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Die Stadt im Einkaufskorb

Produzenten, Macher und Autoren stellen vor: Was gibt es Neues aus der Hansestadt?

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Das Füllerei-Trio: Nele-Marie Leemhuis, Caro Güldner und Nora Osler (von links nach rechts). Foto: Füllerei

Musik, Lesestoff, Nahrungsmittel und vieles mehr – Bremens Kreativszene, Unternehmer und Erzeuger sind einfallsreich und stärken mit ihren lokalen Produkten die Region. Ihre Angebote haben aber noch einen weiteren Vorteil: Wer lokal einkauft, vermeidet lange Transportwege und hilft so, wertvolle Rohstoffe und Energie einzusparen. In unserer Rubrik „Bremer Neuheiten“ stellen wir jeden Monat lokale Besonderheiten im Einkaufskorb vor.

Hinweise auf innovative Produkte nehmen wir entgegen unter info@stadtmagazin-bremen.de.

Freibeuter Rum: Aus dominikanischer Manufaktur nach Norddeutschland

Foto: Beckröge

Eines muss man den Machern des neuen karibischen Edelrums lassen: Sie haben nicht zu viel versprochen! Eine alte, fast verloren geglaubte Rezeptur wurde für Freibeuter Rum wieder entdeckt und von einer dominikanischen Manufaktur destilliert. Die angewandte, hohe Handwerkskunst garantiert ein warmes und vollmundiges Geschmackserlebnis. Acht Jahre lang reift der Rum in Eichenfässern, bis er sein bernsteinfarbenes Leuchten voll entfaltet. Der Geschmack ist daher langanhaltend, angenehm süß und äußerst intensiv.
Auf der Fachmesse „Gastro Ivent“, die zu Beginn dieses Jahres zum vierten Male in Bremen stattfand, wurde auf dem Messestand des Bremer Getränkefachgroßhandels Beckröge das neue Destillat vorgestellt. Schon am ersten Tag wurde das Team förmlich überrannt und mit Bestellungen überhäuft. Das Kalkül scheint offenbar aufzugehen – auch für den Fachgroßhandel Beckröge, der in den Hansestädten Bremen und Hamburg beheimatet ist.

Die 0,7-Liter-Flasche Freibeuter Rum (40 % Vol.) kostet 35,95 Euro.

 

Neuer Unverpackt-Laden: Die Füllerei in Findorff

Foto: Füllerei

Zu den drei bereits bestehenden Unverpackt-Läden im Stadtgebiet gesellt sich seit einigen Wochen ein vierter. In Findorff haben sich drei junge Frauen dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben und ermöglichen ihren Kunden in der Füllerei auf rund 100 Quadratmetern einwegplastikfreies Shopping. Im Sortiment finden sich Nahrungsmittel des täglichen Bedarfs wie Getreide, Nudeln, Nüsse, Hülsenfrüchte, Süßwaren, Gewürze, Essig, Öl und Milch. Auch Hygieneartikel, Reinigungsmittel und Körperpflegeprodukte gehen ohne Umverpackung über die Ladentheke.

Was Nele-Marie Leemhuis, Caro Güldner und Nora Osler (im Bild von links nach rechts) antreibt, ist das idealistische Ziel, Verpackungsmüll zu vermeiden und so Umweltbelastungen zu reduzieren. Dazu zählt auch, möglichst regionale Produkte zu konsumieren. So stammt die Milch aus dem Blockland, der ­„Hinterhof-Honig“ aus einer kleinen Findorffer Imkerei. Cremes, Seifen und Shampoo liefert die Seifenmanufaktur Martha’s ­Corner an der Münchener Straße, Stoffbeutel und wiederverwendbare Kosmetikpads fertigt Sina Simon, Inhaberin des plastikfreien ­Ladens Oceanlovers an der Admiralstraße. Realisiert werden konnte das Konzept mithilfe einer Crowd­funding-Kampagne. Mehr als 300 Personen waren bereits im ­Vorfeld von der Idee überzeugt und unterstützten die Existenzgründung mit über 20.000 Euro.

Die Füllerei, Borgfelder Straße 17 / Ecke Herbststraße. Geöffnet ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr geöffnet sowie samstags von 10 bis 14 Uhr.

David Erlay: Bewährungsprobe einer Ehe

Foto: Verlag Atelier im Bauernhaus

Im Schlafzimmer, vor dem Spiegel. Was Monika dort sieht, ist eine Szene in Worpswede. Ihre bis dahin harmonische Ehe beginnt zu bröckeln, denn ihr Mann Reinhard fühlt sich nicht mehr als der, als welcher er geboren wurde. Seinem Verlangen, Monika möge seiner neuen Menschwerdung zustimmen, kann sie nicht nachkommen. Und so verwickelt sie sich immer mehr in Wut und Verzweiflung.
In „Hinterm Weyerberg schaut der Mond hervor“ beschreibt der Autor David Erlay in einer eigenen, faszinie­renden Sprache eine hochaktuelle Ehe­geschichte, die in Worpswede und im Tessin angesiedelt ist, und sowohl gegenwärtiges als auch kunstgeschichtliches Kolorit des Künstler­dorfes enthält. Es ist kein Text, der in einem Atemzug, sondern in Stufen entstand und durch seinen kriminalistischen Rahmen eine besondere Spannung vermittelt.

Erschienen im Verlag Atelier im Bauernhaus, 159 Seiten, 12,90 Euro.

Abschied und Neustart: Einblicke in die Gefühlswelt eines Erkrankten

Foto: Carl Schünemann Verlag

Vor 15 Jahren bekam der Vater und Geschäftsmann Hans Gehrt von Aderkas die Diagnose Multiple Sklerose. Seitdem musste er sich von Aspekten seines bisherigen Lebens verabschieden. In seinem Lebensbericht „Loslassen – Alles hat seine Zeit“ spürt von Aderkas der Frage nach, wie oft es im Leben eigentlich passiert, dass man Altes hinter sich lässt und sich neu aufstellt. Er gewährt intime Einblicke in seine ­Gefühlswelt und findet auf charmante Art die richtigen Worte zu einem Thema, das jeden Menschen betrifft und beschäftigt. Dabei kommen auch einige seiner Weggefährten zu Wort, die im Laufe ihres Lebens zu einem bestimmten Zeitpunkt loslassen mussten. Darunter finden sich Henning Scherf, Peter ­Ulrich, Edda Bosse, Guido Brune und Chantal Bausch.

Erschienen im Carl Schünemann Verlag, 176 Seiten, 14,90 Euro.

Bernd Meiers Best-of seiner „Tach-auch“-Kolumnen

Foto: Edition Temmen

Die Kornknacker, Mühlenkracher und Freibeuterkrusten in den Brötchenkörben des Bäckers, der Baby-Strampelanzug mit der Aufschrift „Frisch gepresst“, die Mozart-Kugeln, die Durchsagen in den Zügen der Deutschen Bahn – im Grunde muss man nur mit offenen Augen und Ohren durch die Welt laufen. So wird man täglich etwas finden, was kurios und verblüffend, witzig oder originell ist und Anregungen liefert für eine Kolumne wie „Tach auch“. Vom Start der beliebten Weser-Kurier-Kolumne im Jahr 1987 bis zu ihrer Einstellung im Herbst 2018 hat der Journalist Bernd Meier mit spitzer Feder aufgeschrieben, was ihm in der Hansestadt Bremen sowie umzu aufgefallen und was ihm dazu eingefallen ist. Das Best-of seiner Geschichten ist nun erstmals in Buchform erschienen.

Erschienen bei Edition Temmen, 128 Seiten, 9,90 Euro. Mit 18 Zeichnungen von Peter Fischer.

Überraschende Ähnlichkeiten: „Nordsee / Südsee“ – Das Buch zur Ausstellung

Foto: Klimahaus Bremerhaven

Die klimahauseigene Sonderausstellung „Nordsee / Südsee – Zwei Welten im Wandel“ steht in den Startlöchern und eröffnet, sobald es die Situation um die Corona-Pandemie zulässt. Wem die Zeit bis zur Wiedereröffnung zu lang erscheint, der kann sie sich mit dem gleichnamigen Buch verkürzen. Die bildgewaltige Dokumentation mit mitreißenden Reportagen des Autorentrios Arne Dunker, Jana Steingässer und Manolo Ty steht bereits zur Verfügung und enthüllt überraschende Ähnlichkeiten zwischen den beiden Meer-Welten.

Dicht am Leben der Menschen vor Ort, mit persönlichen Porträts und ausdrucksstarken Fotografien wird die Situation der Bewohner der Halligen, Inseln und Atolle in Nord- und Südsee dokumentiert, die trotz Klimawandel ihr Stückchen Land als Heimat auch für die kommende Generation erhalten wollen. Aktuelle Infos und Buchbestellung unter www.klimahaus-bremerhaven.de.

Erschienen im Knesebeck Verlag, 192 Seiten, 30 Euro.