Start Bremen Was macht … „Wir sind eine große Familie“

„Wir sind eine große Familie“

Was macht eigentlich Claus „Fabsi“ Fabian?

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Foto: K. Winiker

Ende der 70er Jahre war Claus „Fabsi“ Fabian noch der Schlagzeuger der Düsseldorfer Punkrock-Band ZK, aus der sich später die Toten Hosen entwickeln sollten. Doch während Campino und Co. am Rhein verblieben, zog es Fabsi der Liebe wegen an die Weser. Schnell gründete er die Mimmi’s, feierte mit „Deutscher Meister wird der SVW“ einen Überraschungserfolg und gründete das in Punkrockkreisen legendäre „Weser Label“. Alben der Goldenen Zitronen, von Rocko Schamoni, den Abstürzenden Brieftauben oder The Busters wurden hier neben der eigenen Band veröffentlicht. Und nachdem es zwischenzeitlich ruhiger um das Label wurde, feierte es 2016 einen unerwarteten Erfolg …

Herr Fabian, was machen Sie zurzeit?
Ich habe das Weser Label wieder aufleben lassen. Ich wohne zwar mittlerweile nicht mehr in Bremen, sondern in Hessen, das Label gibt’s aber trotzdem noch.

Und es erscheint sogar erfolgreicher als je zuvor, zumindest wenn man auf die Charteinstiege guckt …
(lacht) Ja, das stimmt natürlich. Platz 16 mit den Abstürzenden Brieftauben – welch Erfolg! Nur muss man ehrlicherweise zugeben, dass wir dafür in der ersten Woche gerade einmal 2.500 Alben verkaufen mussten. Vor 25 Jahren haben die Abstürzenden Brieftauben 50.000 verkauft und sind damit gerade einmal auf Platz 34 eingestiegen … Hat sich einiges verändert in der Musikwelt.

Wie sind Sie als Düsseldorfer Punkrocker Anfang der 80er Jahre eigentlich nach Bremen gekommen?
Der Liebe wegen. ZK hatte sich aufgelöst und ich habe damals meine spätere Frau Elli kennengelernt. Die wohnte in Bremen, also bin ich da hin.

Und dann hatten Sie kurze Zeit später eine Werder-Hymne geschrieben. Und das als Fortuna-Fan …
Ja, das war wirklich eine schräge Geschichte. Das Lied „Deutscher Meister wird der SVW“ hatte ich eigentlich für die Eishockeymannschaft der Düsseldorfer EG geschrieben. Mir haben damals auch alle einen Vogel gezeigt. Zum einen, da Fansingles zu dem Zeitpunkt völlig verpönt waren und zum anderen, da Werder zu dem Zeitpunkt auf Platz zwölf stand. Zu der Zeit nahm Buten un Binnen ein Video mit uns auf. Die Sendung wurde damals, glaube ich, an einem Tag in der Woche bundesweit ausgestrahlt. Und plötzlich kamen Anfragen aus der gesamten Republik.

Seit 2011 organisieren Sie zudem die Rock’n’Roll-Butterfahrt. Wie kam es dazu?
Da muss man ein bisschen weiter zurückgehen. 2003 haben wir als Mimmis zusammen mit Schwarz auf Weiss das erste Konzert auf Helgoland gegeben. Damals noch vor 150 Leuten. Charles, ein Inselbewohner, hatte ich bei einem Tote-Hosen-Konzert kennengelernt und er fragte, ob wir nicht Lust hätten, mal auf der Insel zu spielen. 2011 haben wir dann einen eigenen Verein – Rockn Roll Butterfahrt – gegründet, weil wir einfach ein paar Sachen anschaffen mussten und auch organisatorisch – mittlerweile kommen jedes Jahr 1.000 Leute zum Festival, mehr dürfen auch aus Gründen des Naturschutzes nicht – einiges bewegen mussten. Und so abgedroschen sich das anhören mag: Wir sind eine große Familie.

Wie stellt sich das dar?
Naja, es sind fast alles Vereinsmitglieder die zum Festival kommen. Alle gemeinsam passen auf, das nichts passiert und dass auch immer wieder ordentlich sauber gemacht wird. Teilweise kommen Familien mit Kindern und Großeltern. Und die T-Shirts der Rock’n’Roll-Butterfahrer sieht man bei fast jedem Konzert – ich habe sogar eines bei Helene Fischer entdeckt!

Kommt auch mal wieder etwas Neues von den Mimmi’s?
Ja, ich möchte unbedingt, muss aber warten, da ja nun drei Mimmis Mitglieder bei Slime spielen und dort in diesem Jahr ein neues Album und eine Tournee ansteht. Ich denke, im nächsten Jahr könnte es was werden.

Das Interview führte Martin Märtens