Start Bremen Michaela Schaffrath Unsere „Perle an der Weser“

Unsere „Perle an der Weser“

Michaela Schaffrath ist Schauspielerin, Sprecherin und Moderatorin. In ihrer Kolumne entdeckt die Neubremerin für das STADTMAGAZIN Bremen die besonderen, verborgenen und weniger bekannten Orte der Hansestadt.

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Michaela Schaffrath (49), Schauspielerin. Foto: C. Anthonyo

Wer kennt ihn nicht, diesen Spruch: „Das Schönste an Bremen ist die Autobahn nach Hamburg“? Der wurde mir bereits mehrfach entgegengeschmettert, seitdem ich hier wohne. Aber bitte nicht darüber ärgern, denn der Spruch ist sowas von abgedroschen und er kann nur von Leuten kommen, die unsere „Perle an der Weser“ nicht kennen oder die Vorzüge dieser kleinen, aber feinen Hansestadt nicht zu schätzen wissen. Ich kann mich immer wieder dafür begeistern, was das kleinste unserer Bundesländer alles zu bieten hat. Auch ich habe Bremen unterschätzt, bevor ich hierhergezogen bin, aber ich wurde schnell eines Besseren belehrt. Die Stadt kann durchaus mit den schicken, hippen und coolen Städten wie Hamburg, Frankfurt, Berlin, München oder Köln mithalten. Ich darf das mit gutem Gewissen behaupten, denn ich habe in ein paar dieser Städte längere Zeit gewohnt.

Ich mag Bremens charmante Art mit seinen bunten Häusern, das wunderschöne Zentrum rund um das denkmalgeschützte Rathaus und den Roland, gepaart mit hanseatischem Flair durch die Weser, die ganz Bremen miteinander verbindet. Verbundenheit wird hier großgeschrieben. Das spürt man besonders beim Fußball: Die Fans stehen hinter ihrem geliebten Verein. Wenn Werder verliert, leidet die ganze Stadt. Ein großer Vorteil ist die Kompaktheit Bremens. Man ist nur eine knappe Viertelstunde Fußweg von den klassischen Sightseeing-Spots im Zentrum entfernt – und plötzlich ist es völlig anders. Das Schnoor-Viertel mit seinen kleinen Gässchen und Läden entführt mich jedes Mal in eine andere, zauberhafte Welt. Und das kernige Viertel rund um den Ostertorsteinweg mit den vielen alteingesessenen Geschäften, Restaurants und Kneipen hat zurecht die Bezeichnung „Szeneviertel“ verdient.

Diese besagte Kompaktheit und die offene, herzliche Art der Bremer hat letztendlich auch dazu geführt, dass ich seit Neuestem unter die Eierlikör-
Produzenten gegangen bin. Kurze, unbürokratische Wege, jeder kennt jeden und vor allen Dingen die Lust und Neugierde der Bremer auf etwas Neues hat mich darin bestärkt, meine Pläne zu verwirklichen und ein neues Standbein aufzubauen. Kurz gesagt: Bremen tut mir einfach gut! ­Genießen auch Sie diese tolle Stadt und Ihre Atmosphäre und – ­bleiben Sie gesund!