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Ein mährisches Bauernleben

Theater Bremen: Premiere der Oper „Jenůfa“

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Foto: Esther Haase

Die Fensterläden bleiben geschlossen: Zu groß ist die Schande der Schwangerschaft, des unehelich gezeugten Kindes. Niemand im Dorf darf von Jenůfas Fehltritt erfahren, zumal der Vater des Kindes die Ehe verweigert. Als sich ein heiratswilliger Kandidat findet, ist ihre Ziehmutter froh. Doch ein Kind will er nicht mit aufnehmen. Da liegt eine Lüge nah, die Angst um den Verlust der Ehre ist übermächtig: Jenůfas Ziehmutter ermordet das Baby, lässt seine kleine Leiche im Eis verschwinden und behauptet, es sei kurz nach der Geburt gestorben. Doch der Frühling kommt .

Nach dem großen Erfolg „Lady Macbeth von Mzensk“ im Jahr 2017 arbeiten der musikalische Leiter Yoel Gamzou und Regisseur Armin Petras bei Leoš Janáčeks „Jenůfa“ wieder gemeinsam an einer Oper, die schonungslos soziale Härten zeigt. In der Titelpartie wird Nadine Lehner (Foto) zu sehen sein, die ihr Debüt gibt. „Armin Petras erzählt die tragische Geschichte von Jenůfa, deren Kind auf dem Altar der Wohlanständigkeit geopfert wird, in der Wendezeit einer dörflichen Gesellschaft in Böhmen“, erläutert Brigitte Heusinger, die die Produktion als Dramaturgin begleitet, den Ansatz der Inszenierung. So würden bäuerliche Strukturen auf neue westliche Werte treffen. Auch bei diesem Neuanfang sei das Kind im Weg. „Janáčeks musikalischem Realismus setzt Petras einen szenischen Realismus entgegen: Harte Konflikte werden in einer detailreichen Bühne voller zeitgeschichtlicher Requisiten direkt ausgehandelt.“

Premiere im Theater Bremen: Samstag, 9. April, Theater am
Goetheplatz, 19.30 Uhr.