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Begegnungen auf Augenhöhe

„Mittenmang 2022“: Auftakt des inklusiven Theaterfestivals mit mehr als 200 Künstlerinnen und Künstlern

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„Monstertruck“ ist nur eine von rund 20 Gruppen, die eines ihrer Stücke zeigen und Teil des „Mittenmang“-Programmes sind. Foto: Michiel Devijver

Theater, Tanz, Musik und Fotografie: Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Mittenmang“ steht Bremen für gewöhnlich alle zwei Jahre insgesamt Tage im Zeichen der inklusiven Künste. Nach der eingeschränkten Variante im Coronajahr 2021 haben sich die Veranstalter dazu entschlossen, dem biennalen Rhythmus zu trotzdem und dem internationalen Festival mit einer Neuauflage vom 25. bis zum 29. Mai ein frühes Comeback zu bescheren.

„Es hat nicht besonders viel Spaß gemacht“, erinnert sich Festivalleiter Andreas Heder an das letzte Jahr. Da während der Pandemie nahezu nichts produziert worden wäre, sagt er, hätte sich das Programm nahezu von selbst geschrieben. Zudem habe man Abstände wahren und auf viele Dinge verzichten müssen, die zum Theater einfach dazugehören. Heder: „Wir freuen uns, nun wieder zu gewohnter Herzlichkeit und Intensität zurückzukehren!“

Mittendrin statt am Rand

Der Titel „Mittenmang“ ist beim Festival, das von der Lebenshilfe Kunst und Kultur in Kooperation mit dem Blaumeier-Atelier und dem Theater Bremen veranstaltet wird, Programm: Sowohl Menschen mit als auch ohne Behinderung treffen auf der Bühne sowie im Publikum aufeinander. Andreas Meder: „Der Ausdruck ‚Mittenmang‘ passt zum vielfältigen Programm und transportiert den Inklusionsgedanken.“ Er stehe für eine kreative Form der Teilhabe, bei der es darum geht, mittendrin und nicht nur am Rand zu sein. Ob in Form von Musik, Theaterinszenierungen oder Tanz: Laut Andreas Meder biete Kultur generell einen vielversprechenden Rahmen für inklusive Begegnungen. „Auch in einer aufgeschlossenen und toleranten Gesellschaft gibt es leicht einen wohlwollend mildtätigen Blick auf Menschen mit Handicap.“ Das Theater könne daher durchaus ein Ort sein, an dem man sich auf Augenhöhe trifft, so Meder. „Im Moment des Applaus’ und der Begeisterung kann quasi eine inklusive Gesellschaft in Modellform gelebt und erlebt werden. Das finde ich einfach großartig!“

Ausblick auf das Programm

Inhaltlich ist es dem Team um Festivalleiter Andreas Heder stets wichtig, mit dem Programm am Puls der Zeit zu sein und aktuelle Entwicklungen aufzuzeigen. Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, präsentiert sich „Mittenmang“ in diesem Jahr so vielfältig und umfangreich wie nie zuvor: Mehr als 200 Künstlerinnen und Künstler aus rund 20 Ensembles und sieben Ländern sorgen für Programm. Geplant sind zehn Bühnenproduktionen sowie bis zu 25 Aufführungen und Konzerte. Den Auftakt des Festivals bestreiten „Monster Truck“ und die belgische Tanzkompanie „Platform-K“ mit ihrer gemeinsamen Inszenierung „Narrenschiff“. Im Mittelalter hatten Schiffe dieses Namens die Funktion, behinderte Menschen aus der Stadt zu befördern und sie im offenen Meer dem Tod zu überlassen. Die gleichnamige Inszenierung sei jedoch keinesfalls eine historische Aufarbeitung. „Das Stück fordert das Bedürfnis an Teilhabe, Selbstermächtigung und den Anspruch auf Gleichberechtigung mit jeder Menge schwarzem Humor“, so Heder. Zudem zeigen die Schweizer Künstler:innen von „Theater Hora“ in Kooperation mit der deutschen Performancegruppe „vorschlag:hammer“
„Das Kranke Haus“, in dem der reale Krankenhausalltag Narrativen aus Serien wie „Grey’s Anatomy“ und „Emergency Room“ gegenübergestellt wird. Ergänzend zu den Inszenierungen auf den Bühnen des Theaters Bremen können Interessierte von Donnerstag bis Sonntag Konzerte, Straßentheater sowie eine Fotoausstellung des Blaumeier-Ateliers erleben.

Mittwoch bis Sonntag, 25. bis 29. Mai, Theater Bremen. Nähere Infos zu den einzelnen Vorstellungen und zum Ticketkauf gibt es online unter: www.mittenmang-festival.de.