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„Freud und Leid eines Fußballfans“

Campino liest im „Club100“

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Foto: Daniel Hofer

Als Punkrocker gehört Tote-Hosen-Sänger Campino zu den populärsten Musikern dieses Landes. Der Sohn eines deutschen Richters und einer englischen Mutter entdeckte im Alter von zehn Jahren seine Liebe für den Fußball und den FC Liverpool. In seinem ersten Buch „Hope Street – wie ich einmal englischer Meister wurde“ geht es allerdings um mehr als Fußball.

Wie ist die Idee entstanden, dieses Buch zu schreiben?
Ein Buch zu schreiben, stand schon immer auf meiner persönlichen To-do-Liste, allerdings hatte ich mir nie überlegt, worum es da gehen könnte. Während eines Spiels meines Lieblingsvereins hat es dann klick gemacht. Es sollte um Freud und Leid eines Fußballfans gehen.

Sie sagten mal, dass Sie eigentlich ein Buch über den FC Liverpool schreiben wollten. Wann und wie haben Sie gemerkt, dass das Buch dann doch viel mehr wurde?
Ursprünglich wollte ich mich wirklich nur auf den Fußball und die Reisen zu den Spielen konzentrieren. Aber bei der sechsten Bratwurstbudenbeschreibung auf einer Auswärtsfahrt ist mir klargeworden, dass es da noch um mehr gehen muss.

Sie haben eine englische Mutter und einen deutschen Vater. Sie haben die deutsche und die britische Staatsbürgerschaft. Und Sie lieben den FC Liverpool sowie Fortuna Düsseldorf. Kann man sagen, dass zwei Herzen in Ihrer Brust schlagen?
Ich war bei diesem Thema nie wirklich zerrissen und habe mich im Übrigen immer als Europäer gesehen. Fortuna Düsseldorf hat noch nie gegen den Liverpool FC gespielt und traurigerweise wird das auch sicherlich noch eine Weile dauern. Wenigstens kann ich mir so eine Gefühlsambivalenz ersparen.

Was ist leichter, ein Buch oder die Texte für ein Album zu schreiben?
Das mag ich nicht endgültig bilanzieren, aber bei dieser Geschichte war es so, als würde ich eine Spielwiese betreten, auf der ich mich noch nie ausgetobt hatte. Deshalb ging mir die Sache leicht von der Hand. Aber fragen Sie mich noch mal, wenn ich mein fünftes Buch geschrieben habe, ob ich da immer noch so locker bin.

Sie kommen in den solidarischen „Club100“, um dort zu lesen. Wie wichtig sind solche Auftritte für Sie, aber auch für alle anderen, die rund um so einen Auftritt beschäftigt sind?
Auftritte und Veranstaltungen wie im „Club 100“ sind für uns Künstler eine gute Möglichkeit, den Menschen in Erinnerung zu rufen, dass wir es alle kaum erwarten können, endlich wieder richtige Konzerte und Shows zu spielen. Wir alle wissen, dass die Situation alles andere als ideal ist. Aber mir gefällt an diesen Liveabenden, dass wir nicht in einen Protestmodus gehen, sondern versuchen, positiv mit der Situation umzugehen.

Derzeit ist die Kulturszene und alles, was mit ihr zusammenhängt, besonders stark von der Pandemie betroffen. Glauben Sie, dass es einmal wieder so werden kann wie vor Corona?
Als Optimist möchte ich mir gar keine andere Zukunft vorstellen, aber es wird einige Jahre dauern. Und diese Pandemie wird uns noch auf die eine oder andere Art und Weise hart auf die Probe stellen.

Sie haben im November vergangenen Jahres mit „Learning English Lesson 3: MERSEY BEAT! The Sound of Liverpool“ ein neues Album veröffentlicht. Wie sehr schmerzt es, es dem Publikum nicht live präsentieren zu können?
Das Album aufzunehmen, hat wirklich großen Spaß gemacht, und um mehr ging es uns bei dieser Aktion nicht. Natürlich können auch wir es kaum abwarten, wieder richtige Konzerte spielen zu dürfen, aber wir müssen geduldig bleiben. Musikbands unserer Kategorie mit tanzenden, mitsingenden Fans, die sich in den Armen liegen, werden die letzten sein, die man wieder auf die Bühne lässt.

Termine im „Club100“

Thees Uhlmann, Mo, 3. Mai, 20 Uhr

Massendefekt, Fr, 7. Mai, 20 Uhr

Madsen, Sa, 8. Mai, 20 Uhr

Bukahara, Di, 11. Mai, 20 Uhr

Martin Kohlstedt, Mo, 17. Mai, 20 Uhr

Erotik Toy Records, Di, 18. Mai, 20 Uhr

Mellow Melange, Mi, 19. Mai, 20 Uhr

Campino, Fr, 21. Mai, 20 Uhr

Someday Jacob & Axel Kruse, Di, 25. Mai, 20 Uhr

Montreal, Mi, 26. Mai, 20 Uhr

Olli Schulz, Do, 27. Mai, 20 Uhr

Kopfkino, Alien Fight Club & Molly Punch, Sa, 29. Mai, 20 Uhr

Wirtz, Mo, 31. Mai, 20 Uhr

Live in Bremen, Sa, 5. Juni, 19 Uhr

Der „Club100“ ist ein in Deutschland einmaliges Projekt ein solidarischer Zusammenschluss aus Veranstaltern, Clubs und einem Medienunternehmen aus Bremen. Gemeinsam wollen sie die Kultur zurück in die Stadt bringen. Je nach Pandemiegeschehen können die Konzerte live vor Ort oder im Onlinestream besucht werden.

Infos unter www.club100-bremen.de.

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