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„Die gesamte Klaviatur“

Spielzeit 2020: Auf diese Shows dürfen sich Varieté-Liebhaber im GOP freuen

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Im Herbst bringt die Show „Elektro“ eine Mischung aus Klang, Farben und artistischer Höchstleitung auf die Bühne des GOP Varieté-Theater Bremen. Foto: GOP

Lichterglanz und reichlich gedeckte Tische samt winterlichem Gebäck und Kaffee bilden am Mittwoch, 4. Dezember, die Kulisse für die Vorstellung der kommenden Spielzeit im GOP Varieté-Theater Bremen. Die Medienvertreter sind der Einladung zahlreich gefolgt, um zu erfahren, welche Shows das Publikum im Jahr 2020 in Staunen versetzen sollen. Vorgestellt wird das Programm vom Künstlerischen Direktor Werner Buss. „Mit den kommenden Shows spielen wir die gesamte Klaviatur dessen, was Varieté zu bieten hat“, so Buss.

Bevor der Chef das Wort ergreift, richtet Philipp Peiniger, Direktor im GOP Bremen, einen Blick zurück auf das sich dem Ende zuneigende sechste Jahr am Standort Bremen. Seine Bilanz: durchweg positiv. „Wir sind sehr gut in die Spielzeit 2019 gestartet und blicken nun auf das erfolgreichste Jahr überhaupt zurück. Im Vergleich mit unseren anderen Standorten verbuchen wir hier in Bremen die höchsten Besucherzahlen – und das macht uns natürlich ein bisschen stolz. Jetzt brennen wir auf das, was das kommende Jahr mit sich bringt“, sagt Peiniger. Und das sind, wie in den vergangenen Jahren, sechs neue Shows, deren Inhalte und Konzeption Busse kurz vorstellte. „Die Klammer bilden zwei ganz besondere Shows, ‚Sombra‘ und ‚Station 7‘, beide sinnlich, poetisch und mit besonderer Tiefe“, fasst Busse zusammen.

„Sombra“ sei ein Spiel der Gegensätze. Dualitäten wie Licht/Dunkelheit, Liebe/Trauer sowie Frau/Mann stünden im Zentrum und es werde sogar eine eigene CD zur Show geben. Auf der Bühne werde Gitarrenmusik live gespielt, verrät Busse. Zu den Akteuren sagt er: „Wir haben für die Show handverlesen die passenden Artisten gefunden. Wichtig war auch, dass alle tänzerisch stark sind.“ Dabei sind „drei Perlen aus Brüssel“, wo sich eine der besten Artistenschulen Europas befindet. „Die Show ist ein totales Highlight – und ich freue mich für Philipp und sein Team in Bremen, dass sie mit dieser Show in das Jahr starten können.“ Einen ersten Eindruck von der Atmosphäre der Show liefert der Trailer zu „Sombra“.

Weiter geht es in den Monaten März und April mit der Show „Humorzone“. Darin verbreitet die Künstlerin Chantall Spaß pur, hinzu kommt ein außergewöhnliches Puppenspiel, „so wie ich es zuvor noch nie gesehen habe“, sagt Busse. Zu den mitwirkenden Artisten zählt ein finnisches Trio mit einer Trapez-Darbietung, die preisgekrönt ist. Beim Zirkusfestival in Paris, einem der wichtigsten Events der Branche, hat die Gruppe Gold gewonnen hat. In Bremen bietet sich die seltene Möglichkeit, diese Darbietung jenseits des Zirkuszeltes zu sehen, denn die Bühne in der Überseestadt verfügt über die nötige Höhe.

Die Luft- und Cyr-Artistin Anna Ward. Foto: GOP

Schrill und schillernd kommt die dritte Show des Jahres mit dem Titel „Bang Bang“ daher. Als Regisseur konnte das GOP erneut Anthony Venisse gewinnen. Der in Kanada lebende Franzose feierte bereits mit anderen Shows im GOP Erfolge. Wie Busse verrät, sei die Show aber vor allem aus dem Wunsch von Luft- und Cyr-Artistin Anna Ward entstanden, die mal wieder mit den engsten Freundinnen aus der Artistenschule eine gemeinsame Show machen wollte. So kam die Besetzung von drei Power-Frauen zustande, begleitet von zwei ihrer männlichen Partner plus vier der besten jungen Talente aus der Artistenschule. Glitter und Glamour der 1960er Jahre bilden den Kern des Bühnenspektakels, gepaart mit toller Musik und wildem Spiel.

 „Undressed“ bildet während der Sommerzeit eine Hommage an die pure Schönheit, an ungeschminkte Präsenz und Erotik jenseits plumper Klischees. „Erotik muss nicht billig sein“, sagt der Künstlerische Leiter Busse und betont die starken weiblichen Parts des Programms.

Im Herbst wird es laut. Die Show „Elektro“ hat mit fünf Artisten zwar das kleinste Ensemble, das aber aus gutem Grund. Das Team muss sich blind aufeinander verlassen können, da Klänge, Bewegungen und Spiel unmittelbar miteinander verschränkt sind. Der Titel bezieht sich sowohl auf die treibende elektronische Musik, für die DJ Stachy verantwortlich zeichnet. Er wurde in den 1990er Jahren als Teil der Hamburger Hip-Hop-Gruppe Fischmob bekannt. Zudem kommt auch allerhand Elektronik zum Einsatz, wie zum Beispiel Infrarot-Technik, die die Bewegung von Körpern in Klang verwandelt. Zwischen den artistischen Darbietungen gibt es ein treibendes DJ-Set. „Das wird ein richtiges Konzert, mit Gesang, Breakdance und Gänsehaut-Momenten“, verspricht Busse. Einen Vorgeschmack zeigt der Trailer zu „Elektro“.

Der kleine Prinz ist auf „Station 7“ im Winter 2020 zu sehen. Foto: GOP

Das große Finale zum Jahresabschluss kommt mit „Station 7“ auf die Bühne an der Weser, eine Show inspiriert von „Der kleine Prinz“. Regisseur des Bühnenprogramms ist Markus Pabst. „Er hat sich damit einen persönlichen Traum erfüllt“, erklärt Busse. Held der Herz erwärmenden Geschichte ist ein Patient im Kinder-Hospiz. Mit der Hilfe seiner Freunde gelingt es ihm, das Krankenhaus in einen Ort der Freude und Lebenslust zu verwandeln. Gespielt wird der Held von Tim Krieger, einem Ausnahmetalent an den Bändern. Die zentralen Momente der Erzählung werden akrobatisch vorgetragen. Besonders bei dieser Show ist aber auch das Bühnenbild: Es entsteht live, indem es über ein I-Pad immer wieder neu gestaltet wird. Hinzu kommt Musik, die unter die Haut geht. „Und damit schließt sich die große Klammer“, sagt Werner Busse abschließend und lässt auf sechs abwechslungsreiche Shows im Jahr 2020 hoffen. Einen ersten Eindruck der poetischen Show vermittelt der Trailer zu „Station 7“.

Weitere Infos zum Programm im GOP Varieté-Theater Bremen unter: www.variete.de