Start Bremen Michaela Schaffrath 400 Jahre Hafen Vegesack

400 Jahre Hafen Vegesack

Michaela Schaffrath ist Schauspielerin, Sprecherin und Moderatorin. In ihrer Kolumne entdeckt die Neubremerin für das STADTMAGAZIN Bremen die besonderen, verborgenen und weniger bekannten Orte der Hansestadt.

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Michaela Schaffrath, Schauspielerin. Foto: C. Anthonyo

Bei einer Cabrio-Tour im letzten Sommer wollte ich mir unbedingt mal den Bremer Norden genauer ansehen. Vor allem Vegesack stand ganz oben auf meiner Liste, da mein Mann mir bereits im Vorfeld einiges über das charmante Städtchen erzählt hat. Sie sollten unbedingt einen ganzen Tag für einen Ausflug dorthin einplanen, denn die heimliche Hauptstadt des Bremer Nordens, wo die Lesum in die Weser mündet, hat vieles zu bieten.

Wir haben mit der Autofähre von Lemwerder aus übergesetzt und uns in unmittelbarer Nähe zum Fähranleger einen Parkplatz gesucht. Von dort aus kann man den idyllischen Ort sehr gut zu Fuß erkunden. Besonders sehenswert ist der Bereich rund um den
„Utkiek“, direkt an der Weser. Von dort hat man einen wunderschönen Ausblick auf den Fluss, die Lesummündung und die Einfahrt zum Vegesacker Hafen. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein beeindruckendes Denkmal: Ein Bronzeabguss eines Blauwal-Unterkiefers in Originalgröße von 24 Metern Länge, der wie ein Torbogen aufgestellt wurde. Bevor der Bronzeabguss dort platziert wurde, befand sich an dieser Stelle der originale Unterkiefer des Wals, den die Stadt 1963 von einem norwegischen Reeder geschenkt bekam. Ein weiteres Denkmal zu Ehren der Walfang-Tradition befindet sich direkt am Fähranleger, auf der Weserpromenade. Die Wal-Schwanzflosse, ebenfalls ein Bronzeabguss, wurde 1995 aufgestellt. Einige tolle Restaurants, urige Kneipen und Einkaufsmöglichkeiten in den umliegenden Straßen laden zum Flanieren und Pausieren ein. Wer einen Spaziergang im Grünen machen möchte, kommt im nahegelegenen Stadtgarten, entlang der Weserpromenade, auf seine Kosten.

Vegesack ist vor allem für seine Schifffahrtsgeschichte bekannt, denn 1622 wurde dort der erste künstliche deutsche Hafen angelegt. Auch wenn der Stadtteil heute nicht mehr vom Fischfang lebt, hat er von seinem maritimen Flair nichts verloren. Ganz im Gegenteil. Heute wird der Hafen überwiegend als “Museumshaven“ mit mehr als 20 historischen Schiffen genutzt, die zum Teil auch besichtigt werden können. Und in diesem Jahr steigt dort eine ganz besondere Party, denn 400 Jahre „Haven-Geburtstag“ müssen gebührend gefeiert werden. Eigentlich wird in Vegesack das ganze Jahr lang der runde Geburtstag des historischen Ankerplatzes mit diversen Veranstaltungen und Aktionen gefeiert, aber vom 12. bis 15. Mai steigt die offizielle Party an Land und auch auf dem Wasser. Ich kann leider nicht mitfeiern, da ich mal wieder unterwegs bin, aber ich schicke ein herzliches „Happy Birthday“ nach Vegesack und wünsche allen Beteiligten eine unvergessliche Geburtstagsparty!