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Angst vor einer Corona-Generation

Rekordtiefstand bei abgeschlossenen Ausbildungsverträgen: Warnung der Arbeitnehmerkammer Bremen

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Foto: Pixabay

Die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber im Land Bremen bieten zu wenige Ausbildungsstellen an – dieses Problem besteht laut Angaben der Arbeitnehmerkammer schon seit vielen Jahren. Die Folgen der Corona-Pandemie haben das Missverhältnis von Ausbildungssuchenden und zu vergebenden Plätzen nochmals verschärft, betont die Kammer.

So hätten sich 2020 beispielsweise viele bisher engagierte Unternehmen vollständig aus dem Bereich der Ausbildung zurückgezogen. Neben Umsatzrückgängen, Kurzarbeit und einer generellen Unsicherheit könnten laut Arbeitnehmerkammer weitere Gründe darin liegen, dass einige Betriebe in der Krise keinen Bedarf an Nachwuchskräften sehen und zugleich nicht wissen, ob sie in den kommenden drei Jahren einen geregelten Ausbildungsablauf garantieren können. Jugendliche standen beim Übergang zwischen Schule und Ausbildung ihrerseits vor großen Hürden. In der Zeit, in der normalerweise das Anbahnen von Verträgen auf Hochtouren läuft, kam es zum Herunterfahren aller Aktivitäten: Die Schulen waren zu, die Berufsberatung der Arbeitsagentur schloss ihre Türen, Ausbildungsmessen und Praktika konnten nicht durchgeführt werden. Zudem waren Unternehmen mit Bewerbungsgesprächen zurückhaltend. Die Folge: Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist laut Angaben der Arbeitnehmerkammer auf einen historischen Tiefstand gesunken. Lediglich 5178 Verträge seien 2020 zum Abschluss gekommen. Ein Wert, der nicht nur ein Minus von 600 Verträgen und 10, 4 Prozent zum Vorjahr beinhaltet. Es handle sich laut Kammer zugleich um den niedrigsten Wert, der je registriert wurde. Gemäß einer Statistik des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) kamen im Corona-Jahr 2020 in Deutschland nur noch 68,6 Ausbildungsplätze auf 100 Interessierte. Für die Arbeitnehmerkammer ein alarmierender Zustand: Dies reiche nicht aus, um der jungen Generation eine Perspektive zu ermöglichen. Schließlich könnten sich Jugendliche im Gegensatz zu Betrieben nicht einfach zurückziehen. Zudem sei ein Ausbildungsplatz das Eintrittsticket in eine gesicherte Beschäftigung.