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„Ich bin bereit!“

DJ und Musikproduzent Cas Paris performt mit Orchestermusiker:innen aus der ganzen Welt auf den obersten Etagen des ATLANTIC Hotel Sail City

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Fotos: D. Vogt, J. Klitzka

Eigentlich sollte 2020 sein Jahr werden: Der gebürtige Bremerhavener DJ und Musikproduzent Cas Paris, mit bürgerlichem Namen Caspar von Bredow-Adickes, entschied sich, alles auf die Karte Musik zu setzen – und wurde jäh durch die Pandemie zum Stillstand verdonnert. Also machte er sich Gedanken, wie er seiner Karriere trotz Corona Schwung verleihen konnte und wagte ein Projekt: Unter dem Titel „EDM meets Classic“ trat der Electronic-Dance-Music-DJ auf den oberen Ebenen des ATLANTIC Hotel Sail City mit Musiker:innen des Philharmonischen Orchesters Bremerhaven auf. Während Cas Paris auf der Aussichtsplattform des Hotelgebäudes, 85 Meter über der Wesermündung performte, spielten die Musiker:innen eine Etage tiefer, in der Captain’s Lounge des Hotels, wo normalerweise Tagungen, Empfänge, Events oder Familienfeiern stattfinden. Die Liveperformance wurde aufgenommen und so entstand ein Konzertfilm, der nicht nur die Musik sondern auch Bremerhaven in einem atemberaubenden Licht darstellt.

Wie ist die Idee zum Projekt entstanden?
2020 habe ich mich dazu entschlossen, hauptberuflich als DJ und Produzent zu arbeiten – obwohl Corona zu diesem Zeitpunkt bereits ausgebrochen war. Mir ging es darum, möglichst schnell eine möglichst große Aufmerksamkeit zu generieren. Ich beschloss, einen Livestream zu machen, aber die Idee hatten zu dem Zeitpunkt auch noch einige andere DJs. Also sollte es etwas möglichst Spektakuläres in Verbindung mit meinem Heimatort sein. Als ich dann mit Freunden im Café des Sail-City-Hotels saß und nach oben blickte fragte ich mich, warum dort oben noch nie jemand aufgelegt hat. Die Idee war geboren.

Wie ging es dann weiter?
Als er von meiner Idee erfahren hatte, kam Veranstalter Jonas Klitzka, der mich als DJ für mehrere Partys gebucht hatte, auf mich zu und brachte noch gleich Ann-Kristin Hitzemann vom Netzwerk „Kreativer Aufbruch Bremerhaven“ mit. Wir drei bilden das Kernteam von „EDM meets Classic“. Darüber wurde auch der Kontakt zum Orchester hergestellt.

Wie ist es, als DJ mit einem klassischen Orchester zusammenzuarbeiten?
Ungewohnt, aufregend und spannend zugleich. Ich selbst wäre auf die Möglichkeit einer solchen Zusammenarbeit gar nicht gekommen. Das war für mich als DJ so etwas wie das Endlevel, mehr geht eigentlich nicht. Gleichzeitig aber natürlich auch eine riesige Herausforderung. So etwas macht man eigentlich am Karriereende und nicht am Anfang.

Wie haben Sie das Programm für den Abend zusammengestellt?
Die Hälfte der Songs stammt von mir, die anderen von so prominenten Vorbildern wie David Guetta, Avicii und Tiesto. Anschließend habe ich mich 13 Monate im Studio eingeschlossen und täglich intensiv an der Musikproduktion gearbeitet. Ein ganzes Orchester dabei einzubauen, war für mich völlig neu. Bei den finalen Arrangements für das Live-Orchester bekam ich professionelle Unterstützung von dem erfahrenen Orchesterarrangeur Jan-Hendrik Ehlers. Wir haben nicht selten nachts um vier noch daran gearbeitet.

Haben Sie selbst ein klassisches Instrument gelernt?
Ja. Mit drei Jahren habe ich angefangen zu trommeln. Mit fünf Jahren habe ich dann angefangen Klavier zu spielen. Das war sofort mein Instrument und das hilft mir ungemein dabei, meine Musik entsprechend zu produzieren. Später habe ich noch in einer Band gespielt bis ich 2010 das erste Video vom „Tomorrowland“-Festival gesehen habe. Ich war wie elektrisiert. Ab dem Zeitpunkt habe ich mich komplett der EDM-Szene zugewandt.

Bei Ihrem Auftritt mit dem Orchester haben Sie räumlich getrennt voneinander gespielt. Konnten Sie im Vorfeld zusammen proben?
Wir konnten insgesamt nur zweimal zusammen proben, das wäre organisatorisch und auch kostentechnisch gar nicht anders darstellbar gewesen. Jan Hendrik Ehlers und ich mussten somit sehr viel im Vorfeld machen, zu den einzelnen Musikern fahren und uns mit ihnen abstimmen.

Was planen Sie für die Zukunft?
Für mich soll das der Start einer nach Möglichkeit internationalen Karriere sein. Ich möchte gerne die großen Festivals spielen und um die Welt touren. Gleichzeitig ist für mich wichtig, immer die Verbindung zu meiner Heimat Bremerhaven zu halten. Zudem ist es mein Wunsch, langfristig die EDM-Szene nach Bremerhaven zu holen und hier qualitativ hochwertige Partys zu etablieren.

Wird es bald die erste Single geben?
Ja, das ist in Arbeit. Derzeit bin ich mit mehreren Labels im Gespräch und baue gerade mein Team aus. Von meiner Seite aus kann es losgehen. Ich bin bereit!

Das finale Konzertvideo ist unter „Cas Paris“ auf YouTube abrufbar: www.youtube.com/casparis.