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„Eine sehr prägende Zeit“

„Jekyll & Hyde“: Ethan Freeman erinnert sich an sein erstes Engagement in Bremen

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Ethan Freeman vor 20 Jahren in „Dr. Jekyll & Mr. Hyde“ am Richtweg. Foto: J. Stoss

Vor 20 Jahren, im Februar 1999, feierte im Musical Theater (heute Metropol Theater Bremen) mit „Jekyll & Hyde“ die erste Produktion ihre Premiere im Haus am Richtweg. Damals verwandelte Ethan Freeman sich allabendlich in der Hauptrolle vom angesehenen Doktor Jekyll in den mordlüsternen Mr. Hyde. Am 8. März feierte der Musicalstar seinen 60. Geburtstag. Zudem lernte er seine Frau vor 20 Jahren in Bremen kennen. Ein Grund für das STADTMAGAZIN einmal nachzufragen, was er heute macht und wie sein Bezug zur Stadt an der Weser ist.

Herr Freeman, wie geht es Ihnen zurzeit?
Sehr gut, ich lebe seit 2001 in Hamburg und habe mir ein Leben mit meiner Frau und meinen zwei Kindern aufgebaut. Ich verbringe meine Zeit viel mit Papasein, bin aber auch immer noch in der Branche unterwegs.

Was machen Sie gerade beruflich?
Momentan spiele ich den Sherlock Holmes im gleichnamigen Musical in Hamburg-
Altona. Eine Weltpremiere. Zuvor war ich drei Jahre lang der Dschafar in „Aladdin“ zu sehen.

Erinnern Sie sich noch, wie Sie damals zu „Jekyll & Hyde“ gekommen sind?
Sehr gut sogar. Ich bin damals mit meinem Auto direkt von London nach Bremen ins Viertel gefahren, wo ich dann auch gewohnt habe. Es waren sehr anstrengende Proben und eine tolle Produktion. „Jekyll & Hyde“ war die größte Herausforderung für mich – schauspielerisch und gesanglich –, die ich in meiner Karriere bisher zu bewältigen hatte. Und ich habe meine Frau Monika, die auch mitgespielt hat, in Bremen kennengelernt.

2008 haben Sie mit „Is This home“ ein Soloprogramm auf die Bühne gebracht. In einem Interview zu dem Stück haben Sie auf die Frage, was Ihr Zuhause sei, mit „New York, Hamburg und Bremen“ geantwortet  …
Das ist auch ein Stück weit tatsächlich so. Es hängt sicher damit zusammen, dass ich meine Frau in Bremen kennengelernt habe. Ich habe zudem nicht nur mit „Jekyll &
Hyde“ sondern auch mit „Evita“, „Bonifatius“, „Robin Hood“ und weiteren Produktionen sehr viel Zeit an der Weser verbracht. Zudem bin ich immer noch Werder-Fan. Insgesamt war es eine sehr prägende Zeit.

Sind Sie noch regelmäßig zu Besuch in Bremen?
Zuletzt habe ich es leider nicht mehr sehr oft nach Bremen geschafft, obwohl es nur eine gute Stunde von Hamburg entfernt ist. Vor allem durch „Aladdin“ war ich die letzten Jahre sehr an Hamburg gebunden. Das wird sich aber wieder ändern. Es gibt noch sehr viele Menschen in und um Bremen, die ich unbedingt mal wieder besuchen muss. Und wer weiß, vielleicht bin ich ja demnächst auch mal wieder mit einer Produktion im Metropol Theater, wie es mittlerweile heißt.

Eigentlich sind Sie ausgebildeter Opernsänger. Hätten Sie Lust, sich noch einmal in diesem Genre zu bewegen?
Eine interessante Idee, aber ganz ehrlich: Ich bin gerade 60 Jahre alt geworden und glaube nicht, dass ich stimmlich noch das Niveau erreichen würde. Obwohl es bestimmt ein paar Rollen gäbe, die mich interessieren würden und die ich vielleicht auch noch meistern könnte.

Wie kam es zur Entscheidung, Musical zu machen?
Ein Grund, warum ich im Anschluss an mein Studium Richtung Musical tendierte, war, dass ich in meiner eigenen Einschätzung nicht ganz über das kraftvolle Instrument der erfolgreichen Opernsänger verfüge. Musical hat auf jeden Fall eine Verwandtschaft zum klassischen Gesang. Zudem ist es sehr facettenreich: Neben dem klassischen habe ich so auch Popstücke bei „Evita“ oder beispielsweise Rocknummern bei „Robin Hood“ singen können. Ich hatte so die Möglichkeit, viele unterschiedliche Stimmfarben einzusetzen, was als Opernsänger so nicht möglich gewesen wäre. Oper wäre für mich sozusagen eine Verschwendung von Sachen, die ich kann, zugunsten von etwas, was ich nicht so gut kann.

Hätten Sie, wenn Sie jetzt zurückblicken, gerne auch noch etwas anderes gemacht?
Eigentlich nicht. Ich liege da, mit meinen Möglichkeiten, genau richtig. Zudem hatte ich gerade zu Beginn meiner Karriere das Glück, Rollen zu bekommen, die genau zu meinen Fähigkeiten gepasst haben. Heutzutage wäre das vielleicht anders gewesen. Ich habe sehr viel Glück gehabt.