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Blick auf Russlands Geschichte

Premiere: "Drei Schwestern" im Theater am Goetheplatz

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Foto: J. Landsberg

Olga, Mascha und Irina führen ein Leben in der Provinz. Die Tage ziehen vorüber, die Jahre kommen und gehen, die Wehmut bleibt. In ihrem ruhigen Landleben blicken die Schwestern auf die vergehende Zeit. Ihr Alltag ist lustlos und immer gleich. Ihre Sehnsucht gilt dem fernen Moskau. Aber der stete Fluss der Zeit, die Ruhe auf dem Landgut, all das wirkt gleichzeitig betäubend, erstickt die Lebensgeister.

„Unsere Schwestern blicken auf ihr Leben zurück – und zwar nicht nur als junge Frauen Anfang zwanzig, so wie ursprünglich von Tschechow geschrieben, sondern als reife Persönlichkeiten, die das ganze 20. Jahrhundert überschauen. Und wenn man mit ihnen gemeinsam auf die Geschichte Russlands zurückblickt, gewinnen ihre Sätze wie: ‚Uns Schwestern gefallen Männer in Uniform‘ oder ‚Ich leide, also bin ich‘ noch mehr an Bedeutung“, so Viktorie Knotková, die den Abend als Dramaturgin begleitet: „Unser Regisseur Dušan David Pařízek arbeitet aktuelle Themen aus dem 1901 geschriebenen Stück ganz behutsam heraus: Symptome der gelernten Hilflosigkeit, Konsequenzen von Demütigung oder die Bewunderung starker Männer- und Vaterfiguren.“

Dušan David Pařízekhat in Bremen schon die vielbesprochene Inszenierung von „Die zehn Gebote“ auf die Bühne gebracht. Seine „Drei Schwestern“ sind lediglich zu zweit auf der Bühne und werden von Irene Kleinschmidt und Verena Reichhardt gespielt. In ihren lückenhaften Erinnerungen tauchen die anderen Figuren auf, bleiben Leerstellen, verschwimmen …

Premiere am Sonntag, 28. August, Theater am Goetheplatz, 18 Uhr