Athen“ zum Beispiel 50 Jahre alt. Das war für mich der erste naheliegende Grund, wieder auf Tour zu gehen. Wenige Jahre später erschien mir mein 80. Geburtstag als eine gute und passende Gelegenheit.

Ihr aktuelles Album heißt „Forever Young“. Glauben Sie an das Konstrukt der ewigen Jugend?
Was ich glaube ist, dass Musik die Gabe hat uns alle im Herzen jung zu halten. Wir werden älter. Das ist unser Schicksal und ein Prozess, den wir nicht aufhalten können. Unsere Einstellung dagegen und das, was wir aus unserer Lebenserfahrung machen, können wir durchaus beeinflussen.

Mit „Weiße Rosen aus Athen“ wurden Sie in Deutschland berühmt. Performen Sie den Song immer noch oder haben Sie ihn mittlerweile über?
Ich mag den Song immer noch sehr gerne, da er einfach zeitlos ist. Jeder Hörer verbindet mit ihm eine andere Emotion oder ein anderes Erlebnis. Mir geht es da genauso. Er erinnert mich an die junge und noch unerfahrene Künstlerin, die ich damals war. Wenn ich heutzutage damit auftrete, stehe ich zwar nicht als anderer Mensch auf der Bühne. Aber ich bin gereift und habe Erfahrungen und Erkenntnisse gewonnen, die mich auch bei meinen Auftritten begleiten.

Vor Beginn Ihrer Karriere absolvierten Sie ein musisches Studium in Athen, mussten die Lehreinrichtung jedoch aufgrund Ihrer Hingabe zum Jazz verlassen.
Das ist richtig. Nach dem Krieg war Jazz sehr populär und ich habe mich total in dieses Genre verliebt und es auch praktiziert. Mein Professor war der Ansicht, ich würde damit meine Stimme verderben. Somit kostete der Jazz mich meinen Abschluss. Aber ich bereue dennoch nichts. Ich vertrete die Meinung, dass man jeder Art des Musizierens mit Demut begegnen sollte, insofern der Künstler das liebt, was er tut.

Vor einigen Jahren sagten Sie in einem Interview, dass es als Frau sehr schwierig sei, in einer von Männern regierten Welt Erfolg zu haben. Eine Erfahrung, die Sie selbst machen mussten?
Ich begann meine Karriere definitiv zu einer Zeit, in der Frauen im Musikbusiness nicht sehr willkommen waren. Man kann daher sagen, dass ich versuchte, in einer Welt Fuß zu fassen, die in gewisser Weise Männern gehörte. Zusätzlich erfuhr ich mit der neuen Art von Musik, die ich machte mit der Tatsache, dass ich nicht dem Bild des klassischen schönen Mädchens entsprach, anfangs viel Ablehnung. Durch harte Arbeit erspielte ich mir jedoch im Laufe der Jahre Respekt.

„Forever Young“ beinhaltet Cover-Songs diverser berühmter Künstler wie Bob Dylan, John Lennon und Amy Winehouse. Welche Intention steckt hinter diesem Werk?
„Forver Young“ spielt auf die Rolle von jungen Menschen an, die sie meiner Meinung nach haben. Sie sind in der Verantwortung, unser musikalisches Erbe zu erhalten, daran anzuknüpfen und der Musik eine Zukunft zu geben. Auf der anderen Seite möchte ich gerne die tollen Songs und Künstler würdigen, die mich auf meinem Weg bis heute begleitet haben. Die Nummern auf dem Album sind Love-Songs, waren sehr berühmt und werden meiner Ansicht nach „Forever Young“ bleiben.

Sonntag, 18. November, Metropol Theater, 20 Uhr

Wir verlosen 2 x 2 Eintrittskarten für das Konzert. Schicken Sie uns bis zum 10. November eine E-Mail mit dem Betreff „Nana“ sowie Ihren Kontaktdaten an verlosung@stadtmagazin-bremen.de. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.