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Die Region ins Studio holen

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buten-un-binnen-Moderatoren Kirstin Rademacher und Felix Krömer. Foto: Radio Bremen / Jan Rathke

Lange war es ein gut behütetes Geheimnis, nun ist es amtlich: buten un binnen hat ein neues Studio. Bereits am Samstagabend sendet das Regionalmagazin erstmals aus seinen umgebauten Räumlichkeiten. Fernsehzuschauer können die Sendung als Resultat der Modernisierung fortan in HD-Qualität verfolgen.

„Wie Sie sehen, gibt es keine orangefarbene Hölle mehr“, eröffnet Jan Weyrauch, Programmdirektor von Radio Bremen, scherzhaft die erste offizielle Führung durch das neue Studio. Wo orange zuvor die dominierende Farbe war, hat nun ein großer Greenscreen Einzug erhalten. Mit Backsteinen verklinkerte Wände und Säulen — zugebenermaßen aus Styropor­­— erzeugen zudem einen maritimen Charakter. „Wir möchten die Region ins Studio holen“, macht Weyrauch klar. Aus diesem Grund habe man sich auch dafür entschieden, ein kleines visuelles Fenster im Studio einzurichten. Regelmäßig werden auf diesem Bildschirm wechselnde Aufnahmen zu sehen sein, die Plätze aus Bremen und umzu zeigen. Doch nicht alle Neuerungen sind rein optischer Natur und betreffen das Studiodesign. Als Resultat des umfangreichen Modernisierungsprozesses gehören zukünftig innovative Kamerarobotik und Regietechnik zum Sendealltag von buten und binnen. Veränderungen, aus denen sich Jan Weyrauch zufolge „eine Fülle an neuen Möglichkeiten“ ergebe. Neben vermehrten Live-Schaltungen nach draußen und einer neuen Rubrik „Meinungsbilder“, die mit modernen Infografiken arbeiten wird, können Zuschauer mit entsprechenden Fernsehgeräten die Sendungen fortan in HD-Bildqualität sehen. Dafür sei ein einfacher Senderdurchlauf nötig. Da jedoch nicht alle Haushalte ein HD-kompatibles Gerät in Besitz hätten, bleibe buten und binnen zusätzlich weiterhin in SD-Auflösung verfügbar.

Rund 5,9 Millionen Euro hat die Modernisierung des Studios gekostet. Eine Investition, die sich laut Weyrauch gelohnt habe. „Wir können nun smarter produzieren“, sagt der Programmdirektor. So könne durch den Einsatz technischer Innovationen Geld gespart werden, welches wiederum für die redaktionelle Arbeit genutzt werden könne. An die Anfänge des Umbaus, die mittlerweile eineinhalb Jahre zurückliegen, erinnert sich Jan Weyrauch noch gut. „Das Studio glich damals einem Hochsicherheitstrakt“, erzählt er lachend. „Viele unserer Mitarbeiter haben es noch gar nicht zu Gesicht bekommen“, so der 50-Jährige. Eine Tatsache, die auf Felix Krömer und Kirstin Rademacher nicht zutrifft. Seit etwa zwei Monaten nehmen die buten-un-binnen-Moderatoren regelmäßig Probesendungen in dem neuen Studio auf, um sich mit den veränderten Gegebenheiten und Abläufen vertraut zu machen. Auf die Frage nach der für sie spürbarsten Veränderung, hat Moderatorin Kirstin Rademacher eine klare Antwort: „Die größte Herausforderung für mich besteht darin, zukünftig fast alleine im Studio zu stehen“. Da alle Kameras nun maschinell aus den Räumen der Regie bedient würden, seien neben der moderierenden Person ab sofort nur noch ein Aufnahmeleiter sowie eine Maskenbildnerin im Studio präsent. Vor möglichen Pannen aufgrund des neuen technischen Settings fürchte sie sich jedoch nicht. „Selbst wenn etwas schief gehen sollte“, sagt sie, „Das macht Live-Fernsehen aus“. Dem stimmt auch Kollege Felix Krömer zu und ergänzt: „Ich fühle mich hier schon richtig wohl“.
Am Samstag, 9. Februar sendet buten un binnen um 19.30 Uhr erstmals aus dem neuen Studio.