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Musik für unsere Sinne

Michaela Schaffrath ist Schauspielerin, Sprecherin und Moderatorin. In ihrer Kolumne entdeckt die Neubremerin für das STADTMAGAZIN Bremen die besonderen, verborgenen und weniger bekannten Orte der Hansestadt.

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Wahlbremerin Michaela Schaffrath. Foto: Carlos Anthonyo

Sobald die Tage länger werden, es ringsum grünt und blüht beginnt und die Natur sich von ihrer prachtvollen Seite zeigt, bin ich irgendwie ein anderer Mensch. Alles fühlt sich nach Erwachen und Neubeginn an. Wenn man sich aufmerksam mit der im vollen Saft stehenden Natur beschäftigt, kann man sie sogar „riechen“. Ein altpersisches Sprichwort sagt: „Pflanzendüfte sind wie Musik für unsere Sinne“. Klingt das nicht toll?! Und ja: Es stimmt voll und ganz.

Ein berauschendes Erlebnis dieser Art hatte ich vor kurzem bei einem Besuch im Bremer Rhododendron-Park. Ich war nicht nur von der atemberaubenden Blütenpracht überwältigt, sondern der dezente, leicht süßliche Duft dieser beliebten Moorbeetpflanze hat mich verzaubert. Ein Besuch in diesem Park, der bereits seit 1937 existiert, wird Ihnen noch lange in Erinnerung bleiben, da bin ich mir sicher. Und jetzt ist die optimale Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang in dem 46 Hektar großen Areal, in dem seit Mitte Mai die Rhododendron-Blüte in vollem Gange ist und uns sein farbenfrohes Meer aus Blüten präsentiert. Etwa 600 Arten und etwa 3.500 Züchtungen inklusive der zu den Rhododendren gehörenden Azaleen bilden die zweitgrößte Rhododendron-Sammlung der Welt. Die Parkanlage besteht aus unterschiedlichen Teilen. Es gibt einen „Alten Park“, in dem sich unter anderem der Rhododendron-Wald und der Heidegarten befindet. Im „Neuen Park“ können Sie zum Beispiel die liebevoll angelegten Themengärten bewundern oder bei den Staudenterrassen verweilen und die Seele baumeln lassen. Und wer sich eher für die heimischen Pflanzen oder Heil- und Nutzpflanzen interessiert, kommt im Botanischen Garten auf seine Kosten.

Die große Vielfalt des gesamten Parks kann ich hier leider nicht aufzählen, denn das würde den Rahmen dieser Seite sprengen, aber es ist für jeden Natur-Liebhaber garantiert etwas dabei. Selbst die Kids kommen nicht zu kurz, da es zwei Spielplätze auf dem weiträumigen Gelände gibt: einen im „Alten Park“ für Kinder bis zwölf Jahre sowie einen Abenteuerspielplatz im „Neuen Park“.

Schöner kann man einen Sommerausflug kaum gestalten. Man benötigt durchaus mehrere Tage, um alles zu bestaunen. Aber das ist kein Problem, denn die schöne, warme Jahreszeit mit den lauen Sommernächten fängt ja gerade erst an.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Flanieren und Entspannen in diesem wunderschönen „Zaubergarten“!