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Horn-Lehe im Wandel

Bäuerliche Geschichte und zukunftsweisende Innovationen liegen in Horn-Lehe nah beieinander

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Das Science Center Universum im Winter.
Das Science Center Universum im Bremer Stadtteil-Horn-Lehe. Foto: Universum

Im Osten der Hansestadt liegt das beschauliche Wohnquartier Horn-Lehe. Wer die Ruhe sucht, ist dort gut aufgehoben. Rund 26.000 Bewohner wissen die Nähe zum Naturschutzgebiet Hollerland zu schätzen, und auch der einzigartige Rhododendronpark sowie der Botanische Garten laden dazu ein, den Blick und die Gedanken schweifen zu lassen. Dabei liegen die Ortsteile Horn, Lehe und Lehesterdeich nur zirka sechs Kilometer vom Centrum entfernt.

Der Stadtteil ist vielseitiger, als auf den ersten Blick erkennbar: Die Universität Bremen mit dem benachbarten Technologiepark sind dort zu Hause, das Science-Center Universum, Sportvereine, Kletterhalle, und das beliebte Horner Bad bieten abwechslungsreiche Angebote für die Freizeitgestaltung. Unweit des hölzernen Wahrzeichens an der Horner Kirche, einer mehr als 900 Jahre alten Linde, wacht Michael Koppel über einen wertvollen Schatz: das Horn-Lehe-Archiv. Bei unserem Stadtteilrundgang verrät er uns, was im Stadtteil kulturell los ist.

Ein Blick zurück

 

Michael Koppel.
Michael Koppel. Foto: Kristina Wiede

Michael Koppel ist umtriebig. Seit vielen Jahren engagiert er sich im Stadtteil, kennt die Geschichte Horn-Lehes wie nur wenige, und gestaltet das kulturelle und politische Leben aktiv mit. Den gebürtigen Hamburger verschlug es als Berufsschullehrer im Berufsbildungswerk nach Horn-Lehe, seit Zig Jahren wohnt er am Deichkamp. Die Häuser der Siedlung stammen aus den 20er-Jahren, der große Garten sei für die Familie mit zwei kleinen Kindern ein Glücksgriff gewesen. „Viele Wohnhäuser im Stadtteil haben Nebengebäude für Tierhaltung, hinter den Häusern befinden sich Gartenflächen für den Obst- und Gemüseanbau, die damals der Selbstversorgung dienten“, weiß Koppel. Der bäuerliche Charakter der Gebäude und die Erzählungen seiner Nachbarn weckten sein Interesse an der Geschichte des Quartiers, und er begann zu sammeln. So entstand über die Jahre eine Chronik von beachtlichem Ausmaß. Aktiv ist Koppel darüber hinaus im Bürgerverein, der seit einigen Jahren in den Räumlichkeiten des ehemaligen Bürgeramts an der Birkenstraße 10 sein Archiv unterbringt und im ersten Stock zu Gesprächsrunden zusammenkommt. „Um unsere Stadtteilarbeit zu finanzieren, veranstalten wir regelmäßig Bücherflohmärkte“, so Koppel. Sie trügen dazu bei, das kulturelle Gedächtnis des Quartiers zu bewahren und böten darüber hinaus den Bewohnern einen Treffpunkt, der im Stadtteil generell fehle.

Unverkennbar im Profil

 

Die Horner Kirche mit der 900 Jahre alten Linde.
Die Horner Kirche mit der 900 Jahre alten Linde. Foto: Kristina Wiede

Ein Bürgerzentrum mit offenen Räumen für kulturelle Angebote, so etwas sucht man im Stadtteil bislang vergebens. Doch auch ohne solch einen festen Ort ist Horn-Lehe reich an Wahrzeichen, die dem Stadtteil ein unverkennbares Profil verleihen. Die Horner Kirche ist ein zentraler Marker im Stadtteil, auch wenn die Straßenbahnhaltestelle mittlerweile nicht mehr nach ihr benannt ist. Vor der Kirche steht schätzungsweise seit 900 Jahren die alte Horner Linde, an der sich einst die Richtstätte befunden haben soll. Vom dörflichen Charakter zeugen noch heute einige erhaltene Bauernhäuser sowie die Horner Mühle. Einige Landgüter und Villen stehen unter Denkmalschutz.

 

 

Eine Infotafel erläutert die Geschichte des alten Baumes.

Sie wurden von Bremer Kaufleuten als Landhäuser gebaut. Eines davon ist das Landhaus Focke-Fritze aus dem Jahr 1750, in das später die Familie Borgward einzog und bis 2000 in dem stattlichen Bau ihren Wohnsitz hatte. Zwar zählt der Ortsteil Horn mit knapp 5000 am wenigsten Einwohner. Die Villen entlang der Marcusallee lassen jedoch keinen Zweifel zu: der Ortsteil ist der reichste in Bremen. Entlang der prunkvollen Allee erstreckt sich der Rhododendronpark mit der Botanika.

Blütenpracht und alte Riesen

 

Blütenpracht im Rhododendronpark. Foto: Rhododendronpark

Im Rhododendronpark wächst eine einzigartige Sammlung der namensgebenden Sträucher, die den 46 Hektar messenden Park zwischen Ende April und Mitte Juni in ein prächtiges Blütenmeer verwandeln. Rund 600 verschiedene Arten wachsen dort und in der Botanika, jährlich bestaunen rund 300.000 Besucher die Anlage. Michael Koppel ist aktives Mitglied des Vereins der Freunde des Rhododendronparks Bremen. Dieser unterstützt den Park durch die Organisation von Beetpatenschaften, am 12. Mai 2017 ist zudem erstmals ein Festmahl geplant. Die Einnahmen sollen ebenfalls dem Park zugutekommen. „Im ersten Jahr richten wir das ‚Rhodo-Mal‘ in der Seniorenresidenz an der Marcusallee aus, perspektivisch wäre jedoch eine Location im Park selbst traumhaft“, so Koppel. Neben Rhododendron stehen im Park zahlreiche alte Riesen, darunter der älteste Ginko Bremens. Prägendes Merkmal des Parks ist zudem eine Allee alter Eichenbäume, die sich quer durch das Gelände zieht. „Sie stammen aus der Zeit, als Horn trocken gelegt wurde“, weiß Hartwig Schepke von der Stiftung Bremer Rhododendronpark zu berichten. Sie können auch während der kalten Jahreszeit im Park bestaunt werden, bevor im Frühjahr die Christrosenblüte den Park zu neuem Leben erweckt.

Die Zukunft liegt in Lehe

 

Foto: Universität Bremen

Von seiner lebendigen und zukunftsweisenden Seite zeigt sich der Ortsteil Lehe auf dem Campus der Universität Bremen. Mehr als 3500 Mitarbeiter sind allein an der Universität beschäftigt, über 12000 sind es in den Hightech-Unternehmen, die sich seit Ende der 80er Jahre im angrenzenden Technologiepark angesiedelt haben. Hinzukommen rund 50 Forschungsinstitute, darunter ein Max-Planck-Institut und zwei Fraunhoferinstitute. Das wohl prägendste Gebäude ist der in Europa einzigartige Fallturm, der die Möglichkeit zu Experimenten unter kurzzeitiger Schwerelosigkeit ermöglicht. Rund 20000 Studenten sind derzeit eingeschrieben, wer Glück hat, ergattert ein günstiges Zimmer in einem der umliegenden Studentenwohnheime. Eines davon liegt an der Vorstraße, wo jedes Jahr ein kleines Festival, das Sommerfest, veranstaltet wird. Über die Jahre hat es sich zu einem etablierten Event mit Konzerten namhafter Bands entwickelt und ist aus den Terminkalendern von Musikfans kaum noch wegzudenken.

Freizeitangebote für Körper und Geist

Tradition und Moderne treffen in Zukunft auch im Horner Bad aufeinander. Seitdem erhebliche Mängel am Freibad, das direkt am vielbefahrenen Jan-Reiners-Radweg liegt, festgestellt wurden, plant die Bremer Bäder unter Bürgerbeteiligung den Neubau. Der aktuelle Stand der Planung sieht vor, dass der Außenbereich um eine Schwimmhalle erweitert wird, als Ersatz für das marode Unibad. Michael Koppel ist auch bei diesem Thema stets auf dem neuesten Stand. Er begrüßt den Neubau, schließlich ist damit die drohende Schließung vom Tisch, und die aktiven Frühschwimmer können auch in Zukunft ihre Bahnen im 50-Meter-Becken ziehen. Aktiv sind die Bewohner Horn-Lehes darüber hinaus im Sportverein Eiche Horn, der weit über die Stadtgrenzen für seine Floorball Mannschaft bekannt ist, im 2015 eröffneten Kletterzentrum des Deutschen Alpenvereins Bremen und im Hockeyclub Horn. Wer statt seines Körpers eher seinen Geist trainieren möchte, kommt im Wissenszentrum Universum auf seine Kosten, das im Bauch des „silbernen Wals“ verborgen liegt. Das unverkennbare Gebäude an der Universitätsallee wurde 2007 um die rostbraune Schaubox und den angrenzenden Entdeckerpark erweitert. Die permanente Ausstellung mit spannenden Objekten zum Ausprobieren wird so durch wechselnde Angebote in Form von Sonderausstellungen ergänzt. Futter für die grauen Zellen gibt es seit 2010 mit neuem Konzept im Haus der Bücher, dem ehemaligen Antiquariat Plöger, an der Leher Heerstraße 40. Tochter Maike de Haan übernahm das Antiquariat von ihrem Vater, modernisierte es und bietet seitdem rund 130.000 Bücher zu erschwinglichen Preisen und für jeden Geschmack an.

Neubau moderner Stadtwohnungen mit exzellenter Infrastruktur

 

Foto: Petra Stubbe

Die Stadt Bremen benötigt dringend zusätzlichen Wohnraum. In Horn-Lehe tut sich bereits seit geraumer Zeit und an mehreren Orten etwas. Ein Bauprojekt findet sich im Herzen des Stadtteils, in direkter Nähe zum Einkaufszentrum Lestra. Dort realisiert das Traditionsunternehmen Weser-Wohnbau ein attraktives Neubauprojekt. Das Ensemble vereint hohen Wohnkomfort und ausgewählte Materialien mit ansprechender Architektur, umfasst zwei Vollgeschosse und zwei Staffelgeschosse, verteilt auf fünf Mehrfamilienhäuser. „Insgesamt entstehen 26 effizient konzipierte Eigentumswohnungen in ressourcenschonender Bauweise – wobei nur noch vier Wohnungen zum Verkauf stehen, ab 219.000 Euro Kaufpreis inklusive Markeneinbauküche“, erklärt Dr. Matthias Zimmermann, Geschäftsführer der Weser-Wohnbau. Im Inneren der 2- und 3-Zimmer-Wohnungen, deren Wohnflächen zwischen 62 und 90 Quadratmetern variieren, schaffen bodentiefe Fensterelemente eine lichtdurchflutete Atmosphäre, Fußbodenheizung, Parkett sowie eine kontrollierte Wohnraumbelüftung mit Wärmerückgewinnung sorgen für gutes Klima. Sämtliche Wohnungen sind barrierefrei erschlossen und verfügen über eine großzügige Terrasse oder einen Balkon. Fertiggestellt werden die Neubauten an der Berckstraße 18-22 im März 2017.

Kleines, aber feines Neubaugebiet

Der Name „Rausch“ in und um Bremen ein Markenzeichen für solide und hochwertige Neubauprojekte. Das Unternehmen ist insbesondere in alten Quartieren und gewachsenen Stadtteilen als Bauträger tätig. An der Leher Heerstraße 157 entsteht derzeit ein Wohnbau mit insgesamt acht 3-Zimmer Wohnungen mit großzügigen Grundrisslösungen und einer ansprechenden, hochwertigen Ausstattung für unterschiedlichste Bedürfnisse: Für Singles und Paare, für Alt und Jung. Alle Wohnungen sind barrierefrei, mit Vollholz-Parkett und elektrischen Rollläden in den Wohn- und Schlafräumen ausgestattet. Außerdem verfügen alle Wohnungen über große, nach Westen ausgerichtete Balkone. Zu jeder Wohnung gehört ein Einzelkeller. Das Baugebiet Horner Höh’ befindet sich in 2. Reihe an der Leher Heerstraße. Auf dem überschaubaren Areal entstehen lediglich acht moderne Reihenhäuser mit großzügigen Grundstücken. Die private Zufahrtsstraße ist wie eine Allee von Bäumen bzw. Hecken umfasst und beleuchtet. Da nur die neuen Bewohner die Privatstraße nutzen werden, kann sich hier kein störender Durchgangsverkehr entwickeln.

Stadthäuser im Mühlenviertel

„Primus“ lautet der Projektname des ersten Bauabschnitts An der Horner Mühle mit insgesamt 52 Eigentumswohnungen, die bereits restlos verkauft sind. Die energieeffiziente Bauweise, hoher Wohnkomfort und nicht zuletzt die ruhige Lage mit optimaler Infrastruktur und Verkehrsanbindung haben dieses Projekt der Domoplan Grundstücks- und Baugesellschaft zum Erfolg geführt. Derzeit entstehen im zweiten Bauabschnitt „Primus 2“ 33 weitere Wohneinheiten, die bereits verkauft sind, bevor der Neubau im ersten Quartal 2017 fertiggestellt wird. Die Wohnungen verbinden Atmosphäre und Funktionalität. Eindrucksvoll dimensioniert sind sowohl die Wohnzimmer der 2- als auch 3-Zimmer-Wohnungen. Sie vermitteln mit dem angegliederten Koch- und Essbereich ein offenes Raumgefühl – unterstrichen von breiten, bodentiefen Fenstern mit Dreifachverglasung. Individuell gestaltete Bäder mit großformatigen Fliesen, eingebaute Spiegelflächen und Markenarmaturen, Eichenparkett in den Wohnräumen und hochwertiger Teppichbelag in den Schlafzimmern: Der hohe Gestaltungsanspruch bis in die Details bestimmt alle Wohnbereiche. Nach dem derzeitigen Planungsstand sollen im Mühlenviertel noch weitere Eigentumswohnungen realisiert werden, die Planung ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Klassische Stadtreihenhäuser sind aktuell ebenfalls noch in der Planungsphase.

Mit seinen zahlreichen spannenden Neubauprojekten, ist Horn-Lehe ein Stadtteil im Wandel, der sich trotz der Neuerungen seinen gemütlichen Charakter bewahrt. Dank seiner Nähe zum Stadtzentrum, der guten Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sowie an die Autobahn und dank einer Vielzahl an Sport- und Freizeitangeboten ist Horn-Lehe ein Magnet, auch für junge Familien, die sich im ruhigen und grünen Quartier mit einer gewachsenen Infrastruktur gut aufgehoben fühlen. Fände sich für das vielfältige soziale Engagement seiner Bewohner in Zukunft ein Raum für Gespräche und Kulturangebote, rückten die Menschen vor Ort noch näher zusammen. Und darüber wäre sicherlich nicht nur Michael Koppel erfreut.