Start Bremen Jonny blickt auf Werder Vorbereitung: den inneren Schweinehund überwinden!

Vorbereitung: den inneren Schweinehund überwinden!

onny Otten, Jahrgang 1961, machte von 1979 bis 1992 insgesamt 349 Spiele für Werder Bremen, in denen er drei Tore erzielte. Zudem brachte er es auf sechs Einsätze für die Nationalmannschaft. Im STADTMAGAZIN wirft der ehemalige Linksverteidiger einen monatlichen Blick auf Werder.

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Jonny Otten.

Nach der Saison stand bei uns immer nur eines an: direkt in den Urlaub, die Füße hochlegen und nichts tun. Da wurde dann auch schon mal das gegessen und getrunken, was während der Saison sonst nicht auf dem Speiseplan stand. Dann war es immer gut, wenn man daran gedacht hatte, die Laufschuhe einzupacken. Sonst konnte es passieren, dass Trainer Otto Rehhagel uns schon mal mit den Worten: „Sie sind zwar schön braun gebrannt, aber der Bauch ist auch gewachsen“, begrüßte. Und dann durfte man gleich zu Beginn ein paar Extrarunden drehen.

Heutzutage wird den Profis noch mehr abverlangt, da gilt es, auch im Urlaub speziell die einzelnen ausgearbeiteten Trainingspläne abzuarbeiten. Schließlich werden gleich zu Saisonbeginn und mit dem ersten Trainingslager die konditionellen Grundlagen für die Saison gelegt. Bei uns ging es früher regelmäßig in den Bürgerpark und den Stadtwald. Ich glaube, ich kenne noch heute jeden Zentimeter der Finnbahn. Anschließend stand das erste Trainingslager an. Schuften, schuften und noch einmal schuften. Aber es half alles nichts, schließlich wollte man zum Saisonbeginn ja fit sein und nicht bloß die Hacken seines Gegenspielers sehen. Aber zumindest ich musste schon das eine oder andere Mal meinen inneren Schweinehund überwinden.

Zum Start der Vorbereitung (bei Werder in diesem Jahr am 28. Juni) gab es auch regelmäßig neue Gesichter. Ich bin sehr gespannt, wen Werder holt und auf welchen Positionen man sich verstärkt. Ich denke, dass vor allem in der Abwehr ein schneller Spieler benötigt wird. Dort fehlte es meiner Meinung nach ein wenig an Geschwindigkeit in der vergangenen Saison. Spannend wird auch, wer Max Kruse ersetzen soll. Oder vielleicht kommt auch gar kein Eins-zu-eins-Ersatz für Werders Topscorer und man versucht das auf mehrere Schultern zu verteilen. Zumindest bin ich sehr gespannt, wie die Analyse bei Werder ausfallen wird, will man doch nach dem denkbar knappen Verpassen eines europäischen Startplatzes in der vergangenen Saison 2019/2020 garantiert wieder die internationalen Plätze angreifen. Ich bin zumindest guter Hoffnung, vor allem Dank Geschäftsführer Frank Baumann und Trainer Florian
Kohfeldt, dass wir am Ende einen konkurrenzfähigen Kader
haben werden.